Ein erfolgreicher New Yorker Psychiater, mit einer hübschen Frau verheiratet, zwei Kinder, ein großer Freundeskreis... Seines biederen Daseins überdrüssig, trifft er eines Abends fast beiläufig die Entscheidung, die sein Leben verändert. Besser gesagt, er überläßt ab sofort alle Entscheidungen dem Würfel. Noch in derselben Nacht geht er schnell mal die Ehefrau eines Kollegen (und Freundin seiner Frau) vergewaltigen - der Würfel wollte es so. Von nun an befragt er den Würfel in nahezu jeder Lebenslage und befolgt strikt dessen immer skurrilere Anweisungen. Klar, daß er sich mit der Zeit immer weiter von allen gesellschaftlichen Maßstäben entfernt und zum völligen Außenseiter wird. Aber das eigentlich faszinierende daran ist, daß er dabei den Weg in eine Art willkürlich erzeugter Schizophrenie beschreitet und die Spaltung der eigenen Persönlichkeit sogar zu seinem erklärten Ziel macht - mit Erfolg, wie sich zeigt. Und weil das so wunderbar befreiend ist, entwickelt er daraus eine Therapie für seine Patienten und schließlich eine Religion, um die Welt zu retten. Die Idee zu diesem Roman ist zweifellos genial, dazu kommt der oft erfrischende amerikanische Humor und eine Reihe unterhaltsamer und pikanter Szenen. Leider ist dieser tolle Stoff nur mittelmäßig erzählt, die Spannung reißt manchmal ab und die Handlung strebt irgend einem Höhepunkt entgegen, der aber ausbleibt. Ich wollte 4 Sterne vergeben, aber der Würfel fiel auf 3...