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Der Virtuose. SZ-Bibliothek Band 53
 
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Der Virtuose. SZ-Bibliothek Band 53 [Gebundene Ausgabe]

Margriet de Moor , Helga van Beuningen
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Virtuose
OT De virtuoos OA 1993 DE 1994Form Roman Epoche Moderne
In ihrem historischen Roman Der Virtuose erzählt Margriet de Moor in beeindruckender, zuweilen barock anmutender Sprache die Geschichte einer jungen italienischen Aristokratin, die in ihrer Liebe zu einem gefeierten Sänger die Symbiose von Musik und Liebe als Zustand rauschhaften Glücks erfährt.
Inhalt: Schauplatz des Romans ist das Neapel der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als der barocke Belcanto die Menschen faszinierte. Die ganze Stadt liegt dem jungen Sänger Gasparo Conti zu Füßen. Seine hinreißende, betörende Stimme verdankt er einem medizinischen Eingriff: Er ist Kastrat. Mit seinem Gesang und seinem androgynen Wesen übt er vor allem auf Frauen eine besondere Anziehungskraft aus.
Die Ich-Erzählerin Contessa Carlotta, eine junge, verheiratete Aristokratin und Mutter zweier Töchter, reist für eine Saison nach Neapel, um in die Welt der Musik einzutauchen. Sie hat mit ihrem Mann verabredet, den Winter in der Stadt der Oper zu verbringen, um im Frühling zurückzukehren, schwanger zu werden und den erwünschten Sohn zur Welt zu bringen. Bereits bei ihrem ersten Besuch in der Oper ziehen der Gesang und das Wesen des virtuosen Sängers Conti sie in ihren Bann. Sie erkennt in ihm jenen Jungen wieder, der in ihrem Heimatdorf aufwuchs und in dessen wunderschöne Stimme sie sich schon als Zehnjährige verliebte. Eines Tages war der Junge verschwunden, man munkelte im Dorf von Krankheit und Operation, die Zusammenhänge waren Carlotta jedoch verborgen geblieben. Nun verliebt sie sich in Conti, ja verfällt ihm und wird beherrscht von dem Drang, den Virtuosen zu verführen. Carlotta gewinnt die Zuneigung des Sängers und wird seine Begleiterin. Er erzählt ihr von den Stationen seiner Karriere und weist sie in die Geheimnisse seiner Gesangskunst ein. Sie verleben eine rauschhafte Zeit gemeinsam; Musik, Liebe und Erotik durchdringen sich und versetzen die Contessa in einen überirdischen Zustand. Die leidenschaftliche Liebe hält eine Saison lang, dann wendet sich der Virtuose von Carlotta ab, schenkt seine Gunst einem begabten Schüler, der Abbild seiner selbst ist und dem er schließlich überstürzt nach Rom nachreist. Zwar begleitet Carlotta ihn, doch sie weiß, die Zeit vollkommener Harmonie von Kunst und Leben neigt sich dem Ende zu, ein solches Glück ist nicht zu halten. Sie reist zurück aufs Land zu ihrem Mann und bringt im darauf folgenden Jahr einen Sohn zur Welt. Verstört und fahrig schickt sie sich in ihr Leben und nährt sich von dem Wissen, dass in Gasparos Gesang stets etwas von ihrer Liebe mitklingen wird.
Struktur: Der Roman ist dem Sujet entsprechend komponiert. Vor- und Rückblenden, Perspektivverschiebungen und Stilwechsel geben ihm seinen Rhythmus; die Sprache ist formvoll-endet sowie durch und durch musikalisch. Sie ist zu hören als ein Triumph des Barock, als ein letztes Aufblühen verschwenderischen ›italienischen‹ Stils, bevor die im Roman thematisierte Epochenwende zum einfachen ›französischen‹ Stil der Aufklärung einsetzt und dominiert.
Die Ich-Erzählerin Carlotta schildert das Geschehen im Ton eines tagebuchartigen Berichts, der nur in der Mitte von einem Intermezzo betitelten Kapitel unterbrochen wird. Darin wird aus der Perspektive der Amme Carlottas Ergänzendes zur Geschichte der Familie mitgeteilt und über das Ende des Buchs hinausgegriffen.
Wirkung: In den Niederlanden war Der Virtuose in seinem Erscheinungsjahr das erfolgreichste belletristische Buch. Auch in Deutschland wurde es ein großer Publikumserfolg und von renommierten Kritikern enthusiastisch aufgenommen. R. F. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Süditalien, Anfang des 18. Jahrhunderts: Carlotta stammt aus verarmtem Adel, ihr Vater hat Ländereien und Vermögen verspielt. Sie liebt den Gesang, vor allem, wenn Gasparo Conti seine unvergleichliche Stimme erhebt. Schon als zehnjähriges Mädchen war sie verzaubert, wenn der Elfjährige in der Kirche hres Dorfes nicht weit von Neapel sang: "Überrascht lauschte ich dem leisen Einsatz, dem langen Ton und dem Crescendo, das sich wie ein straffes Seidenband spannte." Eines Tages ist Gasparo verschwunden. Jahre später taucht er als gefeierter Kastrat wieder auf. Carlotta, inzwischen gut verheiratet mit dem Herzog von Rocca d'Evandro, der ihr alle Freiheit lässt, hört ihn im neuen Teatro San Carlo in Neapel und ist nicht nur von seinem atemraubenden Können entzückt, sondern auch von seiner Schönheit: "Groß: eine hochgewachsene Gestalt. Kräftig: Die Jacke mit den bauschigen Ärmeln spannt an der Brust. Voll: Seine Lippen sind noch genauso mädchenhaft und dick, wie ich sie von ganz früher in Erinnerung habe." Sie verführt ihn, dessen ganze Leidenschaft zuerst der Musik und seiner Kunst gilt, und gewinnt ihn ganz. Töne und Berührungen, Kantilenen und Umarmungen, Koloraturen und Küsse gleiten untrennbar ineinander. Dazu die Pracht des amourösen Jahrhunderts: Reiche Gewänder, Essen und Trinken, bunt bemalte Kaleschen, Blicke aufs Meer, Liebeshändel. Im Zentrum aber stehen die Musik und die Liebe, die Oper und ihr strahlender Held, der Carlotta von der Magie des Singens erzählt, von seinen Reisen und von seinem Komponistenfreund Händel in London. Und Carlotta lockt Gasparo immer tiefer in die Geheimnisse des Liebens ...

carpe.com

Als sie ihn eines Abends in einem Theater in Neapel singen hört, erkennt sie die Stimme sofort wieder. Die anderen Besucher sind nur ergriffen, voll des Staunens -- sie jedoch erinnert sich auch noch an diesen Moment in der Kirche, wo sie ihn zum letzten Mal singen gehört hatte.

Kurz danach war er aus dem Dorf verschwunden -- nachdem ihr Vater mit seinem gewürfelt hatte. Der Einsatz war seine Operation. Und nun ist da dieser Mann mit der Stimme eines Engels und der Sexualität eines Kindes; doch sie liebt ihn, und so entsteht eine wundervolle Geschichte zwischen Liebe und Musik, Musik, die man beim Lesen zu hören meint...

Die Begeisterungsstürme, die dem Sänger ihm Buch nachgesagt werden, möchte ich auf diesen kurzen Roman übertragen. Die erzählte Geschichte ist kurz, mit wenigen Worten nacherzählt -- aber das phantastische daran sind vor allem die Schilderungen, wie diese göttliche Musik zustandekommt. Es werden nur wenige Worte darauf verwandt, dem Leser die Zeit, in der die Geschichte spielt, näherzubringen -- und doch meint man schon nach wenigen Zeilen, sich in einer anderen Welt zu befinden. Ein durch und durch sinnliches, herrliches Buch! --Daniela Ecker -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Der Verlag über das Buch

Die junge verheiratete Contessa Carlotta reist für eine Opernsaison nach Neapel und verliebt sich leidenschaftlich in den Sänger Gasparo Conti. Sie gewinnt die Zuneigung des hinreißend schönen Kastraten, der mit seiner Sopranstimme die Zuhörer vollkommen verzaubert. Einen Sommer lang begleitet sie ihn und erlebt rauschhafte Wochen der Musik, der Verführung und des erotischen Raffinements. »Ich bewundere die Holländerin Margriet de Moor … Der Virtuose ist ein Preislied auf die Lust und die Wollust.« Marcel Reich-Ranicki, STERN -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Margriet de Moor, geboren 1941, studierte in Den Haag Gesang und Klavier. Nach einer Karriere als Sängerin, vor allem mit Liedern des 20. Jahrhunderts, studierte sie in Amsterdam Kunstgeschichte und Architektur. Sie veröffentlichte zunächst die Erzählungsbände "Rückenansicht" und "Doppelporträt". Schon ihr erster Roman "Erst grau dann weiß dann blau" wurde ein sensationeller Erfolg und in alle Weltsprachen übersetzt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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