Vielleicht liest man das Buch unvoreingenommener, wenn man noch nichts von Susanne Fröhlich kennt. Doch wer ihre locker-leichten, witzigen anderen Bücher („Moppel-Ich", „Frisch gepresst", „Jeder Fisch ist schön..." und mehr) gelesen hat, erwartet vermutlich eine erneute Attacke auf das Zwerchfell - und ist enttäuscht. Es ist ein richtig ernstes Buch: Vater lässt das Baby der Familie fallen, das Baby stirbt, und fortan ist nichts wie früher. Zwischen den Eltern bricht Eiszeit aus - Vater verlässt die Familie und findet dafür den verschollen geglaubten Opa - Mutter entdeckt ihre lesbischen Neigungen - die älteste Tochter lässt sich zu den Zeugen Jehovas bekehren.... Erzählt wird aus Sicht der jüngsten Tochter (man erfährt weder, wie sie heißt, noch wie alt sie ist), wie sie den Tod ihres kleinen Bruders empfindet, wie sie mit ihren älteren Schwestern klarkommt, und wie sie das Verhalten ihrer Eltern deutet. Die fiktive Erzählerin dürfte 10 bis 12 Jahre alt sein, doch die Erzählweise ist viel zu „erwachsen" und altklug, um kindgerecht zu wirken. Ab und an kann man zwar über die Situationskomik oder witzige Wortwechsel schmunzeln, aber eigentlich ist alles eher traurig. Man weiß nicht so recht, was Susanne Fröhlich mit diesem Buch erreichen wollte: ihre Leser, wie sonst doch immer, amüsieren und unterhalten? Dazu ist das Thema zu ernst und zu komplex. Oder realistisch aufzeigen, wie der Tod eines Kindes die Familie verändern kann? Auch das ist nicht gelungen.