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Der Untergang des Britischen Empires: Roosevelt - Churchill und Amerikas Weg zur Weltmacht
 
 
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Der Untergang des Britischen Empires: Roosevelt - Churchill und Amerikas Weg zur Weltmacht [Gebundene Ausgabe]

John Charmley
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Kurzbeschreibung

Amerika stieg zur Supermacht auf, indem es das weltumspannende britische Empire ebenso rasch wie friedlich beerbte. Die Voraussetzungen dieses ebenso erstaunlichen wie wenig beachteten historischen Vorgangs liegen im Zweiten Weltkrieg, genauer: sind in der Politik Roosevelts und Churchills sowie ihrer Nachfolger zu finden. Die anglo-amerikanischen Beziehungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind die Beziehungen zweier Weltmächte: die des kommenden amerikanischen und die des niedergehenden britischen Imperiums. Obwohl eine solche Konstellation in der Geschichte häufig zu Auseinandersetzungen und Kriegen geführt hat, haben beide Länder in zwei Weltkriegen Seite an Seite gekämpft. Diese "besondere Beziehung" (special relationship) zwischen dem britischen Empire und den USA bildete das zentrale Element der Politik Churchills. Charmley räumt mit dem Mythos auf, Churchill wäre der "letzte Bewahrer des Empire" gewesen und schildert detailliert die Zeit des endgültigen Niedergangs Britanniens bis 1957. Er zeigt, wie unsentimental sich die Amerikaner auch im Krieg alles bezahlen ließen, wie sie Englands Empire Stück für Stück "in Zahlung" nahmen. Merkte Churchill nicht, wie das Empire immer schwächer und abhängiger von den USA wurde? Überhörte er die anti-imperialen Töne der Politik Roosevelts? Charmleys Detailkenntnis über diesen Ausverkauf ist verblüffend. Und die Geschichte des fast geräuschlosen Verfalls des britischen Weltreichs zugunsten der amerikanischen Supermacht ist wohl eines der erstaunlichsten Lehrstücke der Weltgeschichte.

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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
John Charmley ist Historiker und Dekan der Universität von East Anglia . Er ist ein ausgewiesener Kenner vor allem Churchills ,aber auch anderer konservativer Protagonisten der englischen Geschichte.In seinem Buch der Untergang des englischen Empires liefert er eine ausgezeichnete psychologische Charakteristik der
beiden Hauptprotagonisten des 2. Weltkrieges Churchill und Roosevelt.Churchill war ein Imperialist alter Schule , der an die ungebrochene Überlegenheit der englischen Rasse glaubte und die angelsächsische These der unverbrüchlichen Verbundenheit (special relationsship ) zwischen Großbritannien und den USA in die Welt brachte. In einer Unzahl von medialen Botschaften beschwor er Roosevelt an der Seite Großbritanniens in den Krieg gegen Deutschland einzutreten.Er übersah dabei die objektive divergierende Interessenlage , denn er glaubte Rossevelt sei ihm behiflich, das englische Imperium zu bewahren . Dabei war Roosevelt Antiimperialist , der nicht im Sinne hatte das englische Imperium zu retten . Paradoxerweise wollte er aber eine neue Weltordnung implementieren , die die amerikanische Vorherrschaft als Hegemonialmacht in der Welt etablieren sollte.
Er war bereit Großbritannien beinahe unbeschränkte Kriegskredite zu bewilligen , die er aber nachher mit Zins-und Zinseszins wieder erbarmungslos eintrieb und so dazu beitrug , daß Großbritannniens Devisenvorräte massiv schwanden und England letztendlich, nach dem gewonnenen Krieg seines Imperiums verlustig ging. Cahrmley macht nun Churchill genau dies zum Vorwurf , daß er in beinahe höriger Abhängigkeit an Roosevelt hing und nicht übersah welche Folgen der bedingungslose Verfolg seiner angelsächsischen These für das britische Imperium haben würde.
Er hätte erkennen müßen , daß große Staaten nur Interessen verfolgen und keine ewigen Freundschaften pflegen .Curchill war eben ein impulsiver Augenblicksmensch , der nicht wirklich an der Zukunft seiner Politik interessiert war , sondern beinahe ausschließlich nur an sein Kriegsvorhaben dachte.Man hatte in der Vergangenheit Churchill ungeheuer überschätzt , was nicht zuletzt auch seinem literarischen Genius zu verdanken war. Charmleys Buch macht Zusammenhänge deutlich , doch für zeitgenössische deutsche Leser ist manches zu detaillverliebt der britischen Geschichte gewidmet , was sich daher dem Verständnis verschließt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Great Britain for Sale 8. Februar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist die Geschichte der Herrschaft des Winston Spencer Churchill als britischer Premierminister. Daran, so sollte man meinen, herrscht kein Mangel, doch das Besondere am Buch von Charmley ist es, dass es aus britischer Sicht, das Missverhältnis von Kriegführung und Kriegszielpolitik untersucht. Zudem wird das Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA vertieft thematisiert.

Mit ersterem zu beginnen: Nach den Thesen von Charmley verfolgte der britische Kriegspremier das Ziel, das Deutsche Reich militärisch zu schlagen und zwar in einer Weise vernichtend, dass es sich hiervon nicht wieder erholen und somit nie wieder eine Bedrohung für Großbritannien werden könnte. Demgegenüber, so Charmley weiter, habe es dem britischen Premier an einer klaren Ausprägung einer Kriegszielpolitik gemangelt. Die gesamte Nachkriegsordnung sei auf die lange Bank geschoben worden, so dass sie schließlich und endlich von den US Amerikanern und der Sowjetunion Stalins allein bestimmt worden sei. Die britischen einstigen Weltmachtinteressen mussten sich dem unterordnen. Der Zerfall des Empires war die notwendige Folge.

Die zweite These des Autors betrifft das britisch-amerikanische Verhältnis und sie besagt, dass die von Churchill stets im Munde geführte Sonderbeziehung zwischen den beiden Staaten ein Phantom gewesen sei. Folgt man Churchill, so beruhte diese Sonderbeziehung auf sprachlicher und vermeintlich kultureller Übereinstimmung und angeblicher rassischer Überlegenheit. In der politischen Realität war die Beziehung, so Charmley, bestenfalls ein einseitiges Liebeswerben von der britischen Seite, das von Amerika nicht erwidert wurde. Großbritannien, noch von den an die USA zurückzuzahlenden Kriegskosten des Ersten Weltkriegs belastet, habe sich in einen Krieg gegen das Deutsche Reich gestürzt, der erneut schwerste materielle Opfer gefordert habe, die nur durch Kreditfinanzierung aus den USA zu bewältigen waren. Die britischen Hoffnungen, dass die USA sich solidarisch an diesen Kosten beteiligen würden, hätten sich nicht erfüllt, im Gegenteil, Großbritannien wurde während des Krieges gezwungen, die Haupteinnahmequellen aus den kolonialen Besitzungen auf Nimmerwiedersehen an die USA zu verpfänden. Auch aus diesem Grunde war der Zerfall des Empires nicht mehr zu bremsen.

Charmley erklärt die Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA so, dass die auswärtige Politik beider Staaten, in unüberbrückbarem Gegensatz gestanden habe. Großbritannien habe nach Jahrhunderte altem Strickmustern die Welt in Einflussgebiete einteilen wollen, womit es sich partiell mit Stalin auf einer Ebene traf, während die USA dies aus langandauernder kolonialer Aversion abgelehnt habe, woraus die offene und verdeckte Unterstützung von nationalistischen Befreiungsbewegungen in aller Welt gefolgt sei. Hierdurch wurden die Kolonialreiche Frankreichs, Großbritanniens und der Niederlande in Asien und Afrika zerstört. Und so wurde Großbritanniens Abstieg von der Weltmacht zur Mittelmacht in Insellage am Nordostrand von Europa besiegelt, einem Europa, das zur Jahrtausendwende vom Wirtschaftskoloss Deutschland erneut dominiert wird.

Man muss die Thesen von Charmley nicht teilen, doch bedenkenswert sind sie schon. Sie setzen sich dezidiert in Widerspruch zu den gängigen Deutungen der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die darauf fußen, dass Großbritannien dem deutschen Tyrannen getrotzt und ihn so letztlich besiegt habe. Das war und ist in Großbritannien und in Deutschland für Jahrzehnte ein wohlfeiles Deutungsmuster, doch es stimmt in dieser Schärfe nicht. Nicht Großbritannien besiegte die Wehrmacht, sondern es war die Rote Armee, der in den kriegsentscheidenden Jahren 1941 bis 1943 dieses Verdienst zukommt, und man könnte hinzufügen, nur ihr kommt es zu.

Kritiker mögen zudem einwenden, dass das Ende des britischen Empires ohnedies auf der Agenda der Weltgeschichte gestanden habe. Das mag sein, beweisen kann es niemand. Doch steht fest, dass die Kriegsteilnahme und der Kriegsverlauf den Verfall der britischen Herrschaft in ein rasendes Tempo verwandelt haben. Die USA nahmen die freigeräumten Positionen ein, oder sie bildeten es sich zumindest ein. Am amerikanischen Wesen sollte fortan die Welt genesen. Manche Länder taten dies freiwillig, bei anderen wurde nicht nur mit Dollars, sondern auch mit Waffengewalt nachgeholfen. Die augenblickliche Lage im Nahen und Mittleren Osten lässt nicht erkennen, dass dieses Rezept besonders erfolgreich gewirkt hätte. Insofern ist nahezu hellsichtig, was Charmley über die in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Ägypten stattgefundene Wachablösung zwischen Großbritannien und den USA zu Papier gebracht hat.

Will man Kritik an dem Buch üben, so ist wohl am ersten angezeigt, darauf hinzuweisen, das der Autor nicht scharf genug herausarbeitet, wo denn nach seiner Auffassung die eigentlichen Entscheidungspunkte der britischen Politik gewesen sind. Mit anderen Worten: Wann und wie hätte ein verantwortungsvoller britischer Politiker eine andere Entscheidung, und wenn ja welche Entscheidung fällen müssen, und zu welchem Ergebnis hätte diese mutmaßlich geführt. Doch Geschichte ist keine Frage von Falsch und Richtig. Sie handelt lediglich von Wann und Warum. Wie gesagt, man muss die Thesen von Charmley nicht teilen, lesenswert sind sie allemal.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kleine Einschränkung 6. August 2011
Von KPK
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist sehr spannend. Mir hätte es allerdings noch mehr Spaß gemacht, es zu lesen, wenn die Übersetzung ein wenig besser gewesen wäre. Sätze wie "Bis und sofern die Amerikaner nicht festgestellt hatten, die Sowjets seien vom letzteren zum ersteren übergegangen, würden die Briten bei ihrem Kampf um die Eindämmung der Russen auf sich gestellt bleiben." hätte man wirklich besser formulieren können. Man muss hier ja praktisch jeden dritten oder vierten Satz zweimal lesen. Auf die Dauer ist das ein wenig anstrengend.
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