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Der Unvollendete. Das Leben des Joschka Fischer
 
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Der Unvollendete. Das Leben des Joschka Fischer [Englisch] [Gebundene Ausgabe]

Matthias Geis , Bernd Ulrich
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 252 Seiten
  • Verlag: Alexander Fest (2002)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3828601758
  • ISBN-13: 978-3828601758
  • Größe und/oder Gewicht: 24,7 x 17,9 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 94.114 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Matthias Geis
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Halbherzigkeiten sind seine Sache nicht. Wenn Joschka Fischer etwas macht, dann geht er ganz in seiner Rolle auf. Und wenn er von etwas überzeugt ist, entwickelt er enorme Energien, andere auf seinen Weg zu zwingen. Das Problem ist nur, dass er scheinbar von nichts lange überzeugt ist, was ihn nicht weiterbringt. Das hat ihm den Ruf des Opportunisten eingebracht. Dass es sich der Metzgersohn aus der württembergischen Provinz auf seinem windungsreichen Marsch durch die Institutionen vom großen Zampano der linksradikalen Frankfurter Spontiszene zum seriösen Vizekanzler und außenpolitischen Musterknaben moralisch niemals leicht gemacht hat, belegen die Journalisten Matthias Geis (Die Zeit) und Bernd Ulrich (Tagesspiegel). In ihrem Buch mit dem bezeichnenden Titel Der Unvollendete. Das Leben des Joschka Fischer zeichnen sie den Werdegang des Grünen nach.

Vortrefflich illustriert mit einer Fülle teils privater, teils erstmals veröffentlichter Fotos, die oft mehr als tausend Worte sagen, dokumentieren die Autoren die unglaublichen Metamorphosen Fischers. Ihrer Einschätzung nach hat der Spitzenpolitiker wie kaum ein anderer den grünen Widerspruch aus Oppositionsgeist und Machtstreben, den Angriff auf alles Etablierte und zugleich die Sehnsucht danach verkörpert. Es geht ihnen dabei nicht nur um eine weitere Biografie oder gar eine Abrechnung. Davon gibt es bereits mehr als über manch Altgedienten. Geis und Ulrich interessiert vielmehr das Phänomen Fischer. Wie es etwa kommt, dass sich ein Schulabbrecher zum anerkannten Intellektuellen und Ideologen des Klassenkampfes aufschwingen konnte. Wie es einem politisch desorientierten Verlegenheits-Grünen gelang, sich die widerspenstige Anti-Establishment-Partei gefügig zu machen und als Vehikel zur Machtteilhabe zu instrumentalisieren. Oder wie es möglich sein konnte, dass ein enttarnter ehemaliger Polizistenschläger der Liebling der Nation bleiben konnte.

Trotz ihres Hangs zum Psychologisieren ist Matthias Geis und Bernd Ulrich ein rundum spannendes, gut lesbares und auch in seiner Knappheit bestechendes Buch gelungen -- auch auf den Verdacht hin, dass die beiden hier und da ungewollt Fischers mit Leidenschaft betriebener Selbstinszenierung und Legendenbildung aufgesessen sein könnten. --Roland Detsch

Kurzbeschreibung

Die einen sagen, Joschka Fischer sei ein verantwortungsbewusster Rebell, die anderen sehen in ihm den entseelten Machtmenschen.
Die Autoren brechen diese Klischees auf und zeichnen ein neues, unabhängiges Fischer-Bild. Mit Symathie und Distanz zugleich verfolgen sie die Stationen seines Lebens und porträtieren einen Menschen und Politiker, der sich vor allem in einem treu geblieben ist: im ständigen Wandel.

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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Die Nobilität des Umdenkens" erkennen die Autoren Mathhias Geis [ZEIT] und Bernd Ulrich [Tagesspiegel] streckenweise - sind selbst aber nicht ganz frei davon, dieser Beweglichkeit mit Neid, Ressentiment oder eigener falscher Entwicklungsgeschwindigkeit zu begegnen. "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben", hatte Gorbatschow einmal sybellinisch geäußert. Wer zu langsam umdenkt, dem enteilt die Gunst des Joschka Fischer. Das traf nicht nur seine vier bisher verlassenen Frauen, sondern auch politische Mitstreiter, die sein fulminantes Umdenk-Tempo eher für einen Irrweg und nicht für das Voranschreiten des Zeitgeistes halten wollten. Bärbel Höhn, NRW, zum Beispiel - ihren Sprung nach Berlin blockierte Fischer, als sie riskiert hatte, seinen Kosovo-Einsatz-Befehl nicht mittragen zu wollen - dieser Umschwung zum "Pazifisten im Tornado" (was ihm einen Farbbeutelwurf-Treffer einbrachte) war immerhin einer der grundlegendsten Kehrtwendungen bei der Identitäts-Definition der Grünen. Arm in Arm mit Madeleine Albright zerrte Fischer seine störrische Basis in die Akzeptanz des Kriegführens. Ludger Volmer, einst Fundamental-Pazifist, genoss, was es heißt, wenn man brav mitmarschiert, wohin das Kalkül des Macht-Erhalts empfiehlt die Fahne zu hängen: Ludger Volmer wurde für die Aufgabe seiner Positionen mit dem Amt eines Staatsministers im Außenministerium belohnt. Wenn man allerdings gern einmal europäischer Außenminister werden will, empfiehlt es sich, dem Zeitgeist folgend, sich auch einmal wieder bockig gegenüber den dominanten Amerikanern zu zeigen: Beim Irak-Krieg blieb man demonstrativ außen vor. Trotz aller Händeschütteleien mit Condoleezza Rice (falsches Grinsen mit eingeschlossen) ist aber noch fraglich, ob dies die Position Fischers im "alten Europa" stärkt oder schwächt. Die verschnupft reagierende Washingtoner Administration liebäugelt daraufhin nicht gerade damit, Deutschland in den UNO-Sicherheitsrat als ständiges Mitglied einziehen zu lassen, da ist Japan, Irakkriegsteilnehmer, schon favorisierter. So sieht man Fischer wie einen Billard-Spieler herumtesten, was im Marsch durch die diplomatischen Netzwerke voranbringt. Dabei verhaut sich der voranschreitende Zeitgeist auch schon mal. Erstens, wenn er "Bullenklatschen" trainiert wie in den Frankfurter Sponti-Zeiten. Zweitens, wenn er die Brisanz der Ost-Öffnung (Visa-Affäre) unterschätzt, wenn Offenheits-Ideologie sich verdreht zur Chance für Kriminelle. Hier ist der Zeitgeist zuweilen wendiger, ausgekochter und opportunistischer als Fischer. Den naiven Schneckengang zelebriert dann Stresenmanns Enkel höchstselbst. Auch, ob die gewiefte Türkei-Führung eine feste Europa-Einbindung um jeden Preis wert ist, bleibt noch eine Zeitlang sehr fraglich. Es ist zu hoffen, dass Fischer seiner Fähigkeit, einmal indoktrinierte Kurse auch wieder demütig und zuhör-fähig verlassen zu können, auch weiterhin alle Ehre macht. Der text von Mathhias Geis und Bernd Ulrich ist naturgemäß als Buch-Publikation nicht immer auf dem aktuellsten Tages-Nachrichten-Stand - er legt aber recht ordentliche Abschätzungsmaßstäbe im Leser an, was von Fischer in Zukunft noch zu erwarten ist und was nicht. "Fischer sieht sich zuweilen in der Rolle eines Weltklassetenors, der ständig vor einem André-Rieu-Publikum in der Stadthalle von Brilon singen muss..." - soll wohl heißen: Fischer strebt unbeirrt weiter nach Höherem. Was er auf dieser Strecke der nicht von jedermann beherrschten "Nobilität des Umdenkens" am Wegesrand alles hinter sich lässt, kann man zu einem Großteil schon nachlesen in diesem Büchlein "DER UNVOLLENDETE" ...
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