Während nun bereits drei Jahrhunderten boten sie Stoff für Klatsch und Tratsch, wurden verrissen und in den Himmel gehoben, geliebt und angefeindet, gespielt und vereinnahmt. Sie waren und sind die Damen und Herren des Bayreuther Hügels, sie sind Komponisten, Festspielleiter, Regisseure und deren Partner und Kinder, sie sind Der Wagner Clan". Nicht jeder von ihnen ist im Schoße der Familie willkommen und legendär ist der Kampf der drei Titaninnen um die Nachfolge von Wolfgang Wagner im lauschigen Festspielhaus, ein Kampf, der Jahre tobte und den die Frau des Richard-Wagner-Enkels Wolfgang nicht überlebte. Dass diese Familiengeschichte für Spannung und einen gloriosen Schein, ebenso aber auch für dunkle Momente und große Tragik gut sein mag, ahnt wohl jeder und Jonathan Carr, britischer Journalist mit reichlich Deutschland-Erfahrung und exzellenter Wagner-Kenner hat diese Geschichte einer deutschen Familie in seiner bei Hoffmann und Campe erschienenen Biografie für alle Interessenten so plastisch aufbereitet, das man meinen mag, dazu zu gehören. Leider kann Carr diesen Erfolg nun nicht mehr genießen, er ist im späten Frühjahr 2008 gestorben und auch die Wagner-Nachfolge ist mittlerweile geklärt, es gibt ein Führungsduo mit den beiden Halbschwestern.