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Der Verleger - Der Fall Axel Springer
 
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Der Verleger - Der Fall Axel Springer [Taschenbuch]

Michael Jürgs
1.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Einmal Außenminister spielen -- das wär doch was. So dachte auch Springer. Als Adenauer die Wiedervereinigung vergeigte, flog der Zeitungszar halt selbst nach Moskau. Er wollte mit dem Zarennachfolger Chruschtschow verhandeln -- und durfte tatsächlich mit dem Weltmachtführer sprechen.

Das Ergebnis ist bekannt. Der Hamburger hat zwar Deutschland verändert, aber die Wiedervereinigung konnte er nicht höchstpersönlich herbeizaubern. Kaum jemand weiß, woran das lag: an den Sternen -- und an ein paar Stunden Zeitverschiebung. Das dachte jedenfalls Axel Caesar Springer, dessen Caesar nicht vom gleichnamigen Imperator stammt, sondern von einem Dichter, den seine Mutter mochte: Caesar Flaischlen ("Hab' Sonne im Herzen").

Wenn große Dinge anstanden, ließ sich Springer ein Horoskop erstellen. Auch vor seiner Moskaureise. Nur hatte der Astrologe vergessen, die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und dem Sowjetreich zu kalkulieren. Deshalb war das Horoskop wertlos, und deshalb misslang das Gipfeltreffen. So dachte Springer.

Die Moskau-Anekdote in diesem Buch ist bizarr, aber typisch für das Leben der deutschen Verlegerlegende. Einerseits mächtiger Medienmagnat -- andererseits ein mächtig schräger Vogel. Auf Letzteres richtet dieses Buch sein Augenmerk und amüsiert so den Leser. Den schwierigen, weil so vielschichtigen Fall Axel Springer löst der Autor mit einem saftigen, sehr persönlichen Porträt.

Was in Springer-Zeitungen unter der Rubrik "Vermischtes" steht, läuft hier über fast jede Seite eines bunten Buchs. Macht nichts, dass es schon sechs Jahre alt ist. Denn so viele Storys über den spleenigen Springer konnte seither niemand mehr sammeln. Autor Jürgs ist ein Topjournalist, Ex-Chefredakteur von stern und Tempo -- und ein exzellenter Spürhund.

Den zehnten Todestag von Springer wartete er ab, dann nahm er die Fährte des missionarischen Verlegers auf. Er fand die spannenden Spuren einer faszinierend zwiespältigen Person. Mit Bild die mächtigste Zeitung Deutschlands gegründet -- doch, so sagte Springer, "ich leide wie ein Hund darunter".

Sein erstes Druckwerk nach dem Krieg war ein Kalender: "Besinnung. Ewige Worte der Menschlichkeit." Konservative Produkte auf der einen Seite, mit denen er Terroropfer und Hassfigur einer ganzen Generation wurde ("Enteignet Springer!") -- aber im Privatleben ein Playboy: fünf Ehefrauen, unzählige Geliebte und Kurtisanen.

Wie bekam der Autor seine teilweise extrem intimen Informationen? Er befragte Medienleute, und die schwatzen besonders gerne. Doch Medienleute wissen auch besonders gut, wie viel Ärger das bringen kann, wenn es gedruckt wird. Deshalb wollten viele anonym bleiben.

Aufgrund der vielen ungenannten Quellen wirkt das Buch streckenweise wie aus der Rubrik "Klatsch und Tratsch". Wer aber keine trockene und tief greifende medienpolitische Analyse erwartet, sondern eine bunte Biografie, der wird dieses Buch lieben. --Frank Rosenbauer

Kurzbeschreibung

"Der Verleger. Der Fall Axel Springer" erzählt das Leben eines Mannes, der in kein Klischee paßte: Die Biographie des deutschen Pressezaren ist nicht nur eine Geschichte von Erfolg und Macht, Traum und Wahn, Liebe und Haß. Sie spiegelt auch die politische Geschichte der Bundesrepublik wider nach der Befreiung vom Faschismus und in den Jahren des kalten Krieges.

Über den Autor

Michael Jürgs, geboren 1945, studierte Politische Wissenschaften, Germanistik und Geschichte. Seit über 30 Jahren ist er Journalist. Unter anderem war er Feuilletonchef der Münchner Abendzeitung und später Chefredakteur von stern und Tempo. Er ist Autor mehrerer Bestseller, die zum Teil auch verfilmt wurden.
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