Live-Gesamt-Aufnahme aus dem Jahr 1980 in Rom, bearbeitete Version von Hans Pfitzner. Ach, es ist wirklich ein Jammer, dass diese künstlerisch hervorragende Interpretation von Marschners Vampyr so unter einer schlampigen Aufnahmetechnik zu leiden hat! Günter Neuhold und sein Orchester (Orchestra Sinfonica E Coro Di Roma Della Radiotelevisione Italiana) sind bestens disponiert und auch bei den Sängerleistungen gibt es eigentlich nur Gutes zu vermelden: Siegmund Nimsgern ist als grandioser, ausdrucksstarker Lord Ruthven mein persönliches Highlight. Sowohl sängerisch als auch darstellerisch eine absolut mitreissende Darbietung. Allein die erste Arie "Ha, welche Lust!" würde den Kauf rechtfertigen. Doch auch Carol Farley als Malwina, Josef Protschka als Aubry und Wolfgang Lenz als Sir Berkley sind große Klasse. In den kleineren Rollen haben die Sänger teilweise recht stark mit der deutschen Sprache zu kämpfen, aber das stört kaum (bei Peter Booms Vampirmeister ist die Artikulation des "t" etwas zum schmunzeln ...). Künstlerisch ist die Aufnahme also äußerst beeindruckend, vielleicht die beste, die momentan auf CD zu haben ist. Dieser Eindruck wird allerdings durch eine indiskutable Aufnahmetechnik getrübt. Meine Kritik bezieht sich dabei gar nicht mal auf den allgemeinen Klang (der ist in Ordnung), sondern auf das Knistern und Knacken, das in unregelmäßigen Abständen immer wieder auftaucht und vor allem beim ersten Hören sehr irritiert, zusätzlich nerven zahlreiche Mikrofon-Sprünge. Mit der Zeit gewöhnt man sich etwas daran, aber es ist mir trotzdem unbegreiflich, wie man sich im Jahr 1980 (!) so eine Schlamperei leisten konnte. Wirklich ärgerlich! Das Booklet enthält lediglich das Libretto, allerdings merkwürdigerweise nur für CD 1 (ob ich hier lediglich ein Mängelexemplar abgekriegt habe, kann ich nicht sagen). Trotz der angebrachten Kritik kann ich diese Aufnahme aufgrund der exzellenten Künstlerleistungen also absolut empfehlen, zumal sie ja sehr günstig zu haben ist.