Pressestimmen
In Sainte-Lucie gibt es die ununterscheidbaren Zwillinge Joan und Jean sowie die Ente Bacadette, ein anarchistisch eingestelltes Vieh, das Radioreden des Marschalls Pétain mit einem »breiten flüssigen braunen, schleimigen Entenschiss« kommentiert. […] Aber in diesem Sommer 1942 sind die nur eingebildeten Gefahren der Abenteuerwelt wie durch eine hauchdünne Membran von den tatsächlichen Gefahren der Wirklichkeit getrennt. (Steffen Richter NZZ 19.08.2010)
Ein sehr schöner Text, vibrierend von Emotion und unsagbarem Schmerz. (Télérama)
Ein sehr schöner Text, vibrierend von Emotion und unsagbarem Schmerz. (Télérama)
Kurzbeschreibung
Den Spätsommer des Jahres 1942 verbringen die beiden Kinder Dora und Jacques fern der Eltern in ländlicher Idylle nahe der spanischen Grenze. Sie schaffen sich in ihrem »Wildpark« ein eigenes Reich, spielen mit einer alten Ente »Eierverstecken«, versuchen erfolglos die Zwillinge Jean und Joan auseinander zu halten, lauschen dem katalanisch sprechenden Großvater und lassen sich von zwei jungen Frauen versorgen. Dass die Reise noch weiter über die Pyrenäen ins Exil gehen soll, bleibt den Beiden ebenso unverständlich wie die Gespräche der Erwachsenen und gelegentlich aufgeschnappte Radioberichte. Doch die äußere Bedrohung, der Krieg, die Besatzung sind wie ein inneres Zittern im Text spürbar. In kurzen Sätzen, in einer klaren Sprache, ganz nah an den Emotionen und Ängsten, werden diese leuchtenden Kindheitserinnerungen erzählt.
Über den Autor
Jacques Roubaud, 1932 in Caluaire (Rhône) geboren,lebt als Mathematiker, Dichter und Übersetzer in Paris. Mitglied der Gruppe OULIPO, der auch Raymond Queneau, Georges Perec und Italo Calvino angehörten. 1990 erhielt er den Grand Prix National de Poésie. Im Verlag Klaus Wagenbach sind außerdem lieferbar: »Die schöne Hortense« und »Der verlorene letzte Ball«.