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Der Untergang der Titanic: Eine Komödie
 
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Der Untergang der Titanic: Eine Komödie [Gebundene Ausgabe]

Hans Magnus Enzensberger
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 115 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (20. September 1978)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351802762X
  • ISBN-13: 978-3518027622
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Hans Magnus Enzensberger
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der "Untergang der Titanic" ist ein episches Gedicht. Gehandelt wird darin von einer Geschichte, die, obwohl und weil sie jeder kennt, nichts von ihrer Spannung verloren hat. Das Riesenschiff, das Weltwunder und Ungeheuer, das in einer eisigen Nacht des Jahres 1912 versank, war nämlich ein ganz gewöhnlicher Dampfer - und zugleich ein Mythos: Inbegriff des Fortschritts, wie das neunzehnte Jahrhundert ihn verstand und wie das unsrige ihn immer verzweifelter betrieb und über sich ergehen läßt.

In dreiunddreißig Gesängen wird die Katastrophe dargestellt; sie wird erzählt und bewiesen, dokumentiert und bezweifelt, halluziniert und untersucht - mit allen Einzelheiten, mit der Mannschaft und den Passagieren, den Toten und den Überlebenden, der gesellschaftlichen Hierarchie des Schiffs, seiner Architektur, seinen Salongemälden, dem First-Class-Dinner, den Drahtnachrichten, Zeitangaben, Temperaturen und Geräuschen.
Aber dieser Untergang ist nicht nur ein aktenkundiges Unglück aus der Vergangenheit. Als Geisterschiff ist die Titanic immer noch unterwegs. Wie gegenwärtig sie ist, das zeigt sich daran, daß ihr Los sich auch heute noch widerspiegelt in Filmen und Alpträumen, in allen Medien der Phantasie. Enzensbergers Gedicht hat es nicht zuletzt mit dieser imaginären Titanic zu tun, mit dem "Untergang im Kopf".
Zwischen die dramatischen, lyrischen und balladesken "Gesänge" treten Texte, die der Handlung sozusagen äußerlich sind, die sie kommentieren: Bildbeschreibungen, polemische Gedichte, erkenntnistheoretische Modelle, Exkurse und Vergleiche.
Es nimmt wunder, wie hier eine literarische Großform, die in unserer Literatur seit mehr als einem Menschenalter ausgestorben schien, scheinbar mühelos wiederaufgenommen und gerettet wird. Galt nicht das "Versepos" als die unlesbarste undobsoleteste aller Gattungen? Nur bei uns zu Lande; anderswo haben Autoren wie Williams und Majakowskij, Perse und Neruda seine Vitalität auch in diesem Jahrhundert unter Beweis gestellt. Wer will, kann sich davon überzeugen, daß die Angst vor dem sehr langen Gedicht abergläubisch war, daß diese Form nicht nur tragfähig ist, sondern einen eigentümlichen Sog entwickelt, und daß sie den Leser nicht weniger verwickeln und in Bewegung setzen kann als ein Roman.
Noch etwas anderes mag an Enzensbergers Gedicht, unter heutigen Produktionsbedingungen, ungewöhnlich anmuten: Nahezu zehn Jahre lang ist hier ein Autor mit seinem Buch umgegangen. Die Langwierigkeit dieser Arbeit ist nicht spurlos an dem Gedicht vorübergegangen. Begonnen 1969 in Cuba, verlorengegangen, hartnäckig wiederaufgenommen, oft verworfen und immer weiterverfolgt, nimmt es manche Erinnerung an, die Jahre und Orte seiner Entstehung in sich auf. Unter die namenlosen Überlebenden der Katastrophe von damals mischen sich die Überlebenden von heute, und unter ihnen befindet sich einer, der Bericht erstattet. Er versteckt sich, er tritt hervor, und der Schauder ist ihm ebensowenig fremd wie die kaltblütige Analyse. Ein komplizierter Humor wechselt ab mit dem Eingeständnis der Todesangst, und dicht neben dem Liebesgedicht steht das bösartige Potpourri. Einfache Gefühle, aber auch andere, die nicht auf die geläufigen Namen hören wollen. Zuweilen ist es die Wut, aus der die Meditation sich speist, oder das Mitleid äußert sich in der Maske des Zynismus. Keine "korrekte Position" wird hier eingenommen; die Gerechtigkeit der Poesie ist nicht von dieser Art; im Zweifelsfall hält sie es mit denen, die untergehen. Kein einzelnes Moment kann in dieser Komödie von Dauer sein, "weil es die Lebenden sind, die den Toten mit ihrenSchreckensnachrichten in den Ohren liegen". Weil "die Überlebenden nicht müde werden, von Überleben zu fabeln, bis sie es müde sind". Doch auch dann noch, wenn die Feinde gegangen, die Freunde verloren sind, wenn sich Hoffnung und Geduld verbraucht haben, während andere ertrinken, geht das Überleben weiter, heulend und zähneknirschend, und kaum besiegbar.

Über den Autor

Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu geboren und verbrachte seine Kindheit in Nürnberg. Von 1949 bis 1954 studierte er Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und Paris und wurde anschließend promoviert. Heute lebt Enzensberger in München.

 

Zeittafel

1929
Am 11. November Geburt in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu als Sohn eines Postbeamten. Bürgerliches Elternhaus. Drei jüngere Brüder.

1931-1942
Kindheit in Nürnberg.

1942-1945
Luftkrieg; Evakuierung in eine mittelfränkische Kleinstadt. Oberschulen in Gunzenhausen und Oettingen.

1945
"Volkssturm"; danach Dolmetscher und Barmann bei der Royal Air Force. Lebensunterhalt durch Schwarzhandel. Erste literarische Versuche.

1946-1949
Oberschule in Nördlingen. Abitur.

1949-1954
Studium in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und in Paris an der Sorbonne: Literaturwissenschaft, Sprachen u. Philosophie. Drei Jahre Studententheater.

1955
Promotion (Thema: Clemens Brentanos Poetik).

1955-1957
Rundfunkredakteur in Stuttgart (Radio-Essay, bei Alfred Andersch). Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung in Ulm.

1957
Aufenthalt in den Vereinigten Staaten und in Mexiko. Als erste Buchpublikation erscheint der Gedichtband verteidigung der wölfe.

1957-1959
Freier Schriftsteller. Wohnort: Stranda in West-Norwegen.

1959
Ein Jahr in Italien, Wohnort: Lanuvio bei Rom.

1960
Der Gedichtband landessprache und das Museum der modernen Poesie erscheinen. Tätigkeit als Verlagslektor in Frankfurt am Main (bis 1961).

1961
Rückzug auf Tjøme, eine Insel im Oslo-Fjord.

1962
Veröffentlichung der Essaysammlung Einzelheiten.

1963
Büchner-Preis. Erster Aufenthalt in der Sowjet-Union.

1964
Der Gedichtband blindenschrift und die Sammlung Politik und Verbrechen erscheinen. Gastdozentur für Poetik an der Frankfurter Universität (bis 1965).

1965
Erste Südamerika-Reise. Umzug nach West-Berlin. Gründung der Zeitschrift Kursbuch im Suhrkamp Verlag. Herausgabe von Georg Büchner, Ludwig Weidig: Der Hessische Landbote.

1967
Deutschland, Deutschland unter anderm. Äußerungen zur Politik erscheint.
Fellow am Center for Advanced Studies der Wesleyan University, Connecticut, USA.

1968
Aufgabe der Fellowship. Reise in den Fernen Osten.

1968-1969
Längerer Aufenthalt in Kuba.

1970
Wechsel des Kursbuchs zum neu gegründeten Kursbuch Verlag in Berlin. Die Sammlung Freisprüche. Revolutionäre vor Gericht erscheint. Das Verhör von Habana und die Oper El cimarrón (Musik: Hans Werner Henze) werden uraufgeführt.

1971
Arbeit an einem Film für den WDR über den spanischen Anarchisten Buenaventura Durruti.

1972
Veröffentlichung des Romans Der kurze Sommer der Anarchie. Buenaventura Durrutis Leben und Tod.

1973
Die Sammlung Gespräche mit Marx und Engels erscheint.

1974
Veröffentlichung der Essaysammlung Palaver. Politische Überlegungen. Längerer Aufenthalt in New York (bis 1975).

1975
Rückzug aus der Redaktion des Kursbuchs. Mausoleum. Siebenunddreißig Balladen aus der Geschichte des Fortschritts erscheint. Uraufführung der Oper La Cubana (Musik: Hans Werner Henze) in München.

1978
Der Untergang der Titanic. Eine Komödie erscheint.

1979
Umzug nach München. Uraufführung von Der Menschenfeind. Nach Molière in Berlin (Regie: Peter Zadek).

1980
Gründung der Zeitschrift TransAtlantik (zusammen mit Gaston Salvatore). Der Gedichtband Die Furie des Verschwindens erscheint. Der Untergang der Titanic wird in München uraufgeführt (Regie: George Tabori).
Internationaler Preis für Poesie (Struga, Jugoslawien).

1982
Rückzug aus der Redaktion von TransAtlantic. Veröffentlichung der Essaysammlung Politische Brosamen.

1984
Uraufführung des Stücks Der Menschenfreund in Berlin.

1985
Beginn der Herausgabe der Anderen Bibliothek im Greno-Verlag, Nördlingen. Als neunter Band der Reihe erscheint unter dem Pseudonym Andreas Thalmayr Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen.
Verleihung des Heinrich Böll-Preises der Stadt Köln.

1986
Herausgabe von Ludwig Börne und Heinrich Heine: Ein deutsches Zerwürfnis in der Anderen Bibliothek.

1987
Veröffentlichung von Ach Europa! Wahrnehmungen aus sieben Ländern. Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München.

1988
Mittelmaß und Wahn. Gesammelte Zerstreuungen und Requiem für eine romantische Frau. Die Geschichte von Auguste Bußmann und Clemens Brentano werden veröffentlicht.

1989
Wechsel der Anderen Bibliothek zum Eichborn-Verlag, Frankfurt am Main. Veröffentlichung von Der Fliegende Robert. Gedichte, Szenen, Essays.

1990
Uraufführung von Requiem für eine romantische Frau in Kassel. In der Anderen Bibliothek erscheint die Sammlung Europa in Trümmern. Augenzeugenberichte aus den Jahren 1944-1948.

1991
Der Gedichtband Zukunftsmusik erscheint.

1992
Uraufführung von Die Tochter der Luft. Nach dem Spanischen des Calderón de la Barca in Essen (Regie: Hansgünther Heyme). Der Essay Die Große Wanderung erscheint.

1993
Veröffentlichung von Esterhazy. Eine Hasengeschichte (zusammen mit Irene Dische) und Aussichten auf den Bürgerkrieg. Der 100. Band der Anderen Bibliothek erscheint.

1994
Die Sammlung Diderots Schatten. Unterhaltungen, Szenen, Essays erscheint. Uraufführung von Delirium. Ein Dichter-Spektakel in Hamburg (Regie: George Tabori). Kultureller Ehrenpreis der Stadt München.

1995
Veröffentlichung der Gedichtsammlung Kiosk. Uraufführung von The Palace (zusammen mit Irene Dische; Musik: Aulis Sallinen) in Savonlinna.

1996
Uraufführung von Zaide. Eine deutsche Operette (zusammen mit Irene Dische, Musik: Wolfgang Amadeus Mozart) in Berlin. Nieder mit Goethe. Eine Liebeserklärung wird in Weimar uraufgeführt.

1997
Uraufführung von Voltaires Neffe. Eine Fälschung in Diderots Manier in Berlin. Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik. Die Essaysammlung Zickzack und Der Zahlenteufel. Ein Kopfkissenbuch für alle, die Angst vor der Mathematik haben erscheinen.

1998
Der Roman Wo warst du, Robert? erscheint. Verleihung des Heinrich-Heine-Preises der Stadt Düsseldorf.

1999
Veröffentlichung von Leichter als Luft. Moralische Gedichte und Geisterstimmen. Übersetzungen und Imitationen sowie der Sammlung Eine literarische Landkarte.

2000
Mitglied des Ordens "Pour le mérite". Veröffentlichung von Einladung zu einem Poesie-Automaten.

2001
Es erscheinen die Gedichte. 1950 - 2000 mit einer Original-Hörprobe auf CD sowie der Band Hans Magnus Enzensberger. Ein öffentliches Leben. Herausgegeben von Jörg Lau. Verleihung des "Premio Bollati", Italien.

2002
Gedichte aus seinem Gesamtwerk, aus unveröffentlichten Manuskripten und z.T. bislang ungedruckte Aufsätze erscheinen in Die Elixiere der Wissenschaft. Seitenblicke in Poesie und Prosa. Verleihung des Ludwig-Börne-Preises und des Prinz-von-Asturien-Preises, Spanien.

2003
Im März erschienen unter dem Titel Die Geschichte der Wolken 99 Meditationen.
Im Juni wurde der Essayband Nomaden im Regal im Jubiläumsprogramm der edition suhrkamp veröffentlicht.

2004
Zum 75. Geburtstag erscheinen die Dialoge zwischen Unsterblichen, Lebendigen und Toten sowie Natürliche Gedichte, Insel-Bücherei Band 1257.

2006
Schreckens Männer. Versuch über den radikalen Verlierer erscheint als Sonderdruck in der edition suhrkamp. Enzensberger erteilt auf die Frage »Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dem einsamen Amokläufer, der in einem deutschen Gynmasium um sich schießt, und den organisierten Tätern aus dem islamistischen Untergrund?« provokative Antworten.
In seiner Erzählung Josefine und ich verwickelt der Autor eine Frau von konservativer Klasse in eine Beziehung zu einem jungen Ökonomen, dessen Scheingewißheiten an ihrer Persönlichkeit einer harten Prüfung unterzogen werden.
Erneut legt ...


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meisterwerk!!! 13. September 2007
Von F. Glasen
Format:Taschenbuch
Enzensberger hat mit dem "Untergang der Titanic" ein schmales aber grosses Buch vorgelegt.
Der Titelgeschichte dient ihm nur als Aufhänger, als Metapher! In dem Buch werden neben dem "Untergang" mehrere Stränge parallel verfolgt (z.B. die kubanische Revolution)
ironisch, humorvoll, gesellschaftskritisch, lyrisch, assoziativ, universell, metahorisch, romantisch, revolutionär, verdichtet, nicht dingfest zu machen! ein Volltreffer!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von KFS
Format:Taschenbuch
Der Unrtergang der Titanic von Enzensberger ist ein vielschichtiges, komödiantisches und lyrisches Meisterstück der deutschen Vorvereinigungs-Literatur! Auf verschiedenen zeitlichen und sprachlichen Ebenen wird der Untergang als Sinnbild für den bevorstehenden Untergang der (west-)deutschen Gesellschaft Ende der 7oer eruiert. Handlungsorte sind Kuba, Westberlin im Winter, Dante, die Personen auf der Titanic , die Toten... Wer es einmal auf der Bühne erleben durfte, weiß, welch Potential dieser Text hat. Sicher kein Schmöker und keine Dokumentation. Trotzdem: alle Fakten kommen vor, so wird auch der wissensdurstige Leser/Zuschauer auf seine Kosten kommen!
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4 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Der Untergang der Titanic wird hier auf 115 Seiten in kleinen Texten und Gedichten (der Autor nennt es "Gesänge") wiedergegeben. Dieses ist zwar mal eine andere Art, das Thema zu bearbeiten, jedoch nur interessant für Leser mit einem Hang zur Philosophie oder Lyrik.

Wer nach Dokumentation / Fakten sucht, sollte dann doch auf andere Bücher zurückgreifen

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