Erste Geschichte. Eine gescheiterte Reise.
Diese Reise ist überhaupt nicht gescheitert. Was für ein Fest der Sinne. Da wird geschmaust, Wein getrunken, Zigarillos geraucht, dass es eine Freude ist. Ein tolles Leben. Welch einfache Freiheit, welch feiner Humor, was für eine einfache Weisheit. Ach..., ich könnte es gleich nochmals lesen. Zwar sind alle Leute in dieser Erzählung nicht reich, wissen aber doch, wie man sich im Leben einrichtet. Unaufdringlich und ohne Pathos berichet Josep Pla, der Schriftsteller Kataloniens, von der Landschaft der Costa Brava und seinen originellen Typen. Die Geschichte spielt um die Zeit des Ersten Weltkriegs. Ein wenig hat die Erzählung mich an John Steinbeck, Die Strasse der Ölsardinen und Tortilla Flat erinnert, wenn ein Vergleich überhaupt angebracht ist.
Zweite Geschichte. Einer aus Begur.
Diese Geschichte ist weitaus tragischer. Ein Mann aus dem Ort Begur wird als Lotse für ein U-Boot der Deutschen im Ersten Weltkrieg angeheuert. Diese Aufgabe, die am Anfang lanweilig und unspektakulär erscheint, wird dann doch mulmiger und endet in einer Tragödie. Als vergleich mögen die Geschichten von Stephen Crane vielleicht dienen.
Dritte Geschichte. Der Untergang Der Cala Galiota.
Bei dieser Geschichte handelt es sich um, nehme ich jedenfalls an, einen tatsächlichen Untergang im Jahre 1946. Das Schiff ist auf dem Weg von Barcelona nach Mallorca spurlos verschwunden. Nie konnten irgendwelche Überreste gefunden werden. Jetzt wird der Schriftsteller von einem Notar, dem Vater Dalis (!) gebeten, journalistisch etwas für die Hinterbliebenen zu unternehmen, da jene immer noch auf eine Entschädigiung, oder die Ausbezahlung der Löhne erwarten. Von drei Geschichten war jene die Schwächste.
Hier kann man einen tollen Schriftsteller entdecken. Mein Dank geht auch an den Berenberg Verlag, der den Mut hat solche Bücher zu verlegen, Dank aber auch für die schöne Machart dieses 192 Seiten währenden Bändchens. Empfehlenswert, nicht nur für den interessierten Costa Brava Touristen.