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Der Untergang von Eden. Horrorgeschichten
 
 
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Der Untergang von Eden. Horrorgeschichten [Gebundene Ausgabe]

S. P. Somtow , Alfons Winkelmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 252 Seiten
  • Verlag: Festa; Auflage: 1., Aufl. (22. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865520308
  • ISBN-13: 978-3865520302
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.116.234 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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S. P. Somtow
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Fünf böse, SEHR erotische Erzählungen. Limitiert auf 500 Exemplare. Handnummeriert.

Illustriert von Chris Odgers. Vorwort von William Hjortsberg (Autor u.a. von Falling Angel, verfilmt als Angel Heart).

Signiert von S. P. Somtow, Chris Odgers und William Hjortsberg.

Über den Autor

S. P. Somtow, 1952 in Bangkok geboren, wuchs in verschiedenen europäischen Ländern auf und studierte in Großbritannien. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit hat er sich auch als Komponist und Filmregisseur einen Namen gemacht. Seine phantastischen Romane wurden mehrfach preisgekrönt.

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Format:Gebundene Ausgabe
Somtow ist Komponist und Dirigent klassischer Opern. Somtow ist Autor außergewöhnlicher ungewöhnlicher fantastischer (Horror-)Literatur. Somtow trennt diese beiden Berufe (Berufungen) nicht: Somtow kombiniert sie. Was daraus entsteht, ist berauschend, ist atemberaubend, ist unvergleichlich!
"Der Untergang von Eden" (und das klassische Eden, der Garten Gottes, das Paradies, zerbricht tatsächlich, brennt nieder in einem opernreifen Akt des Erwachens, des Erkennens, des betroffenen Erstaunens) ist kein Buch für schwache Nerven! Nicht, dass es derart blutrünstig, abartig oder pornografisch wäre (all das ist es; jedoch nur in wohlgewürztem genussvollem Masse), nein, es räumt mit Mythen auf, mäht alteingesessene, über Generationen vererbte (Wahn)Vorstellungen nieder und lässt Religion (bzw. ReligionEN, bzw. die Dinge, an die wir - vielleicht - glauben) in völlig neuem Licht und Glanz erstrahlen.
"Der Untergang von Eden" ist eine Sammlung von 5 Kurzgeschichten und 9 Sonetten, wobei das erste "Das andere Eden" und das letzte Essay "Der geliebte Jünger" eine Art Rahmenhandlung bilden.
Beginnen wir unseren Rundgang mit Punkt 1: An der Makellosigkeit des Paradieses wird gekratzt. - Stell dir vor: eine Mutter erzählt einem alten Bekannten von ihrem toten Sohn, legt unverblümt alle guten und schlechten Eigenschaften dar, berichtet ebenso distanziert von seinen Streitereien mit dem Stiefvater wie von wundersamen Geistreisen, will damit ein für allemal dem Mythos, der sich dank der Lehren des Bekannten zu verbreiten beginnt, den Riegel vorlegen. Ihr Sohn war seltsam, aufmüpfig, trotzig, sanft, mildtätig, träumerisch, altklug und fanatisch, doch er war nichts besonderes!
Nun...? Der Bekannte (Paulus) verlässt die Mutter (Miriam/Maria) und errichtet um diese Wahrheit herum die wohl bekannteste Legende der Weltgeschichte. Alles nur erstunken und erlogen, im "Stille-Post-Prinzip" zu einem gigantischen Märchen aufgebauscht? Somtow spielt mit seiner Exkommunizierung...
Punkt 2: das Paradies verliert seine Sicherheit. - "Im Schoss der Hummer-Lady" ist romantisch, ist erotisch, ist bööööööse, ist eine Hommage an amerikanische Underground-Comics, X-Factor, Jahrmarkt-Grusel und Ray Bradbury! Es ist eine Liebesgeschichte, ungewöhnlich zwar, doch nichtsdestotrotz eine Love-Story mit (happy?) end. Und... Wer beim letzten Satz nicht unwillkürlich die Luft durch die zusammengebissenen Zähne saugt, der hat nicht wirklich mitgelesen!
Punkt 3: Eden wird von Erdbeben erschüttert. - Kennst du Somtows "Ich bin die Dunkelheit" ("Vampire Junction")? Wenn ja, wirst du das dritte Essay, "Vanille-Blut", lieben! Wenn nicht, wirst du es haben wollen. (Das Buch, nicht das Blut! Oder...?) "Vanille-Blut" ist eine Vampirgeschichte, wie sie nur Somtow schreiben kann: hart, brutal, geil, punkig, blutig, stark! Da es nur direkte Reden gibt, hat mich des öfteren die Versuchung gepackt, man könne ein Hörspiel daraus machen. Da gäbe es nämlich jede Menge zu hören... :o)
Punkt 4: Die Schlange spuckt Feuer, das Paradies brennt. - Ist "Der Vogelfänger" autobiografisch? Es könnte sein. Es würde passen. Es wäre erschreckend. Es wäre irgendwie gut. Es wäre typisch Somtow. Denn auch Serienmörder sind nur Vertriebene vor den Pforten.
Punkt 5: Eden - Nede!!! "Der geliebte Jünger" lernt bei einer haidnischen Opferungszeremonie einen Jungen kennen, der unberührt angesichts des Grauens verbrennender Leiber von Liebe spricht und dessen Blut so süß und rein duftet, so verführerisch, dass er das Kind nicht vergessen kann, obwohl sich die Wege trennen. Erst 30 Jahre später treffen sie einander wieder: der Junge nun ein sanft-fanatischer Führer, "der geliebte Jünger", der Engel, unverändert. Unverändert seit Jahrhunderten. Mann und Jünger lieben einander, Mann und Jünger tauschen ihr Blut, Mann wird gekreuzigt, Jünger holt ihn von den Toten zurück, Mann und Jünger begeben sich gemeinsam auf Wanderschaft und Jagd, Mann und Jünger treffen auf Paulus... Ja, genau DER Paulus, der von Miriam die Wahrheit erfahren hatte und seitdem ein falsches Wunder predigend durch die Lande zieht. Der Mann (und jetzt nennen wir ihn der Einfachheit halber beim Namen: "Jesus") ist nicht erfreut über diese Lügen und stellt Paulus beinhart zur Rede.
Das Ende tut weh. Und Eden... gibt es nicht mehr!
Somtows Buch hat nicht 5 Sterne verdient, es bekäme, ginge es nach mir, einen ganzen Sternenhimmel! Aber ich bin nicht die Allgemeinheit. Ich liebe Somtows Worte: ich könnte mich jahrelang in seinen Beschreibungen suhlen und mich ewig, berauscht von Blut und Blasphemien, an seinen Bildern weiden.
"Wolfruf" ist eigentlich brutaler, "Ich bin die Dunkelheit" ist eigentlich abartiger, "Dunkle Engel" ist eigentlich viel schwärzer als "Der Untergang von Eden", doch hier kratzt der Maestro an Stellen des Körpers, an denen eigentlich nicht gekratzt werden sollte. Oder doch...? Juckt es bereits?
Beenden wir meinen Rundgang durch das Paradies mit dem letzten Vers eines Somtow'schen Sonetts, das er bezeichnenderweise einem Serienmörder gewidmet hat: "Before your screaming is forever stilled, I want to hear you beg me to be killed!"
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