Jeder hat vor irgendetwas Angst', sagt der Mörder, 'vielleicht keine Phobie im engeren Sinne, aber wenn man nur tief genug gräbt, stellt man fest, dass jeder Mensch sich vor irgendetwas zu Tode fürchtet.' Und mit den Todesängsten seiner Opfer kannte er sich bestens aus. Er wollte, dass sie ihre Todesängste mit allen Sinnen stundenlang durchleben, um dann endlich sterben zu können. Ja, die Presse nannte ihn, ganz zu Recht, den 'Vollstrecker'.
Robert Hunter, der fähigste und erfahrenste Polizist des Morddezernat I des Los Angeles Police Department und sein jüngerer Partner Carlos Garcia, stehen vor einem schier unlösbaren Rätsel. Das Rätsel besteht aus einem enthaupteten katholischen Priester, dessen Schädel der Täter durch einen Hundeköpf ersetzt hatte und einer Frau, die in einen leerstehenden Haus in Malibu vor einem offenen Kamin bei lebendigem Leib 'geröstet' wurde.
Zwei verschiedene Tatorte, zwei verschiedene Tatvorgänge. Haben sie es mit zwei verschiedenen Mördern zu tun? Ein Ritualmord an dem Priester und der Mord an der jungen Frau, eine Tat aus abgrundtiefem Hass?
Dann meldet sich Mollie Woods bei den Detectives. Sie habe, so behauptet sie, den Mord an dem Priester in ihren Visionen gesehen, sie habe den Mord aus der Sicht des Mörders 'erlebt'. Eine Spinnerin? Aber sie wusste Details, die kein Außenstehender kennen konnte.
Mollie ist ein siebzehnjähriges Mädchen, das von Zuhause ausgerissen ist, weil ihr tief religiöser Vater sie seit dem dreizehnten Lebensjahr missbrauchte. Sie fürchtete die Nächte. 'In ihrem Bett in der Dunkelheit ihres Zimmers rollte sie sich ganz klein zusammen und betete, aber kein Gott wollte sie hören. Die beängstigenden Visionen und ihr Nasenbluten begannen mit den nächtlichen Besuchen des Vaters. In ihren Träumen sah sie furchtbare Bilder, mit denen sie nichts anfangen konnte und so bekam sie panische Angst vor dem Einschlafen.' Inzwischen wusste sie, dass sie schlimme Ereignisse voraussehen konnte'
Kann mit ihrer Hilfe der Fall gelöst werden?
Als die beiden Detectives, Hunter und Garcia, sich sicher waren, den richtigen Täter gefasst zu haben, erreicht sie ein Anruf von Mollie: 'Ihr habt den Falschen', schreit sie aufgewühlt durchs Handy, 'der wahre Mörder ist in meiner Wohnung''.
Chris Carters: 'Der Vollstrecker' ist ein Thriller der Extraklasse. Spannung von Anfang bis zum Ende. Kurz und prägnant sind Situationen und Charakteren beschrieben. Vom Autor werden die Anfänge der Folter genau beschrieben ' nie deren Fortgang oder sogar Ende (was auch unerträglich wäre). Erst die Beschreibungen der Tatorte macht das Ausmaß der Bluttaten begreiflich, die nachvollziehbar durch Fachleute der Forensik verständlich erklärt werden.
Es war schon weit nach Mitternacht und ich dachte, beim Lesen dieses Thrillers, ich müsse auch mal zu Bett gehen, aber noch ein Kapitel geht, vielleicht noch eins und noch eins'...und an Schlaf war nicht zu denken.
Wissen Sie, so ein Thriller ist das!