Die Poe-Hörspiel-Serie von Lübbe Audio schwankt, das habe ich nach dem Hören einiger Folgen erkannt, stets in der Qualität. War "Die Grube und das Pendel" sehr gut und atmosphärisch, so ist "Der Untergang des Hauses Usher" eher langweilig und, anders als das Original, ungefähr so gruselig wie eine Briefmarkensammlung; in gewohnter Manier wird hier eine Geschichte Poes, ja, DIE Geschichte Poes, jedenfalls ist sie eine der bekanntesten, verfälscht und in die Rahmenhandlung des an Amnesie leidenden Protagonisten Poe eingebettet. Das gelingt bei diesem Hörspiel schlechter als bei seinen Vorgängern "Die Grube und das Pendel"& "Die schwarze Katze". Die Geschichte ist unspektakulärer als im Original, so tritt Usher Schwester mehrfach auf, eigentlich sogar mehr als Usher selbst, ausserdem gibt es noch eine ekelige Morbidität, die im Original glücklicherweise fehlt; Der Sprecher Roderick Ushers überzeugt überhaupt nicht, er wirkt weder wahnsinnig, noch gruslig, nur das Nervöse des "echten" Ushers besitzt er, wenn ihn dies auch eher wie eine graue Büromaus klingen lässt als wie einen verrückten, zurückgezogenen Junggesellen.
Sogar die Rahmenhandlung wirkt gestelzter; alles in allem eine ziemlich schlechte Produktion. Schade, man hätte mehr daraus machen können! Allerdings ist dies noch lange kein Grund, keine weiteren Folgen dieser Serie mehr zu kaufen, denn die nächste Geschichte ("Die Maske des roten Todes") ist sehr gut gemacht und entschädigt den Hörer für diesen lauen Untergang der Hauses Usher.