Eines vorweg das Buch ist gut, sehr gut vielleicht, gibt es doch nicht ausreichend Literatur, die sich mit dem Tot des eigenen Haustieres auf dieser emotionalen Ebene beschäftigt und nähert. Möchte man es dennoch lesen? Eigentlich nein. Trotzdem habe ich es gelesen, und vielleicht bin ich dafür mit einem interessanten, gut lesbaren Buch belohnt worden.
Ein Buch über den Abschied und Verlust des geliebten Vierbeiners ist für den Hundehalter, der einen Welpen oder jungen Hund in sein Leben gelassen hat, sehr weit weg und damit vermutlich auch aus dem Sinn. Dennoch möchte ich dieses Buch empfehlen, versteht es sich doch nicht als ausschließlich trauriges Geschichtenbuch, sondern auch als Ratgeber und Informationsweg.
Was mache ich mit dem verstorbenen Tier? Was passiert beim Einschläfern? Ist es richtig oder falsch mit der Erkenntnis, dass es kaum richtig oder falsch geben kann und das die Zeit nicht alle Wunden heilt? Was aber sage ich meinem Kind? Wie helfe ich ihm über diesen Verlust hinweg, obwohl ich selber trauere?
Fragen, denen man sich zu Lebzeiten des quietschfidelen Hundes, oder einer Katze nicht stellen möchte. Fragen, die aber im akuten Fall gerne unüberlegt und ohne Vorbereitung entschieden werden, weil einfach die Zeit fehlt.
Hier gibt das Buch schöne und durchführbare Ideen wie z. B. die Erinnerungskiste an die Hand, um solche Trennungen für sich und das Tier würdevoll gestalten zu können, abgerundet mit einem Adressverzeichnis von Kleintierkrematorien und Friedhöfen, die zu dem Infoteil eines solchen Buches dazugehören.
Die Geschichten rund um den Verlust des eigenen Tieres bewegen sehr, hat man sie doch in ähnlicher Form unter Umständen selber erlebt. Und sie trösten auf ihre Weise, sei es auch nur, weil man beim Lesen nicht das Gefühl bekommt, alleine und völlig abwegig mit seinen Gedanken und seiner Trauer zu sein.
Besonders haben mir die Passagen über die trauernden Wölfe gefallen und über das Team Wolfsforscher,das sich aufmacht einer toten Wölfin zu gedenken.
Wie anders soll man mit einem Thema wie diesem umgehen, wenn man nicht in der Lage ist, starke Bilder zu zeichnen, die man sich selber und seinem Tier wünscht und an denen man sich ein Stück weit aufrichten kann? Eine wissenschaftliche Abhandlung hätte ich nicht lesen wollen, da es mir nicht um den biologischen Prozess des Sterbens gegangen ist, sondern um die menschliche Seite, die mir hilft meine Trauer zu verstehen, loslassen zu können und zu wissen, dass es OK ist