Wie auch immer ich die Erzählung lesen möchte, kann ich eine leichte Enttäuschung nicht vermeiden. An manchen Stellen liest sich die Geschichte (oder liegt es an der Übersetzung?) wie eine Reportage, die Dialoge wirken für einen Roman oft klischeehaft, die Szenenwechsel sind manchmal etwas unmotiviert aufeinander abgestimmt. Andernorts findet man sich dramatisch in den Handlungsverlauf eingebunden, um dann jäh wieder in den journalistischen Stil zurückkatapultiert zu werden. Trotz dieser stilistischen Unsicherheiten ist natürlich die Überzeugungskraft und emotionale Beteiligung des Erzählers an seinen Recherchen spürbar, und durch die Nähe zum journalistischen Stil wirkt an vielen Stellen die nackte, kriminalistische Logik der Zusammenhänge; der erahnte Hintergrund der Katastrophe wird zur Gewissheit. Hierin entwickelt sich das Geschick von Per Holm, der vielmehr ein Plädoyer zur Bergung versenkter politischer Fehler liefert als einen vielschichtigen, vielstimmigen Roman.