Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Vater eines Mörders: Texte und Interpretationen
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Der Vater eines Mörders: Texte und Interpretationen [Taschenbuch]

Alfred Andersch , Karl Hotz
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Sondereinband EUR 9,99  
Taschenbuch --  
Taschenbuch, 2001 --  
Audio CD, Audiobook EUR 19,90  
Unbekannter Einband --  
Hörbuch-Download, Ungekürzte Ausgabe EUR 10,95 oder EUR 0,00 im Probeabo von Audible.de

Hinweise und Aktionen

  • Schulbücher & Lernhilfen
    Schnell finden und einfach bestellen. Ob Schulbücher, Lektüren, Lernhilfen oder Sprachlernmaterialien: Alle Bücher rund um die Schule finden Sie im großen Schulbuch & Lernhilfen-Special. Natürlich versandkostenfrei.

Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen


Produktinformation

  • Taschenbuch: 127 Seiten
  • Verlag: Buchner (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3766143522
  • ISBN-13: 978-3766143525
  • Größe und/oder Gewicht: 20,1 x 12,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 647.895 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über die Autoren

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Schulgeschichten -- wer denkt da nicht sofort an den Schöler Pfeiffer aus der Feuerzangenbowle, oder an Hansi Kraus mit seinem unbeschwerten Leben im Internat, zwischen Schlagermusik und schönen Mädchen. Alfred Andersch sicherlich nicht.

In der autobiographischen Erzählung Der Vater eines Mörders erlebt der junge Andersch eine schicksalhafte Schulstunde. Sein Schuldirektor, Vater des Reichsführers der SS Heinrich Himmler, nach Andersch der „größte Vernichter menschlichen Lebens", inspiziert überraschend den Griechischunterricht. Im Laufe dieser Schulstunde gerät auch Andersch in das Kreuzfeuer des alten Himmlers. Vor der gesamten Klasse werden nicht nur seine kaum vorhandenen Kenntnisse der griechischen Grammatik bis ins kleinste seziert und als der Schule unwürdig empfunden. Der auf seine humanistische Bildung stolze Rektor läßt es sich auch nicht nehmen, ihn als kleinbürgerlichen, faulen Versager zu diffamieren. Das Ende der Schulstunde ist auch gleichzeitig das Ende der schulischen Laufbahn von Alfred Andersch, der Schule verwiesen vom Vater eines Mörders.

„Wie will einer denn Schriftsteller werden, wenn er sich nicht für die Grammatik interessiert?", kommentiert der Rektor Anderschs Berufswunsch. Dessen Gesamtwerk beantwortet diese Frage auf eindrucksvolle Weise. Daß es ihm in seinen autobiographischen Erzählungen nicht nur um seine Person geht, sondern vielmehr um die herrschenden politischen und zeitgeschichtlichen Ereignisse, ist besonders eindringlich in diesem letzten Prosastück spürbar. Andersch sah das Schreiben immer als gesellschaftliches Engagement und so ist seine letzte Erzählung, die er todkrank zwischen Dialyse und Schreibtisch vollendete, ein historisches Dokument über die Stimmung in Deutschland kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Posthum hat uns Alfred Andersch mit Der Vater eines Mörders eine atmosphärisch dichte, bewegende und beklemmende Erzählung hinterlassen, die mit ihrer Darstellung von Autorität, Macht und Bestrafung zutiefst deutsch ist.

Wer seine eigene Schullaufbahn ähnlich abrupt wie Andersch beenden mußte und deshalb nicht in den Genuß dieses Meisterwerkes kam, dem sei es hier, zusammen mit der erfreulich guten Verfilmung mit Hans Korte als Schulrektor, wärmstens empfohlen. --Andreas Kerschner -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

Kurzbeschreibung

Mit der Figur des Franz Kien erzählt der Autor exemplarisch anhand einer einzigen griechischen Unterrichtsstunde seine eigene Schulgeschichte. Als er durch die Prüfung fällt, muß er das humanistische Gymnasium verlassen. Aber seine persönlichen Erfahrungen sind mit der deutschen Geschichte verknüpft. Sein verhasster Oberstudiendirektor Himmler, der ausnahmensweise den Unterricht hält, ist der Vater des Nazi-Verbrechers Heinrich Himmler.
Der interessante und lebendig erzählte Roman wurde 1985 von Carl-Heinz Caspari mit Hans Korte in der Hauptrolle verfilmt.
"... Eine herausfordernd authentische Erzählung. Eine Schulgeschichte, die den Lesern noch immer etwas über sich selbst sagt. Weil sie etwas sagt darüber, wie es zu Hitler und Himmler kommen konnte." Heinrich Vormweg/Hessischer Rundfunk
"Eine persönliche Geschichte, die dennoch von unser aller Vergangenheit handelt, ein erzählerisch raffiniert gesteigertes Miniaturdrama auf engstem Raum und in kürzester Zeit, wird zur paradigmatischen Erzählung der autoritären Machtentfaltung und -ausübung eines `großen Schulmannes`." Wolfram Schütte/Lesezeichen
"Ein meisterhafter Text, ein konzentriertes, dramatisches, spannendes Prosa-Stück." Joachim Kaiser/Süddeutsche Zeitung, München
"An extremely intense, artful, absorbing prose masterpiece." (Der Spiegel)
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Äußerst beklemmend 2. Oktober 2004
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Alfred Andersch hat in dieser autobiographischen Novelle das Ende seiner Schullaufbahn geschildert. Andersch, in der Erzählung Kien, wird im Mai 1928 in griechischer Grammatik geprüft - von seinem Direktor, dem Vater von Heinrich Himmler, dem späteren Reichsführer SS.

Dieses Buch besticht aufgrund von zwei Faktoren: zum einen schreibt Andersch einen glänzenden Stil. Ähnlich wie in Thorbergs: "Der Schüler Gerber" wird hier ein Schulalltag vorgeführt, der in Deutschland leider lange gang und gäbe gewesen ist. Schüler und Lehrer hatten kein kameradschaftliches Verhältnis, sondern obrigkeitsstaatliches Denken und Untertanenmentalität zeigen sich bereits in der Schule. Dem Direktor geht es nicht um Pädagogik, sondern er hat von Anfang an das Ziel, den ihm unbequemen Schüler von der Schule zu verweisen.

Der zweite Aspekt ist jedoch ein tiefergehender: dieser humanistisch gebildete, strenge Direktor ist Vater Heinrich Himmlers, eines bestialischen Massenmörders, der allerdings im Privaten, wenn man Joachim Fests Studie: "Das Gesicht des Dritten Reiches" folgt, im Privaten durch äußerste Pedanz und Spießigkeit aufgefallen ist. Wie kann - so fragte ich mich - ein Humanist einen solchen Sohn "zeugen"? Aber ist der Vater, der Direktor, ein Humanist? Nein, er ist - dies macht die Erzählung leider erschreckend deutlich - eigentlich ein Sadist, jemand, der mit Absicht den Schüler quält und diesen sein "Gesicht" verlieren lässt - insbesondere die Fragen nach den familiären Verhältnissen des Schülers machen dies deutlich.

Ich habe neben dem Buch den - hervorragenden - Film im Fernsehen gesehen. Selten hat mich ein Buch so gefesselt und "nicht mehr losgelassen". Mir ging es so: ich dachte, wie gut, dass es heute andere Schulverhältnisse gibt, dass das Lernen lockerer, leichter und besser geworden ist. Das Buch regt auch zum Nachdenken darüber an, inwieweit ein menschenverachtender Drill - und hier sehe ich durchaus auch Parallelen zum Primat des Militärs im Kaiserreich oder auch zwischen dem Direktor und der Figur des Himmelstoß in Remarques: "Im Westen nichts Neues" - Menschenverachtung, Hass und Spießertum hervorbringt. Hat der Direktor des Gymnasiums mit seinem Drill, der "Vater eines Mörders" mit seinem Sohn Heinrich Himmler das "geerntet", was er - angeblich im Geiste des Humanismus - gesäht hat? Diese Frage lässt einen nach dieser Lektüre nicht mehr los. Ein äußerst beeindruckendes Buch.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Sondereinband
Alfred Andersch ist es gelungen dem Leser einen deutlichen Eindruck des Erziehungswesens im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert zu vermitteln und dabei die Sicht eines vierzehnjährigen Schülers zu dokumentieren. Dabei schafft er es überzeugend die Sicht eines ziellosen Minderjährigen auf seinen Direktor und den sich entwickelnden, wenngleich schon weit verbreiteten, Nationalsozialismus zu dokumentieren. Als Vergleich zu dieser Erzählung könnte man den Roman "Der Schüler Gerber" von Friedrich Thorberg heranziehen, der es vermag eine noch bedrückendere Dichte, eines ähnlichen Stoffes, zu erzeugen. Beide Bücher sind zu empfehlen, da sie dem heutigen Leser einen kleinen Einblick in die Traditionen, Strömungen und Entwicklungen dieser Zeit und ihrer Erziehungsweisen geben, die sich fatal bedingen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Leitwolf
Format:Sondereinband
Zunächst ist der Inhalt dieser Erzählung denkbar banal: eine Griechischstunde an einem Münchener Gymnasium Ende der 1920er Jahre. Allerdings schafft es der Autor auf gekonnte Art und Weise aus der Perspektive seines Alteregos Franz Kien eine unterhaltsame und durchaus informative Geschichte zu erzählen. So erfährt man einiges über den aus heutiger Sicht erschreckenden Schulalltag vor nun fast 80 Jahren und bekommt in vielen Nuancen die gesellschaftlichen Verhältnisse jener Zeit nähergebracht.

Eine der Hauptfragen, die der Autor jedoch bewusst offen lässt ist, wie sich aus dem Sohn des Leiters eines humanistischen Gymnasiums einer der schlimmsten Verbrecher des 20. Jahrhunderts entwickeln konnte.

Sicherlich, die Art und Weise der Erzählung dürfte nicht jedermanns Sache sein, der Autor verwendet einen äußerst parataktischen Satzbau und da man das Geschehen alleine aus der Sicht Franz Kiens erzählt bekommt finden sich auch teilweise viele dialektische Einflüsse und Unkorrektheiten in der Sprache. So hat es Franz nicht sonderlich mit Genitiven, er benutzt lieber ein "dem sein" anstatt "dessen", was mich persönlich aber nicht sonderlich stört, da die Erzählung auf diese Weise an Authentizität gewinnt. Auch ergeht sich der Autor gerne in relativ langen beschreibenden Passagen, die aber ebenfalls stark zu der sehr guten Atmosphäre beitragen.

Da man das Buch im Normalfall in 2-3 Stunden durch hat, ist es die ideale Lektüre für einen Nachmittag bzw. Abend.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Konzentrationsschwäche/7.Kl... Buchempfehlung ? 15 Vor 17 Tagen
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar