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Der Untergang. Das Filmbuch
 
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Der Untergang. Das Filmbuch [Taschenbuch]

Joachim C. Fest , Bernd Eichinger
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die neuere Geschichte kennt nichts, was den Ereignissen des Frühjahrs 1945 vergleichbar wäre. Niemals zuvor sind im Untergang eines Reiches so viele Menschenleben vernichtet, so viele Städte ausgelöscht und Landstriche verwüstet worden. Schon im Herbst 1944 und dann noch einmal mit dem berüchtigten "Nero"-Befehl von Mitte März 1945 hatte Hitler angeordnet, alle Lebensgrundlagen zu zerstören. Was er beabsichtigte, war die totale Demolierung des Landes; den Alliierten sollte eine "Zivilisationswüste" in die Hände fallen.
Joachim Fest erzählt die Vorgänge dieser Wochen mitsamt den Voraussetzungen, die sie möglich machten; er schildert die Schlußphase des Krieges, von der im gespenstischen Scheinwerferlicht eröffneten Schlacht um Berlin bis hin zum Selbstmord Hitlers im Bunker unter der Reichskanzlei. Er versucht darüber hinaus, einige Fragen neu zu stellen sowie an ein Geschehen zu erinnern, das nicht nur politisch-historisch, sondern für ungezählte Mitlebende vor allem menschlich nichts anderes als ein Weltuntergang war.

Der Verlag über das Buch

Hitler im Führerbunker, die Russen in Berlin, die Stadt im Überlebenskampf - die letzten Tage des Dritten Reichs sind das Thema von Joachim Fests Sachbuch-Bestseller, nun verfilmt von Bernd Eichinger. Die Besetzung vereint alles, was im deutschen Film Rang und Namen hat: Bruno Ganz spielt Hitler, Alexandra Maria Lara spielt seine Sekretärin Traudl Junge. Juliane Köhler ist Eva Braun, Ulrich Matthes Propagandaminister Joseph Goebbels, Corinna Harfouch seine Frau Magda. In weiteren Rollen: Ulrich Noethen und Heino Ferch. Ein großer epischer Film fürs Kino, der sich streng an den historischen Dokumenten orientiert. Das Buch zum Kinoereignis des Jahres 2004 enthält Joachim Fests Vorlage sowie das Drehbuch von Bernd Eichinger - ein Stück historische Literatur und seine Übertragung in den Film. Ferner ausführliche Hintergrundberichte zur Entstehung der Großproduktion und mehr als 200 Filmfotos.

Über den Autor

Joachim Fest - Publizist und Historiker - geboren 1926 in Berlin, studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Ab 1963 war er Chefredakteur des Fernsehens beim NDR und veröffentlichte eine Studie über die Führungsfiguren der NS-Herrschaft. Von 1973 bis 1993 war er als Herausgeber der "FAZ" tätig. 2006 erhielt Joachim Fest den Henri Nannen Preis für sein Lebenswerk und starb in Kronberg im Taunus.Joachim Fest - Publizist und Historiker - geboren 1926 in Berlin, studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Ab 1963 war er Chefredakteur des Fernsehens beim NDR und veröffentlichte eine Studie über die Führungsfiguren der NS-Herrschaft. Von 1973 bis 1993 war er als Herausgeber der "FAZ" tätig. 2006 erhielt Joachim Fest den Henri Nannen Preis für sein Lebenswerk und starb in Kronberg im Taunus.

Auszug aus Der Untergang. Das Filmbuch von Joachim C. Fest, Bernd Eichinger. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Untergang einer Welt
Den Paradoxien der Geschichte folgend, hat Hitlers nahezu spurenloses Verschwinden daran mitgewirkt, ihm ein seltsames Nachleben zu bereiten. In den Köpfen der einen wie der anderen ist er noch nach Generationen überaus gegenwärtig und gewinnt sogar mit zunehmender zeitlicher Entfernung beständig an Macht.
Was Hitler zu einer Erscheinung macht, wie es sie in der Geschichte tatsächlich "nie gegeben hat", geht insbesondere darauf zurück, daß er ohne jede zivilisatorische Idee war. Die erobernden Weltmächte vom alten Rom über das Römische Reich Deutscher Nation bis zum Frankreich Napoleons oder dem Britischen Empire haben, bei allen unverkennbaren Unterschieden, eine wie schwach auch immer entwickelte, auf den Frieden, den Fortschritt oder die Freiheit bezogene Menschheitsverheißung für sich reklamiert. Selbst Stalins blutige Despotie hat sich, wenn auch überaus fadenscheinig, mit einem Zukunftsversprechen drapiert. Die Gier und die Ruhmsucht, die fast durchweg der treibende Impuls für das Bestreben waren, fremde Völker zu unterwerfen, erhielten auf diese Weise eine gewisse Entlastung und am Ende nicht selten sogar eine Art Freispruch durch die Geschichte.
Hitler hingegen hat bei der Eroberung und Ausweitung der Macht auf alle ideellen Verbrämungen verzichtet und sie nicht einmal als Herrschaftsmaskerade für nötig erachtet. Auch die Deutschen, die sich seit eh und je so viel auf den Gedanken zugute gehalten haben, den sie in jedem historischen Geschehen entdeckten oder am Werke sahen, sind in den Ermächtigungen, die sie dem Regime erteilten, keiner Idee gefolgt. Zu Hitler fiel ihnen tatsächlich, einem weitverbreiteten Wort der Zeit entsprechend, nichts ein. Alle gleichwohl unternommenen Versuche, ihm eine Epochenrolle anzudichten, blieben in bemühter Hilflosigkeit stecken. Was die Mehrheit mitnahm, überwältigte und allzulange in Bann hielt, war einzig Hitler selber, wie wenig geheuer er vielen auch zuzeiten erschien. Die unbändige Kraft, die ihn ein Leben lang vorwärtstrieb, war allein die vorkulturelle Maxime vom Recht des Stärkeren. Nur sie beschreibt Anfang und Ende dessen, was er als seine Weltanschauung ausgab.
Aus Hitlers darwinistischer Generalparole folgte eine Anzahl früh erworbener und starr behaupteter Vorstellungen, die durchweg auf Niederwerfung, Versklavung sowie "rassische Flurbereinigung" zielten und am Ende immer "Verbrannte Erde" zurückließen. Niemals und nirgendwo hat er, selbst wo seine Armeen zunächst als Befreier begrüßt worden waren, eine Ungewißheit darüber entstehen lassen, daß er als Feind gekommen und als Feind zu bleiben gewillt war. Nahezu alle voraufgegangenen Welteroberer, die im Gedächtnis der Geschichte sind, haben es im Ablauf ihrer Herrschaft darauf angelegt, bei den Eroberten den Zweifel zu nähren, ob der Widerstand gegen den Eindringling ein höheres Recht in Anspruch nahm oder nur ein Versuch war, sich der Zukunft in den Weg zu stellen. Gegen Hitler durfte sich jede Gegnerschaft im Recht wissen. Sein Programm, hatte er schon früh geäußert, sei die "Formulierung einer Kriegserklärung ... gegen eine bestehende Weltauffassung überhaupt".
Was damit gemeint war, haben spätestens die zu Beginn der vierziger Jahre aufgezeichneten "Tischgespräche" sowie die "Monologe im Führerhauptquartier" enthüllt. In ihnen hat sich Hitler rückhaltloser als irgendwo sonst offenbart und, sooft sich die Gelegenheit ergab, jedwede Moral, Religion und Menschlichkeit mit höhnischen Ausfällen bedacht. In der Welt, wie sie war, erklärte er, galten nacktere Gesetze. Die Vorkehrungen, die eine jahrhundertealte Tradition geschaffen hatte, um den Menschen vor dem Menschen zu schützen, tat er als "Geschwätz der Schweinepfaffen " ab. Dergleichen ging nicht nur auf Betrug oder Feigheit zurück. Vielmehr lief es auf die "Ursünde" des Naturverrats hinaus. Der Verstoß dagegen bedeute nichts anderes als die Auflehnung "gegen ein Firmament", behauptete er, und am Ende beseitige man damit "nicht das Gesetz, sondern nur sich selbst". Diesem "eisernen Gesetz der Logik" gehorchend, habe er sich jedes Mitgefühl versagt und die Widerstände im Innern wie die Gegenwehr der "Fremdrassigen" mit aller Härte niedergeschlagen. "Die Affen zum Beispiel", erklärte er am 14. Mai 1942. im Führerhauptquartier, trampelten jeden "Außenseiter als gemeinschaftsfremd tot. Und was für die Affen gelte, müsse in erhöhtem Maße für die Menschen gelten." Weiter zurück hinter alles zivilisierte Denken ist in der Tat kein Gewalthaber je gegangen. (...)
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