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Der Vorleser. Roman [Taschenbuch]

Bernhard Schlink
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (599 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1997
Der fünfzehnjährige Michael lernt Hanna, eine Frau von Mitte dreißig kennen. Sie wird seine erste Liebe. Trotz gewisser Spannungen - Hanna weigert sich, über ihre Vergangenheit zu sprechen, erleben beide eine Zeit des Glücks. Dann ist Hanna verschwunden. Jahre später sieht der Jurastudent Michael sie im Gerichtssaal wieder. Im Rahmen eines Seminars nimmt er als Beobachter an einem Kriegsverbrecherprozeß teil. Hanna wird eines schrecklichen Vergehens beschuldigt und verurteilt. Michael ist entsetzt, kann aber Hanna und das, was er mit ihr erlebte, nicht aus seinem Gedächtnis verbannen.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Diogenes (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257229534
  • ISBN-13: 978-3257229530
  • Größe und/oder Gewicht: 11,4 x 18,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (599 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 277 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Bernhard Schlinks Vorleser ist neben der Blechtrommel von Günter Grass wahrscheinlich der international erfolgreichste Roman eines lebenden deutschen Schriftstellers. Eine unaufdringliche Metapher für deutsche Verstrickungen, wie überhaupt Schlink es meisterhaft versteht, das bewußtlose Schweigen der Deutschen in den fünfziger und sechziger Jahren durch seine atmosphärisch dichte Prosa zum Reden zu bringen. Das Buch ist gescheit, geschickt gebaut und sensibel für unausgesprochene Gefühle: eine im Deutschen seltene Verbindung." (Der Tagesspiegel) "Dieser Höhenflug ist einzigartig: Hanna Schmitz und Michael Berg - wer hätte gedacht, daß die beiden einmal zu den berühmten Liebespaaren der Weltliteratur zählen würden? Bernhard Schlinks Der Vorleser markiert für die deutsche Literatur eine Zäsur. Erstmals seit der Blechtrommel und Siegfried Lenz' Deutschstunde gibt es wieder einen Weltbestseller made in Germany, ein Buch also, aus dem Amerikaner und Japaner, Franzosen und Inder ihr Deutschlandbild beziehen." (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt)

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Vorleser
OA 1995 Form Roman Epoche Moderne
In dem zuerst in den USA erschienenen Roman, in dessen Mittelpunkt eine seltsame Liebesgeschichte steht, setzt sich Bernhard Schlink – auch aus rechtsphilosphischer Sicht – mit der Judenvernichtung im »Dritten Reich«, der Schuldfrage und dem Generationenkonflikt in den 1950/60er Jahren kritisch auseinander.
Inhalt: Der 15-jährige Gymnasiast Michael Berg lernt Ende der 1950er Jahre in Heidelberg Hanna Schmitz kennen. Die 20 Jahre ältere Straßenbahnschaffnerin kümmert sich um ihn, als ihm, an Gelbsucht erkrankt, auf dem Nachhauseweg übel wird. Wieder gesund besucht er sie und erlebt mit ihr seine erste Liebe. Bald entwickelt sich während der heimlichen Treffen in ihrer Wohnung ein Ritual, das der zunächst rein körperlichen Beziehung eine seelische Dimension gibt: Michael muss Hanna, über deren Vergangenheit er nur wenig erfährt, stets vor dem Liebesakt vorlesen.
Eines Tages verschwindet Hanna spurlos aus der Stadt. Erst Jahre später sieht er sie als Jurastudent in einem Auschwitz-Prozess wieder, wo sie mit anderen ehemaligen KZ-Aufseherinnen unter Anklage steht. Im Gerichtssaal findet Michael die lang gesuchte Erklärung für Hannas ungeschickte Verteidigung und für viele ihrer Handlungen: Sie ist Analphabetin, verheimlicht dies aus Scham auch im Prozess und wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihre Mitangeklagten, die ihr die Hauptschuld für ein grauenhaftes, schriftlich dokumentiertes Verbrechen zugeschoben haben, erhalten nur geringe Freiheitsstrafen.
Michael, der sich mitschuldig fühlt, schickt ihr regelmäßig Kassetten ins Gefängnis, die er mit Weltliteratur besprochen hat. Anhand der Kassetten lernt Hanna autodidaktisch lesen und schreiben und beginnt sich mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinander zu setzen. Nach 18 Jahren Haft nimmt sie sich kurz vor ihrer Entlassung das Leben.
Wirkung: Mit seinem Roman gelang Schlink ein internationaler Sensationserfolg, wie ihn die deutsche Gegenwartsliteratur seit dem Erscheinen R Der Blechtrommel von Günter Grass nicht mehr erlebt hatte. Der Vorleser, der in 27 Sprachen übersetzt eine Millionenauflage erreichte und mit zahlreichen Preisen (u. a. Prix Laure Bataillon, Ehrengabe der Heinrich Heine-Gesellschaft) ausgezeichnet wurde, prägte wesentlich das Deutschlandbild im Ausland. C. H.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
154 von 175 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen klug 26. August 2006
Von poebee
Format:Taschenbuch
Zehn Jahre hatte ich es im Schrank, bevor ich es kürzlich innerhalb von zwei Tagen gelesen habe.

Die klare, konservative Sprache lassen keinen Raum für Schonung oder Ablenkung von der Handlung und den dazugehörigen Gedanken (aus der Retrospektive). Und genau das macht dieses Buch für mich aus. Ich begann es zu lesen nur wenige Stunden, nachdem ich ein sehr "sprachlastiges" Buch beendet hatte. Die Wirkung war enorm: als käme man aus dem Märchenwald zurück in die Fabrik.

Es dauerte einige Seiten, bis ich genau das zu schätzen lernte und als so gewollt erkannte. Dieses Buch soll/kann jeden erreichen, der es liest. Relativ kurze, klare Sätze, distanzierter Erzählstil, stets realistisch und sachlich, der keinen Unterschied macht zwischen einer erotischen Szene im Bad oder einer Prozesschilderung.

Der erste Teil handelt von der Liebesbeziehung des Erzählenden zu einer zwanzig Jahre älteren Frau- Hanna. Der zweite Teil setzt sich mit juristischen und philosophischen Aspekten des Hintergrundes auseinander. Die eigentliche Geschichte wird eher nebenbei und nur insoweit nötig im Raffer zu Ende erzählt.

Wie ein roter Faden ziehen sich die Themen Schuld/Gewissen, Verrat und Würde durch das ganze Buch. Angefangen bei Hannas Verantwortung im Liebesverhältnis zu dem Minderjährigen über seine phantasierten Gründe für das abrupte Ende bis hin zur Auseinandersetzung mit Hannas SS-Vergangenheit und den Auswirkungen des Analphabetismus auf wichtige Lebensentscheidungen.

Immer wieder sind es philosophische und psychologische Einschübe, die zum Anhalten und Nachdenken anregen, ohne dass man es beim Lesen als störend empfinden würde. Auch das - scheint mir - ist beabsichtigt.

Ein klug geschriebenes Buch, das ganz ohne aufklärenden Eifer auskommt und vielleicht gerade deshalb dieses Ziel erreicht.
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41 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe, Schuld und Verrat - ein differenzierter Blick 30. Oktober 2007
Format:Taschenbuch
In den 1950er-Jahren lernt der Erzähler Michael Berg als Fünfzehnjähriger die gut zwanzig Jahre ältere Hanna kennen, mit der ihn eine intensive sexuelle und - zumindest von seiner Seite - eine jugendlich-verklärte, überschwängliche Liebesbeziehung verbindet. Eine zu große Nähe wird jedoch durch Hanna abgeblockt, die sich häufig für Michael unverständlich, aggressiv und herrisch verhält. Im Verlauf ihrer geheimen Treffen wird es ein Teil des Liebesspiels, dass Michael Hanna Bücher vorliest, bevor sie sich lieben. Die Beziehung endet jäh, als Hanna ohne jedes Abschiedswort aus der Stadt und aus Michaels Leben verschwindet.

Jahre später begegnet der Erzähler - inzwischen Jurastudent - Hanna im Gerichtssaal wieder: Sie ist dort als ehemalige KZ-Aufseherin der Beteiligung an der Ermordung jüdischer Frauen während des Nationalsozialismus angeklagt!

Im Verlauf des Prozesses, bei dem sich Hanna erneut allgemein unverständlich verhält und sich selbst über Gebühr belastet, erkennt Berg den Grund vieler bisher unerklärlicher Verhaltensweisen in ihrem Leben. Sie ist Analphabetin und nimmt zur Vertuschung dieses Sachverhalts auch ihre ständigen Fluchten, die Kränkung anderer Menschen und letztlich sogar eine unangemessen hohe Haftstrafe in Kauf. Er findet jedoch nicht die Kraft, in einem Gespräch mit Hanna oder wenigstens mit dem Vorsitzenden Richter diese - womöglich strafmildernde - Erkenntnis anzusprechen, so dass Hanna zu lebenslänglicher Haft verurteilt wird.

Im Laufe dieser Haftzeit nimmt Berg irgendwann wieder die Rolle des Vorlesers ein, in dem er Hanna besprochene Tonbandkassetten ins Gefängnis sendet. Als Hanna begnadigt wird, ist er die einzig verbliebene Bezugsperson in ihrem Leben und trifft - etwas widerwillig und von der engagierten Gefängnisleiterin genötigt - Vorbereitung für Hannas Leben "draußen". Doch dazu kommt es nicht mehr...

Bernhard Schlink ist es in diesem Roman gelungen, sehr unterschiedliche und polarisierende Themen (Analphabetismus, sexuelle Beziehungen mit Minderjährigen und natürlich die Frage von persönlicher Schuld und Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen) in angemessener und kluger Weise zu verbinden.

Seine Sprache ist dabei distanziert und dennoch teilnehmend, er bezieht nicht eindeutig und mit moralischem Zeigefinger Stellung, sondern lässt eine differenzierte Sicht auf eine schuldig gewordene Frau zu, ohne diese selbst als ein Opfer der Umstände zu entlasten. Diese Gratwanderung ist meiner Ansicht nach hervorragend gelungen.

Kein einfaches oder "sympathisches" Buch, sondern ein gut komponiertes, zum Nachdenken anregendes und überdurchschnittlich gut geschriebenes Stück Literatur, für das ich gerne eine Leseempfehlung ausspreche.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was für eine traurige Geschichte 30. Januar 2005
Format:Taschenbuch
Das Buch war mir schon vor Jahren von einem Freund empfohlen, aber weder geschenkt noch ausgeliehen, noch gekauft worden. Nachdem ich jetzt anfing zu lesen, hatte ich eine Ahnung von dem, was wohl kommen würde. Die zu Beginn präzise, fast minimalistisch einfache Sprache, die alles weglässt, was im Moment nicht gebraucht wird, Zeit, Ort, Umstände, die sich auch um herkömmliche Grammatik zuweilen nicht schert, dann sich aber völlig auf Details fixiert, wenn es dem Erzähler wichtig erscheint. Schwerelos zu Beginn, ein Jugendroman, Knabe liebt reife Frau, der abrupt endet, um bleiern schwer mit einem Naziprozess die deutsche Vergangenheit heraufzubeschwören. Sprache und Schreibstil werden komplexer. Spätestens wenn die Angeklagte den Richter zurück fragt, „Was hätten Sie denn getan?" geht einem das Buch unter die Haut, denn ab jetzt kann man sich den Zweifeln und Selbstvorwürfen, die sich der Erzähler macht, den Versuchen der Rechtfertigung und der Scham, dem Sog der Erzählung, die die Geschichte eines Lebens als Deutscher im Nachkriegsdeutschland ist, nicht mehr entziehen. Und man möchte die Frage, was hättest du denn in der Situation getan, selber nicht gestellt bekommen, weil die Antwort das ganze Leben über den Haufen werfen kann. Was bleibt, ist beklemmende Betroffenheit und eine traurige Geschichte, die gerade jetzt, zum sechzigsten Jahrestag der Befreiung von Auschwitz aktueller gar nicht sein kann.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen toll
man braucht das Buch, damit man den Film gucken kann. Meine Meinung - wenn es zu einem Buch einen Film gibt, dann ist es ein Muss, vorher das Buch dazu zu lesen
Vor 18 Tagen von Lüth, Kerstin veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Interessante Geschicht
Schön dass hier nicht schwarz-weiss gemalt wird, sondern klar dargestellt wird wie Menschen denken und handeln. Lesen Sie weiter...
Vor 27 Tagen von Michael Rock veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Buch das man lesen sollte
Buch war sehr schnell da , Buch ist super und sehr anspruchsvoll.Würde immer wieder bestellen. Kann ich sehr empfehlen und immer wieder kaufen
Vor 1 Monat von www.vermittelungsportal.de veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk mit Schauplatz Heidelberg
Dass Bernhard Schlinks "Vorleser" nicht nur ein Bestseller, sondern ein literarisches Meisterwerk ist, braucht wohl nicht eigens betont zu werden. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Thomas Dancker veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Hochgelobt, aber tief gefallen
Nachdem mehrere Freunde und Bekannte mir von ihrer Pflichtlektüre dieses Buches während der Schulzeit berichtet hatten, beschloss ich, es schließlich selbst zu... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Nicole R. veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Schulbuch
Das Buch brauchte mein Sohn- 10.klasse- für den Deutschunterricht. Ich kann dazu nichts sagen. Aber wenn es wie der Film mit Kate Winslet ist, dann muss man es gelesen haben.
Vor 1 Monat von Bernsttein veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Intelligent und unterhaltsam
Der Vorleser wurde mir als mögliche Schullektüre für Klasse 10 empfohlen. Und tatsächlich, es stecken viele auch brisante geschichtliche Themen im Buch. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Gerda Salaw-Thallinger veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen eines der besten
Der Vorleser ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Der Autor Bernhard Schlink schreibt sehr einfach verständlich, das Buch habe ich durch meinen damaligen... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Ryan veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Der Vorleser. Roman
Das Buch " Der Vorleser" war hochinterssant. Es ist sehr gut und verständlich geschrieben und gibt einen guten Rückblick in die Geschichte unserer... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von J. Arsand veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Der Vorleser
Dieses Buch hat mir sehr gefallen.Es zeigt zum einen Schwächen und Stäerken der Menschen und wie manchmal fehlender Mut zur Kathasthrophe führenkann
Vor 2 Monaten von Gunhild Rodenhäuser veröffentlicht
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