Über David Irving kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Bevor man jedoch ein zeitgeistkonform hartes Urteil fällt, sollte man sich vergegenwärtigen, daß er bis weit in die 70er Jahre ein anerkannter Privatforscher in der Tradition eines Heinrich Schliemann war, der in praktisch der gesamten Presselandschaft, allen voran dem Spiegel (!!!) mit großem Respekt zitiert wurde. Seine Verdammung erfolgte erst in späteren Jahren mit der Installierung der neuen Staatsräson der Bundesrepublik aus Holocaust-Tabuisierung und (ex-DDR)Antifaschismus mit Installierung des Gesinnungsparagraphen § 130 StGB, dessen Abschaffung inzwischen schon von so unverdächtigen Leuten wie Henryk Broder gefordert wird. Im Zusammenhang mit dem hier zur Debatte stehenden Buch sollte jedem die eindeutige Zielvorgabe seitens der Politik für die Arbeit der Komission zur Feststellung der Opferzahlen in Dresden in dem Sinne "... daß kein Mißbrauch durch Rechtsextreme möglich ist..." mehr als nur zu Denken gegeben haben. Das Buch von David Irving galt zwanzig Jahre als unübertroffener Standard der Dresden-Forschung, es läßt bis heute wissenschaftlich nicht widerlegbare Schlußfolgerungen zu, die sich fundamental von denen der Dresdner Historiker-Kommission unterscheiden. Der Autor wird allerdings unter den inzwischen geänderten Vorzeichen aus rein politischen Motiven kriminalisiert. Politik hat üblicherweise kein Interesse an Wahrheit, aber für jeden, der sich wirklich ernsthaft mit der Sache beschäftigen will, sind die Erkenntnisse Irvings unverändert wichtig. Sicher kann man Fehler finden, aber die Mündigkeit, die Spreu vom Weizen zu trennen kann man der interessierten Leserschaft bei Irving wie bei allen anderen schon noch zutrauen.