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Der Unhold
 
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Der Unhold

 Unbekannt   DVD
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
  • Untertitel: Englisch
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.85:1
  • Anzahl Disks: 1
  • Produktionsjahr: 1996
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • ASIN: 6305739870

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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:DVD
Leider im Blockbusterrummel etwas untergegangen, erzählt Volker Schlöndorff mit beeindruckenden Bildern und Musik das Leben und die Geschichte von Abel - dem vermeintlichen Unhold. Wie schon in den Magazin- bzw. Buchrezessionen vorher erwähnt eine kleine Neuauflage des Erlkönigs, aber durchaus gut adaptiert für das Kinopublikum, kann ich diesen Film wirklich nur wärmstens empfehlen. Besonders an diejenigen, die gerne über einen Film und dessen Symbolik nachdenken und sich gerne der feinen Melancholie Schlöndorffs hingeben.
Thumbs Up für diese DVD Fassung, die tatsächlich hält was sie verspricht: feines Bild (um Meilen besser als das ebenfalls von BMG erhältliche VHS Band) und informativer Kommentar...
Empfehlenswert!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Wolf
Format:DVD
Für Volker Schlöndorffs in der Kritik gescholtenen Film "Der Unhold" muss man definitiv eine Lanze brechen. Der Film gewährt tiefe Einblicke in die Psychologie des Hitlerismus und wie dieser die Jugend verführte. Die literarische Vorlage dazu lieferte der französische Schriftsteller Michel Tournier mit seinem gleichnamigen Roman.

Im Zentrum des Films steht die Lebensgeschichte des Franzosen Abel (John Malkovich). Sein kindliches und zutiefst naives Gemüt wird ihm ein ums andere Mal zum Verhängnis. Spiegel dieses inneren Kindseins ist seine Liebe zu Kindern, die ihm als Erwachsener schließlich zum Verhängnis wird: Als Pädophiler verhaftet wird er schließlich an die Front berufen, von Deutschen gefangen genommen und per Zug in Richtung Ostpreußen gebracht. An diesem Punkt beginnt Schlöndorffs Film eigentlich erst, der hie und da mit Märchenmotiven spielt. Am "Jägerhof", einem imaginierten Jägerpalast mitten im Wald, lernt Abel gar Göring kennen und steigt in seiner Reputation vom Kriegsgefangenen zum allseits beliebten und geachteten "Mädchen fur alles" mächtig auf. Als sich das Kriegsgeschehen wendet, findet die mondäne Jagd-Gesellschaft ein jähes Ende. Abels letzte Station ist die Burg "Kaltenborn" (die real existierende Marienburg in Masuren), eine alte Ordensburg, in der Hitlerjungen ausgebildet werden.

Man muss sich klarmachen, dass Schlöndorff bewusst auf Wertungen weitgehend verzichtet und das Geschehen in den alten Mauern aus Abels kindlich-naiver Sicht heraus schildert. Die Bilder müssen prächtig, üppig und verfüherisch dargestellt sein, denn nur so wird deutlich, wie und warum das Hitlerregime die Jugend verführte, missbrauchte und mit in den Untergang riss. Die archaischen Paraden, die Feuer und Flammen ziehen Abel in einen Bann, dem er sich nicht widersetzen kann. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus fester Überzeugung schafft er aus der gesamten Umgebung Knaben heran, sei es mit Gewalt, weil er in Kaltenborn seine eigenen Wunschträume verkörpert sieht. Er glaubt, den Jungen ginge es gut; den Drill der SS-Offiziere nimmt er allenfalls mit Albernheit zur Kenntnis.

Wer Schlöndorff Verherrlichung der NS-Welt vorwirft, der hat den Film nicht in Ansätzen verstanden. Es geht vielmehr darum, die Hintergründe für Mitmachertum und den irrationalen Glauben zu erläutern. Zu diesem Zweck muss auch die Faszination und Suggestionskraft des Regimes aufgezeigt werden.

John Malkovich sticht aus Schlöndorffs Darsteller-Ensemble deutlich hervor. In dem riesenhaften Abel steckt eben doch nur ein unschuldiges Kind, das sich letztlich schuldig macht. Oder doch nicht?

Aber auch Gottfried John vermag in der Rolle des märchenhaften Jägers zu überzeugen, ebenso so wie Dieter Laser in der Rolle des dem Rassenwahn verfallenen "Wissenschaftlers" Professor Blättchen.

Fazit: Schlöndorff ist mit dem "Unhold" eine sehr gelungene Innenansicht des Dritten Reichs gelungen. Da mehr als deutlich klar gemacht wird, wohin diese archaischen Rituale samt des Rassenwahns führen, braucht man dem Film keine Beschönigungen oder gar Verherrlichungen zu unterstellen. Vielmehr ist die mythische Erzählweise, die dezent mit Märchenmotiven spielt, geradezu ideal, aus der Sichtweise eines naiven Kindmenschens die Suggestionskraft der Spektakel zu erläutern.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spiel mit dem Feuer 20. April 2000
Format:Videokassette
Die Verfilmung Michel Tourniers Roman "Der Erlkönig" ist dem Regisseur Volker Schlöndorff gut gelungen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der kinderliebende Abel Tiffauges, den es in den Wirren des 2. Weltkrieges nach Deutschland verschlägt. Als Kriegsgefangener kann und will sich Abel nicht gegen die verführerischen Inszenierungen des Nazikultes wehren. Mit den exakten Darstellungen über die Mittel der Verführung beginnt Volker Schlöndorff ein Spiel mit dem Feuer, bei dem er sich aber nicht verbrennt. Abel erliegt zwar zu Beginn dem Schein der Jugend, entdeckt aber zum Schluß die Wahrheit. Der Film der "Unhold" lebt größtenteils von seinem Hauptdarsteller. Die Rolle des Abel Tiffauges mit dem charismatischen und faszinierenden John Malkowitch zu besetzen war für Volkler Schlöndorff ein echter Glücksgriff. Die Wandlungsfähigkeit des Hauptdarstellers macht den Film sehenswert.
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