In diesem Buch geht es um die 17jährige Jessica, deren Leben völlig aus den Fugen gerät, als Lucius, ein Vampir aus Rumänien, plötzlich in ihrem Leben auftaucht. Dieser setzt sie davon in Kenntniss, dass sie bereits seit ihrer Geburt dazu bestimmt ist, seine Frau zu werden und somit zwei starke Vampirclans miteinander zu vereinigen.
Jessica hält anfangs überhaupt nichts von dieser Geschichte, geschweige denn davon, dass er mit Einwilligung ihrer Eltern auch noch bei ihr Zuhause über der Garage einzieht. Seine konstanten Annäherungsversuche, die eher an das 18. Jahrhundert als an die Moderne erinnern, sind dem Umstand, dass sie sich näher kommen, auch nicht wirklich zuträglich.
Jessica schwärmt nämlich eigentlich schon für einen anderen Jungen und erst als das Interesse von Lucius an ihrer Person plötzlich abnimmt, fängt sie ernsthaft an, sich darüber Gedanken zu machen, ob eine Zukunft zwischen den beiden wirklich so schlimm wäre.
Nur dumm, dass Lucius zu diesem Zeitpunkt offenbar Interesse an Faith Crosse, der ersten Cheerleaderin und nicht gerade Jessicas Lieblingsfreundin, gefunden zu haben scheint.
Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch ohne große Erwartungen gekauft habe. Allerdings hat es mich, je weiter ich gelesen habe, immer mehr in seinen Bann gezogen.
Jessica (Ich-Perspektive) ist eine sympathische Protagonistin - ein Mathe-Ass, das gerne an Pferde-Wettkämpfen teilnimmt und Vegetarierin ist. Am Anfang erscheint sie noch etwas jung und pupertär, entwickelt sich dann aber im Laufe der Geschichte zu einer jungen Frau, die weiß, was sie will. Sie ist die letzte Nachfahrin der Dragomirs, eines mächtigen Vampirclans in Rumänien und sollte sie sich weigern Lucius zu heiraten, würde das einen Krieg zwischen ihrem und Lucius Clan beschwören. Manchmal fand ich es etwas schwierig mich mit ihr zu identifizieren, da sie zwar klug und nett ist, aber irgendwie fehlte mir ein bisschen der Pfiff und vielleicht auch die Reife.
Lucius, der extra aus Rumänien angereist ist um sich mit seiner zukünftigen Braut bekannt zu machen und alles Andere als begeistert von ihren Umgangsformen ist, hat mir da fast besser gefallen als Jessica. Er kommt aus einer anderen Welt und benimmt sich ihr gegenüber, als auch seinem gesamten Umfeld anfangs ziemlich arrogant und überheblich. Auch er macht eine charakterliche Entwicklung durch, da er, aufgezogen von seinen strengen Onkeln, die ihn bei Ungehorsam auch körperlich misshandelt haben, nun eine Welt kennen lernt, in der die Menschen freie Entscheidungen treffen können, die ihnen nicht aufgezwungen werden.
Der Pakt bezüglich ihrer Hochzeit zwingt die beiden dazu sich einander anzunähern und während ich zu Beginn den Eindruck hatte, dass es eine etwas oberflächliche Geschichte sein könnte, wurde ich eines Besseren belehrt.
Jessica, die mit ihrem analytischen Verstand nicht verstehen kann, dass es so etwas wie Vampire überhaupt gibt, bleibt ab einem bestimmten Zeitpunkt keine große Wahl mehr als zu akzeptieren, dass nicht alles erklärbar sein muss und Lucius, der seine Gedanken dem Leser durch Briefe an seinen Onkel mitteilt, wird irgendwann bewusst, dass Jessicas Einwilligung zur Hochzeit Gefahren mit sich bringt, von denen er Anfangs nichts geahnt hat.
Insgesamt hat mich dieses Buch sehr gut unterhalten, allerdings mag ich auch einfach Liebesgeschichten :-) Man sollte von der Handlung nicht allzu viel erwarten, sie ist nicht langweilig, aber auch nicht übermäßig mitreißend. Das Ende allerdings hat mich ein wenig enttäuscht, da es, für meinen Geschmack, zu kurz geraten ist. Dafür, dass man vorher hunderte von Seiten durchgelesen hat, hätte ich mehr erwartet.
Kaufempfehlung?
Für Leute, die auch sonst Spaß an Teenie-Romanzen haben: definitiv. Es ist romantisch, gefühlvoll, abwechslungsreich und auch humorvoll.
Jemand, der aber etwas Anspruchsvolleres im Hinblick auf Charaktere und Handlung erwartet (und evtl. auch schon über Mitte zwanzig ist...;-), würde ich eher von dem ja noch relativ teuren Hardcover-Buch abraten.
Es ist eine nette Geschichte und ein schöner Zeitvertreib für zwischendurch, aber nicht die Welt verändernd ;-)