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Der Wahrheit auf der Spur: Die öffentlichen Auftritte: Reden, Leserbriefe, Artikel
 
 
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Der Wahrheit auf der Spur: Die öffentlichen Auftritte: Reden, Leserbriefe, Artikel [Gebundene Ausgabe]

Thomas Bernhard , Wolfram Bayer , Raimund Fellinger , Martin Huber
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Der Wahrheit auf der Spur: Die öffentlichen Auftritte: Reden, Leserbriefe, Artikel + Aus Opposition gegen mich selbst: Ein Lesebuch: Die Welt des Thomas Bernhard (suhrkamp taschenbuch) + Goethe schtirbt: Erzählungen
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 344 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (25. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422146
  • ISBN-13: 978-3518422144
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 268.535 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wahrscheinlich hat sich Bernhard nie ehrlicher geäußert, bei aller Radikalität unpolemischer. Von der Krankheit gezeichnet, verschanzte er sich nicht mehr hinter witzigen Aggressionen. Den zwölf Seiten gebührt ein Ehrenplatz in seinen Schriften. Sie sind, was Bernhard auch war, aber meist übersehen wird human und lebensklug an der Grenze zur Weisheit.«

(Ulrich Weinzierl Die Welt )

»Man möchte Stück um Stück dieses Buches ausbreiten. Die Lektüre lohnt bis zuletzt.«

(Stefan Rammer Passauer Neue Presse )

»Bernhard, auch das vermag dieser Band unter Beweis zu stellen, ist konsequent seinen Weg gegangen. Gründe, sich zu empören, gab es genug. Besonders empörten Bernhard schlechte Bücher. Dazu hätte er angesichts der hier vorgelegten Ausgabe keinen Grund gehabt.«

(Michael Opitz Deutschlandradio Kultur )

»Auch in Der Wahrheit auf der Spur ... gilt: Bernhard ist Bernhard. Er grenzt sich ab, er widerspricht, er regt sich auf. So einen wie ihn wird es nicht mehr geben.«

(Christiane Geldmacher culturmag.de )


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Meister des Eklats 11. Februar 2011
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Gibt es einen Unterschied zwischen dem "öffentlichen Bernhard" und den fiktiven Figuren in seinen Romanen und Theaterstücken? Wer war dieser monomanische Schriftsteller, der am 9. Februar 1931 erst auf die Welt und dann in die Literatur gekommen und am 12. Februar 1989 als Autor von Weltrang gestorben ist? Das dürfte ein nie ganz zu lösendes Rätsel bleiben. Es fällt allerdings oft eine eigentümliche Übereinstimmung zwischen den öffentlichen Äußerungen Thomas Bernhards und vielen seiner Romanfiguren auf. Vielleicht sind die Bücher dieser "misanthropische Wortmühle" (Sigrid Löffler) nichts anderes als Selbstbeschreibungen?

Eine Antwort gibt eventuell dieses Buch. In chronologische Reihenfolge sind Zeitungsartikel, Leserbriefe, Interviews und öffentliche Erklärungen gesammelt. Nicht alles ist neu, vieles konnte bereits in "Meine Preise" gelesen werden Dennoch: Alle Beiträge in diesen Band sind interessant, werfen Schlaglichter auf den Autor, vor allem weil sie durchweg "Selbstauskünfte" sind. Beginnend mit einem Vortrag, den der jungen Thomas Bernhard 1954 zu Ehren von Arthur Rimbaud gehalten hat, und einem Artikel in der Gmundener Lokalzeitung, in dem er sich für den Erhalt der Straßenbahn in Gmunden einsetzte.

Viele dieser öffentlichen Äußerungen waren einserseits Selbststilisierungen, ironische Spielchen mit seinem Publikum oder dem Interviewpartner. Andererseits erzeugten Thomas Bernhard damit Skandale und Skandälchen, die er mal lustvoll mal bitterböse kommentierte. Er war ein Meister des Eklats, der wunderbar austeilen, aber selten einstecken konnte. Eberhard Falcke hat ihn einmal einen "Verzweiflungsvirtuosen und Mißmutsmanieristen" genannt. Und so geben viele Beiträge Anlass zu glauben, dass dieser außergewöhnliche Autor am Leben litt. Aber "Sich umzubringen hat genausowenig Sinn wie weiterzuleben."

Immer wieder seine Haßliebe zu Österreich, die ihn umgetrieben hat. Es gab für ihn kein schöneres Land als Österreich, in dem er nicht leben konnte und in dem er doch bis zu seinem Tode blieb. Wut, Zorn und Häme galten diesem Land und seine Menschen. Vor allem die Politiker hatten es ihm angetan. Berühmt der Skandal bei der Verleihung des Österreichischen Staatspreises an Thomas Bernhard am 4. März 1968. Unter dem Titel "Verehrter Herr Minister..." ist die Rede hier noch einmal zu lesen. Es waren wohl die Sätze: "Der Staat ist ein Gebilde, das fortwährend zum Scheitern, das Volk ein solches, das ununterbrochen zur Infamie und Geistesschwäche verurteilt ist... Wir sind Österreicher, wir sind apathisch;...". Polemisch und ein wenig verzweifelt klingt das auch heute noch. Der österreichische Unterrichtsminister verließ jedenfalls unter Protest den Saal. Der Skandal war perfekt. Aber nein: "Ich bin kein Skandalautor", so Thomas Bernhard.

Jeder dieser Texte in diesem Band steht für sich. Mancher könnte als pure Literatur gelesen werden. Denn Literat, Schriftsteller - das war der "Alles-und alle-Beschimpfer" letztendlich. Und als solcher äußert er sich über Politik und Kultur, über Kollegen und das Leben im Allgemeinen und über sein eigenes(?) im Besonderen. Das gilt auch für die Interviews. Sehr eindrucksvoll - vielleicht das ehrlichste und persönlichste - ist das Gespräch, das die Kollegin Asta Scheib am 17. Januar 1987 mit ihm führte ("Von einer Katastrophe ind die andere"). Da heißt es doch wahrlich: "Das Leben ist schön... Doch jetzt hänge ich am Leben..." Worte, die man dem "staatlich geprüften Misanthropen" (Marcel Reich-Ranicki) nicht zugetraut hätte.

Wer war Thomas Bernhard? Mit diesem Buch kann sich der Leser auf die Spur der Wahrheit begeben. Ob er darin die ganze Wahrheit über iden Autor finden wird, bleibt dahingestellt. Lesenswert ist dieses Buch in jedem Falle.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ananta
Ich kann mich meinem Vorrezensenten anschliessen. Gerade den Jubiläumsanlass meiner Stadt zum 80. Geburtstag Thomas Bernhards hinter mich gebracht, werde ich das Gefühl nicht mehr los, einen kleinen Bernhard-Kobold auf meiner Schulter zu tragen, der diese Veranstaltungen, die meist bedingungslose Huldigungen sind, einstimmige Lobeshymnen und herzhafte, höchst amüsante und mit größter Hingabe und Wonne vorgetragene Dramatisierungen, als genauso stumpfsinnig und über alle Maßen heuchlerisch und alles was er ist mit tödlicher Boshaftigkeit vollkommen vernichtend, beschimpft, wie alle jene Veranstaltungen, Preisverleihungen und überhaupt, alle öffentlichen Anlässe, die ihn oder seine Werke zum Thema hatten. Wie man lesen kann, ein erbärmlicher Versuch meinerseits, Bernhard zu persiflieren. Ich liebe ihn, das kann ich hier in aller Öffentlichkeit zugeben, und freue mich selbstverständlich über jede neue Veröffentlichung, wenn ich auch nicht jede kaufe. Ich kann ebenfalls herzhaft lachen wenn ich ihn lese und finde ihn überhaupt komischer als viele andere Autoren. Jedoch kommt es mir vor, als würde er heute und gerade diese Jahre ausschließlich auf die Komik oder auf heutzutage komisch interpretierbare Begriffe reduziert: Bernhard der "Geschichtenzerstörer", Bernhard der "Übertreibungskünstler" oder Bernhard der "Komiker". Bernhard der Clown? Bernhard der Klassenclown? Ist es tatsächlich so, dass man sein Genie erst "entgiften" muss von allen bösen Beschimpfungen, indem man sie ins Nichternste oder gar ins Lächerliche dreht, bevor man ihn als einen der größten Schriftsteller aller Zeiten akzeptieren kann, was man unbestritten tun muss, da man ansonsten der Anklage der Bildungsbürger ausgesetzt ist, seine wahre Größe nicht zu erkennen...?

Ein Saal in dem aus einer einzigen gemeinsamen Kehle gelacht wird sobald die mit Spannung erwartete, berühmt berüchtigte Beschimpfung fällt, die Sätze, in denen er seine Verachtung für die Leserschaft ins Unendliche wiederholt und sie aufs übelste und widerwärtigste anklagt, der Ignoranz, des Stumpfsinns und der Bösartigkeit bezichtigt, dieses Publikum, ist heute nicht mehr aufgebracht, spricht keinen Fluch mehr aus und verbietet keines seiner Bücher mehr. In diesem Saal ist man sich einig: es ist doch nur eine einzige Komödie!
Selbstverständlich wissen wir, dass Bernhard den humoristischen Aspekt in seinem Werk stets groß geschrieben und die Humorlosigkeit gewisser seiner "Opfer" angeklagt hat. Wir wissen auch um den Wahrheitsgehalt, der im Lachen steckt und letzten Endes ist die Wahrheit doch nur durch den Humor erträglich. Dennoch, für mich ist Bernhard weitaus nicht NUR zum Lachen. Er schrieb die Bücher, die ich zu schreiben versucht, wenn er es nicht getan hätte, und es zum Glück für uns alle nicht habe tun müssen. Und darin steckt auch eine große Wut, ein tiefer Frust und eine lange und elend weite Ohnmacht. Es ist das Aufbegehren gegen eine Welt, die ein Individuum wie Bernhard in jedem Moment und ununterbrochen, man entschuldige bitte den Diebstahl, aber man kann es nun einmal einfach nicht treffender ausdrücken, zu vernichten versucht. Es ist auch eine Welt der Verzweiflung, der Krankheit, der Einsamkeit und der Unerbittlichkeit. Und es ist so vieles mehr auch, das NICHT NUR zum Lachen ist. Allem voran sagt Bernhard die Wahrheit. Er ist böse. Ich bin auch böse. Die Welt ist auch böse. So wie es ist.

Von den neuesten Erscheinungen, und damit kehre ich zurück zum besprochenen Buch, versammeln die einen Übersteigerungen oder Preisverleihungen, die auch im Hauptwerk enthalten sind, andere unveröffentlichtes Material, Erzählungen, Briefwechsel oder Plaudereien. Dies hier finde ich bisher die interessanteste Sammlung von nicht veröffentlichtem Material, deswegen weil die Zusammenstellung leicht ambivalent ist, vom Telegramm über Leserbriefe, Vorträge bis hin zum Interview. Man könnte dem Buch vorwerfen, eine beliebig ergänzbare und erweiterbare Sammlung von Einkaufszetteln und sonstiger Ergüssen ect. aller Art und Qualität und nicht ganz klar zu sein, ob Bernhard zu Lebzeiten mit der Veröffentlichung einverstanden gewesen wäre. Ein Widerspruch, aber ein schöner. Man liest beispielsweise ins Absurde driftende Beschimpfungen, die spontaner geschrieben sind und nicht die sprachliche Perfektion der Hauptwerke erreichen, die einen Bernhard zwischen den Zeilen zeigen, der nicht durch die Bearbeitung das Autobiografische codiert, einen schwachen Bernhard, der sich in Interviews zu neutralisieren versucht, Fragen gern auch ausweicht, einen bösen Bernhard, der sich mir in Bezug auf das oben erwähnte "Komödiantische" erneut zu meiner Erleichterung in seiner leibhaftigen Boshaftigkeit bestätigt, einen unsympathischen Bernhard, der mich als Schreibenden durch sein "Wort an junge Schriftsteller" zutiefst beleidigt, und letzten Endes, ein (genau!) wahnsinnig komischer Thomas Bernhard!

Was jedem Leser durch das diesjährige "Jubiläumsgeschleime" genommen worden ist, nämlich die Ambivalenz der Frage "Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?" gibt ihm dieses Buch wieder zurück. Lediglich eine editorische Frechheit gibt zwar nicht dem Buch selber, aber dem Suhrkamp Verlag drei Punkte Abzug: Das sicherlich schöne Bändchen "Sind Sie gern Böse?", ein sechzig seitiges Interview, das im März erscheinen wird, hätte nun wirklich auch noch in diesen Band integriert werden können. Siegfried Unseld würde sich im Grabe umdrehen! Dafür ist das Buch schön gestaltet und mit einem umfassenden Anhang versehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Überraschende Erstauflage 27. Januar 2011
Von Maxwald
Obwohl meistens nur der profitgierige Verlag von solchen Geburtstags- bzw. Jubiläumspublikationen, angespriesen als Veröffentlichung bisher unbekannter, vergriffener Materialien, ökonomischen Gewinn erzielen kann, ist in diesem Falle eine tatsächlich gelungene Zusammenstellung von Rezensionen, Artikeln, Reden und Leserbriefen geglückt. Im engeren Sinne muss dennoch festgehalten werden, dass sich die meisten Reden bereits im Bestseller des letzten Jahres, Meine Preise, widerfinden lassen. Insgesamt ein eindrucksvolles Dokument, welches die ausgezeichnete Arbeit im Thomas Bernhard Archiv (Gmunden) zu beweisen im Stande ist.
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