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Der Vatikan und Hitler: Die geheimen Archive
 
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Der Vatikan und Hitler: Die geheimen Archive [Taschenbuch]

Peter Godman
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Knaur TB; Auflage: 1 (1. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426778106
  • ISBN-13: 978-3426778104
  • Originaltitel: Hitler and the Holy Office
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 686.497 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Godman
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Schon bevor das Heilige Offizium 1998 seine bis dahin geheimen Archive erstmals für die Forschung öffnete, hatte Peter Godman darin seit einiger Zeit recherchieren dürfen. Herausgekommen bei seinem vatikanischen Aktenstudium war damals eine ausgesprochen interessante Arbeit über die Geschichte der kirchlichen Zensur (Die geheime Inquisition). Für sein neues Buch Der Vatikan und Hitler hat sich der Autor ein weiteres Mal in zuvor verschlossenen Abteilungen des Kirchenarchivs umgetan und hat die Akten durchforstet, die die Zeit von 1933 bis 1939 betreffen.

Zu dieser Zeit war der 1939 zum Papst (Pius XII.) gewählte Eugenio Pacelli als Kardinalstaatssekretär bereits einer der führenden Köpfe im Vatikan. Und gegen ihn richtete sich später vor allem die Kritik, die man an der Kirche wegen ihrer zögerlichen Haltung gegenüber den Nationalsozialisten übte; so etwa Rolf Hochhuth in seinem Aufsehen erregenden Theaterstück Der Stellverteter. Die Kirche, und das heißt insbesondere Pacelli, hätte zur Politik der Nazis nicht nur geschwiegen, sondern sich gar mit Hitler arrangiert, lautet das bis heute weit verbreitete Urteil. Für dessen Begründung verweist man immer wieder auf das federführend von Pacelli mit den Nationalsozialisten ausgehandelte Konkordat von 1933.

Doch ganz so einfach dürfe man sich die Sache nicht machen, meint Peter Godman. Tatsächlich habe der Vatikan zwar eine eher vorsichtige Politik der diplomatischen Nadelstiche gegen die Nationalsozialisten betrieben und den offenen machtpolitischen Schlagabtausch vermieden. Doch dies aus taktisch durchaus guten Gründen. Auch dass sich Pius XI. gegen die Veröffentlichung der ihm vom Heiligen Offizium 1936 vorgelegten Verurteilung der Nationalsozialisten entschlossen habe, rechtfertigt Godman mit Hinweis auf die Konsequenzen, die die Kirche andernfalls zu gewärtigen gehabt hätte, zumal man mit dieser Schrift außer dem Nationalsozialismus auch den anderen totalitären Irrlehren der Zeit offen seine Feindschaft erklärt hätte.

"Wir wissen", schreibt Godman, "dass Goebbels und Hitler Pläne hatten, die katholische Kirche zu vernichten." Und etwas anderes gibt der Autor ebenfalls nicht ohne Recht zu bedenken: Hätten sich die deutschen Katholiken denn einer Verurteilung der Nationalsozialisten überhaupt angeschlossen? "Alle Hinweise aus Berlin und anderswo haben dagegen gesprochen. Der Vatikan glaubte, dass die deutschen Katholiken hinter Hitler standen." -- Zu welchem Urteil man selbst am Ende auch kommen mag: Godmans Buch ist zweifellos ein wichtiger Beitrag zur Klärung der Frage nach der Schuld, welche die katholische Kirche auf sich geladen haben mag oder nicht. --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Ruhr-Nachrichten, 20.02.2004

Godman hat einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über das Verhältnis des Vatikans zu den Nazis vorgelegt, der sicherlich die Kenntnisse über die Vorgänge vertiefen hilft. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die geheimen Archive 20. April 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Vor Beginn des 2. Weltkrieges hat sich der Vatikan nicht öffentlich zu Hitlers Aktionen geäußert. Vielerorts wurde dieses Schweigen als Zustimmung zum Nationalsozialismus gedeutet.
Godman versucht mit diesem Buch, die wahre Einstellung der katholischen Kirche zu den Themen Rassismus, Totalitarismus und Nationalismus anhand bis vor kurzem unveröffentlichter schriftlicher Unterlagen aus den Archiven der Inquisition darzulegen.

Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass das zwischen dem Vatikan und Hitlers Regierung im Jahr 1933 abgeschlossene Konkordat weniger aufgrund von Zustimmung zum Nationalsozialismus entstanden ist, sondern vielmehr aus der Angst des Vatikans vor der Macht Hitlers herausgegangen ist, der Befürchtung, dass die katholische Kirche ihren Stellenwert verlieren könnte und eine offen ausgesprochene „Anti-Hitler-Stellungnahme" als Kriegserklärung gegen Deutschland verstanden werden könnte.

Obwohl zu Beginn des Nationalsozialismus einige Stimmen laut wurden und den damaligen Papst Pius XI. auf die Gefahren, die von Deutschland ausgingen, aufmerksam gemacht haben, gab es weiterhin keine öffentliche Stellungnahme. In weiterer Folge veranlasste der Papst jedoch intensive Recherchen zum Thema Nationalsozialismus und Hitlers Lehren, deren Ergebnisse die katholische Kirche aufhorchen ließen und ein Bewusstsein für die Gefährlichkeit schafften. Trotzdem vertrat die Kirche offiziell weiterhin keine deutliche Gegenposition. Auch die 1937 veröffentlichte Enzyklika machte die Einstellung der Kirche - trotz der negativen Reaktion Deutschlands darauf - nur in äußerst abgeschwächter Form deutlich.

Makaber ist vor allem die Tatsache, dass sich die katholische Kirche zu Beginn der Vormachtstellung Hitlers statt mit dem Nationalsozialismus intensiv mit dem Nudismus auseinander setzte - den sie schwer verurteilte - , obwohl diese beiden „Probleme" kaum miteinander vergleichbar sind.

Das Buch zeigt auf, dass den Kirchenmitgliedern durchaus bewusst war, was Hitler in Deutschland anrichten kann (und dann in weiterer Folge auch umsetzte), dass den zuständigen (v.a. dem Papst) jedoch der Mut und die Courage fehlten, um zu einem Gegenschlag auszuholen. Wichtig war ihnen all die Zeit die eigene Sicherheit, der nach außen hin zur Schau gestellte „Frieden" innerhalb der katholischen Kirche.

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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein Licht auf das Dunkel 16. März 2006
Format:Taschenbuch
Es gibt Bücher, die durch ihre Titel hohe Erwartungen wecken. Godmans "Der Vatikan und Hitler: Die geheimen Archive" ist ein solches Buch. Jedoch dürfte es die Erwartungen vieler Leser enttäuschen. Denn wer sich aus den "geheimen Archiven" endlich Auskunft über das Verhalten Eugenio Pacellis (Papst Pius XII)in Bezug auf die Judendeportationen aus Rom im Jahr 1943 erhofft, wird zum Schluß des Werkes mit einigen nichtssagenden Bemerkungen über Zurückhaltung und Risikoscheu der beiden Oberhirten, Papst Pius XI und Pius XII, abgespeist. Die umstrittene These des Dramatikers Rolf Hochhuth zum moralischen Versagen von Pacelli wird nicht näher behandlelt. Wer an der Klärung dieser Frage nicht besonders interessiert ist, findet freilich reiches Hintergrundmaterial zur Politik des Vatikans gegenüber Nazi-Deutschland. Das aber bieten etliche andere Bücher (ohne Rückgriff auf die geheimen Archiven)auch.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wie der Vatikan in der 30er/40er Jahren tatsächlich zu Hitler und dessen Naziideen stand ist noch weitgehend ungeklärt. Anhand von bisher geheim gehaltenen Unterlagen untersucht Peter Godman diese Frage und zeichnet auf sehr interessante und informative Weise einen unrühmlichen Teil der Geschichte des Vatikans nach. Godman betreibt detaillierte Archivarbeit, um ein möglichst differenziertes Bild zu geben und um zu zeigen, dass es nicht „den Vatikan" gab, sondern unterschiedliche Positionen und Interessen. Ohne das Schweigen des Papstes und sein Versäumnis, Hitler und den Nationalsozialismus offiziell anzuprangern, entschuldigen zu wollen, wendet sich Godman mit diesem Buch auch ausdrücklich gegen vereinfachende Anschuldigungen (von z.B. Daniel Goldhagen), die pauschal von einem antisemitischen Vatikan sprechen, der mit Hitler sympathisiert habe. Damit wirft er ein neues Licht auf die Kirche und ihre Position im dritten Reich. Ein sehr lesenwertes Stück Geschichte.
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