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Der Verschollene: Roman [Taschenbuch]

Franz Kafka , Michael Müller
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1997 315009688X 978-3150096888
„Eine ‚Geschichte‘, die allerdings ins Endlose angelegt ist", nannte Kafka diesen Roman in einem Brief an Felice Bauer vom 11.November 1912. Im selben Brief nannte er auch den Titel des Ganzen: ,Der Verschollene‘ - die einzige authentische Titelformulierung für diesen Roman, der dann später unter dem Titel ,Amerika‘ berühmt wurde ... ,Es ist die erste größere Arbeit‘ - so fügte er hinzu - ,in der ich mich nach 15jähriger bis auf Augenblicke trostloser Plage seit 11/2 Monaten geborgen fühle'. Der damals auf diese Weise vorgestellte Roman erscheint hier so, wie er von Kafka hinterlassen wurde: in der Textgestalt der Handschrift, ohne Normalisierungen oder Modernisierungen - und als Torso. Denn ein Ende, einen definitiven Abschluß, hat ja diese ,ins Endlose angelegte' Geschichte in der Tat nie gefunden..." Jost Schillemeit

„Amerika: das ist hier trotz vieler mit überzeugender Sorgfalt verzeichneter Einzelzüge die Fremde schlechthin. Sie ist überall zu finden, unsere ganze bekannte und gewohnte Welt ist eine einzige Fremde. Karl, der wie Kafka aus Prag stammt und dessen Name dem des Dichters gleich mit K beginnt, müßte nicht nach Amerika rei-sen, um sich in seinem Amerika zu befinden; er ist schon ausgewandert, wenn er ein Hotelzimmer bezieht oder ins Telephon spricht. Aber wo in, wo außer aller Welt ist er zu Hause?
Er wäre in einer Welt zu Hause, in der es gerecht zuginge. Das scheint nicht viel verlangt, und Karl kann auch nicht viel verlangen, denn er ist ein einfacher Bursche, der nicht einmal höhere Schulkenntnisse besitzt und gewiß keine besonderen Ansprüche stellt. Wie gerne nimmt er jede Arbeit auf sich, wie bescheiden ist er im Essen. Nur eben fordert er, töricht genug, daß gerecht und anständig verfahren werde, und genau diese einzige Forderung wird ihm nicht erfüllt, ja seine Existenz scheitert an ihr nahezu überall..." Siegfried Kracauer
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 319 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 315009688X
  • ISBN-13: 978-3150096888
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 9,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 53.456 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Bedrohlich und unheimlich wirkt sie oft, die Prosa Franz Kafkas (geboren 1883 in Prag). Ihre Wirkung scheint dem Wesen des von Selbstzweifeln geplagten Schriftstellers zu entspringen, der sein ganzes Sein immerfort hinterfragte und in ständigem Konflikt mit seinem Vater lebte. Der jüdische Kaufmann hatte Franz veranlasst, Jura zu studieren. Der Sohn arbeitete bis zu seiner Erkrankung an Tuberkulose als Wirtschaftsjurist. Als Schriftsteller erlangte Kafka mit der Erzählung "Das Urteil" erstmals öffentliche Anerkennung. Es folgten Werke wie "Die Verwandlung" und "Der Prozess", die zu den bedeutendsten der Weltliteratur zählen. Der Autor wollte, dass man nach seinem Tod (1924) sein Werk vernichtet. Sein Freund Max Brod entsprach diesem Wunsch nicht.

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Hörspiel, das mit einfachen Effekten, mit Geräuschen und Musik eine beklemmend kafkaeske Stimmung erzeugt, die unter die Haut geht." (kulturtipp) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Werbetext

Kafkas Werke in der Fassung der Handschrift -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein guter Einstieg in Kafkas Welt 12. November 2008
Von G. J. Matthia VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
»Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht. Ihr Arm mit dem Schwert ragte wie neuerdings empor, und um ihre Gestalt wehten die freien Lüfte.«

So beginnt ein Roman, der kein Ende hat. Die Erzählung bricht ab, unvermittelt, weil der Autor nicht dazu gekommen ist, einen Schluss zu verfassen. Er hat das Fragment unvollendet beiseite gelegt. Der Leser wird am Ende des Buches mitten auf der Strecke allein gelassen. Die letzten Sätze:

»Am ersten Tag fuhren sie durch ein hohes Gebirge. Bläulich-schwarze Steinmassen gingen in spitzen Keilen bis an den Zug heran, man beugte sich aus dem Fenster und suchte vergebens ihre Gipfel, dunkle, schmale, zerrissene Täler öffneten sich, man beschrieb mit dem Finger die Richtung, in der sie sich verloren, breite Bergströme kamen, als große Wellen auf dem hügeligen Untergrund eilend und in sich tausend kleine Schaumwellen treibend, sie stürzten sich unter die Brücken, über die der Zug fuhr, und sie waren so nah, daß der Hauch ihrer Kühle das Gesicht erschauern machte.«

Und dann? Und nun? Wohin geht die Reise? Was wartet am Zielbahnhof auf uns? Kommen wir wirklich im Theater in Oklahoma an? Wir werden es von Franz Kafka nicht erfahren, es bleibt uns allerdings unbenommen, mittels unserer Phantasie diese Geschichte fortzusetzen.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bodenlose Bedrückung und Hoffnungslosigkeit 27. September 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
„Willst du dir denn nicht den Aufzug unten ansehn?" sagte sie und schob ihn vor sich an das Geländer. „Weißt du, um was es sich handelt?" hörte sie Karl hinter sich sagen und machte ohne Erfolg eine unwillkürliche Bewegung, um sich ihrem Druck zu entziehn. Traurig sah er auf die Gasse hinunter, als sei dort der Grund seiner Traurigkeit.
Meisterhaft, ja wie kein anderer versteht es Franz Kafka auch in diesem begonnenen Roman den Leser in seinen Bann, in die Tiefen des Irrsinns menschlichen Seins zu ziehen. „Die Geschichte, die ich schreibe...ist allerdings ins Endlose angelegt.", schrieb Kafka sinngemäß einmal über dieses Werk, welches er bereits 1912 begonnen, jedoch nie vollendet hat. Diese Aussage charakterisiert vielleicht wie keine andere die Richtung, welche das Fragment von Anfang an nimmt, das Moment welches dieser Geschichte als zentrales zugrunde liegt. Gerade in der „Fassung der Handschrift" sind allerdings noch Kafkas letzte Arbeiten zu diesem Roman enthalten, welche ihn abrunden und sich auch als ein, wenngleich zwar vorläufiges, Ende lesen lassen. Die Unvollständigkeit des Manuskripts ist daher dabei kein Hindernis bei der Lektüre, und vielleicht wurde es deshalb bereits 1927 von Max Brod mit dem Titel „Amerika" veröffentlicht. Kurt Tucholsky jedenfalls äußerte über diesen Roman: „Am schönsten an diesem Werk ist die tiefe Melancholie, die es durchzieht: hier ist der ganz seltene Fall, daß einer >das Leben nicht versteht< und recht hat.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr dicht geschriebener, packender Roman ! 5. März 2008
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Kafka erzählt die Geschichte des sechzehnjährigen Karl Roßmann. Dieser wird von seinen Eltern dazu angehalten zu Beginn des letzten Jahrhunderts in die USA auszuwandern, nachdem ihn eine ältere Hausangestellte verführt hat und daraufhin schwanger geworden ist. In Amerika angekommen wird er alsbald mit den übergroßen Erwartungshaltungen Dritter, wie auch den drastischen Folgen, wenn er diese nicht zu deren Zufriedenheit erfüllt, konfrontiert. So geht sein reicher Onkel, bei dem er vorübergehend Unterschlupf findet, ebenso unbarmherzig mit Karl um, wie später dann zwei Tagelöhner, die sich als seine Kumpane aufspielen, sich gleichwohl aber ungeniert seiner Habe und anschließend gar seiner Arbeitskraft bemächtigen. Der gutwillige, naive Karl wird, wo immer auch er sich aufhält, unfair behandelt, gnadenlos ausgenutzt und fallen gelassen. Als Liftjunge in einem gut besuchten Hotel ergeht es ihm nicht viel besser, wie später als versklavter Diener einer heruntergekommenen , selbstsüchtigen Opernsängerin. Obgleich er immerfort als " Mittel" für die eigennützigen Zwecke anderer eingesetzt wird, stellt dieser stets hilfsbereite junge Mann das niederträchtige Verhalten seiner Gegenüber nicht in Frage, sondern ist bemüht vernünftige Argumente zu finden, um deren Tun auf irgend eine Weise zu exkulpieren. Karl erscheint als einer der wenigen feinen Menschen unter einer Herde egoistischer Rohlinge.
Dieser Roman Kafkas ist ein Fragment.
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Die neuesten Kundenrezensionen
2.0 von 5 Sternen Schrecklich
Wir mussten das Buch für die Schule kaufen.
Lesen lässt es sich gut, aber die Charakterentwicklung, Storieline usw ist einfach viel zu "brüchig". Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Wladislav Cugunov veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Es ist ein extrem gekürztes Hörspiel!
Ich bin sehe von diesem "Hörbuch" enttäuscht!
Zum einen ist das gar mein Hörbuch, sondern ein Hörspiel! Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von grossmaul veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Gutes Buch
Der junge Karl kämpft sich in einer fremden Welt durchs Leben, das Leben kann für einen kleinen Jungen sehr schwer sein.......
Vor 6 Monaten von miki veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnetes Buch für Kafka-Neulinge und Liebhaber
Der Verschollen - auch unter dem Namen 'America' bekannt geworden - ist wie die meisten Roman von Franz Kafka nur ein Fragment; leider wurde er nie fertiggestellt. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Daniel veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Homo homini lupus
Manchmal erweist es sich als äußerst segensreich, wenn Nachlaßverwalter einen Wunsch des Verstorbenen ignorieren. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Borux veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Mein erster Kafka ...
Ich wollte schon immer mal Franz Kafka lesen. Durch die ebooks von Amazon bin ich dazu gekommen und weil ich sie mir auf mein Tablet geladen habe. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Wilfried veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen exzellent !
Wie immer ein Meisterwerk der Sprache und der Psychologie. Eine hervorragende Darstellung des amerikanischen Lebensumfeldes in dieser Zeit, obwohl Kafka niemals in Amerika war.
Vor 16 Monaten von Guenter Kraus veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnet!
eil mangelt. Aber es ist ein Wunder, weil man den Eindruck hat, der Autor Amerika besucht habe, aber er hatte in die ersten Jahren des neunzehnten Jahrhundert etwas über... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von L. Klinkon veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen .....das hörspiel von swr2: dunkle klangwelt in amerika
Eines vorne weg: Kafkas Fragment DER VERSCHOLLENE ist von seinen drei großen Romanfragmenten das Unterhaltsamste. Man bedauert es hier noch stärker (als z.B. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von J. Fromholzer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen sehr realistisch, atemlos und amüsant
Habe mir dieses Buch von Kafka auf Empfehlung von seiten der Uni gekauft und kannte bisher nur die Kafka Erzählungen, das Schloss , die Verwandlung und die Briefe. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Katzenmama veröffentlicht
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