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Bis heute ist die Geschichte des Emporkömmlings Diederich Heßling das wohl erfolgreichste Buch Heinrich Manns. Die ungeheure Popularität der Satire wurde durch die Verfilmung von Wolfgang Staudte mit Werner Peters in der Hauptrolle noch befördert, wie zuvor schon der
Professor Unrat durch die Sternberg-Verfilmung
Der blaue Engel. Heinrich Mann hat im
Untertan pointiert und bissig seiner Abneigung gegen die deutsche Kaiserzeit Ausdruck verliehen und damit seinen Ruf als gesellschaftskritischer Schriftsteller begründet.
Der Untertan in Film und Buch ist der Prototyp des deutschen Bürgers um die Jahrhundertwende. Heinrich Mann beschreibt ihn als "Chauvinisten ohne Mitverantwortung", "Machtanbeter" und "Autoritätsgläubigen wider besseres Wissen". Nach oben buckeln und nach unten treten, lautet die Maxime des Kriechers Heßling -- Opportunismus als Erfolgsprinzip. Auf Reisen in Italien, sieht der Geschäftsmann endlich die Chance gekommen, seinem Herrn und Gebieter Wilhelm II. einen Dienst zu erweisen. Er soll eine Festrede halten; bei einem Gewitter jedoch löst sich alle Ordnung auf -- eine satirische Apokalypse nimmt die Selbstzerstörung des selbstherrlichen Wilhelminismus voraus.
Regisseur Wolfgang Staudte demonstrierte mit seiner Verfilmung die innere Bereitschaft "gewisser Deutscher" um 1900, die über zwei Weltkriege hinweg 1945 zum Zusammenbruch des Landes führte. Für ihn ist Heßling ein Sinnbild des nationalsozialistischen Untertan. Im großen Kehraus der Schlussszene gibt er ihn der Lächerlichkeit preis. Auch formal machte sich Staudte dem geforderten "sozialistischen Realismus" der DEFA-Filme nicht untertan: Statt sich der Einheits-Optik der 1951 stramm propagandistisch arbeitenden Filmfirma zu fügen, setzte er auf Expressivität und experimentelle Montage. Noch heute ein Erlebnis! --Carola Feddersen
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s/w Diederich Heßling ist ein verweichlichtes, autoritätshöriges Kind, das sich vor allem fürchtet. Doch bald schon erkennt er, daß man der Macht dienen muß, wenn man selbst Macht ausüben will. Nach oben buckeln und nach unten treten, wird von nun an seine Lebensmaxime. So macht er seinen Weg als Student in Berlin und später als Geschäftsmann in seiner Papierfabrik in Netzig. Dem Regierungspräsidenten von Wulkow untertänig, weiß er sich dessen Beistand sicher. So denunziert er seinen Konkurrenten und schmiedet ein betrügerisches Komplott mit den korrupierten Sozialdemokraten im Stadtrat. Auf seiner Hochzeitsreise mit der reichen Guste nach Italien bekommt er endlich Gelegenheit, seinem Kaiser einen Dienst zu erweisen. Und schließlich geht sein größter Wunsch in Erfüllung: die Einweihung eines Kaiserdenkmals, bei der er die Festansprache hält - ordengeschmückt. Bis ein Gewitter hereinbricht. Als die Wolken verzogen sind, räumen Trümmerfrauen den Schutt beiseite.
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Diederich Hessling wird als Fabrikanten- und Offizierssohn in die Ära des wilhelminischen deutschen Kaiserreichs hineingeboren und wächst in einer preußischen Provinzstadt - der Inkarnation obrigkeitsergebenen Spießbürgertums - auf. Nach dieser Maxime richtet der Kaiserverehrer sein Leben, das unaufhaltsam auf der Karriereleiter nach oben führt, während sich in Deutschland mehr und mehr der Abgrund auftut.
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Wolfgang Staudte gelang mit der Verfilmung von Heinrich Manns Roman ein cineastisches Meisterwerk, das als Klassiker des deutschen Films gilt. "Der Untertan" zeichnet sich nicht nur durch die exakte Wiedergabe des Kerns der literarischen Vorgabe aus, sondern übersteigert die Figuren in wohldosierter Form, womit Staudte das Wirken und Denken der seinerzeit herrschenden Schicht des Deutschen Reichs treffsicher, sarkastisch und mit drastischer Schwarzweiß-Fotografie auf den Punkt brachte.
Blickpunkt: Film
Berühmtgewordene Staudte-Adaption des Heinrich-Mann-Romans um den zarten Diederich Heßling, dem Kaiser und Vaterland überaus lieb und teuer sind, und der dabei die Menschlichkeit vergißt. - Hochgelobter Klassiker der deutschen Filmgeschichte.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Wolfgang Staudtes bravouröse Verfilmung von Heinrich Manns genialem, gleichnamigen Roman.
Kurzbeschreibung
s/w
Diederich Heßling ist ein verweichlichtes, autoritätshöriges Kind, das sich vor allem fürchtet. Doch bald schon erkennt er, daß man der Macht dienen muß, wenn man selbst Macht ausüben will. Nach oben buckeln und nach unten treten, wird von nun an seine Lebensmaxime. So macht er seinen Weg als Student in Berlin und später als Geschäftsmann in seiner Papierfabrik in Netzig. Dem Regierungspräsidenten von Wulkow untertänig, weiß er sich dessen Beistand sicher. So denunziert er seinen Konkurrenten und schmiedet ein betrügerisches Komplott mit den korrupierten Sozialdemokraten im Stadtrat. Auf seiner Hochzeitsreise mit der reichen Guste nach Italien bekommt er endlich Gelegenheit, seinem Kaiser einen Dienst zu erweisen. Und schließlich geht sein größter Wunsch in Erfüllung: die Einweihung eines Kaiserdenkmals, bei der er die Festansprache hält - ordengeschmückt. Bis ein Gewitter hereinbricht. Als die Wolken verzogen sind, räumen Trümmerfrauen den Schutt beiseite.