Der Unhold 1996

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Die Geschichte von Abel Tiffauges, einem zärtlichen Riesen, der Kinder liebt und ihre Nähe sucht, weil er selbst ein Kind geblieben ist. Einem, der sie entführt - aber nicht, um sie aufzufressen, wie im Märchen, sondern um sie vor der Gesellschaft der Erwachsenen zu schützen. Abel ist groß, kräftig und von magischer Natur. Ein Außenseiter - jenseits von Gut und Böse.

Darsteller:
John Malkovich, Armin Mueller-Stahl
Laufzeit:
1 Stunde 52 Minuten

Verfügbar in HD auf unterstützten Geräten

Der Unhold

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Details zu diesem Titel

Genre Drama
Regisseur Volker Schlöndorff
Darsteller John Malkovich, Armin Mueller-Stahl
Nebendarsteller Gottfried John
Studio FilmConfect
Altersfreigabe Freigegeben ab 12 Jahren
Rechte nach dem Kauf Sofort streamen und auf zwei Geräte herunterladen Details
Format Amazon Instant Video (Streaming und digitaler Download)

Kundenrezensionen

4.0 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von harald666 VINE-PRODUKTTESTER auf 26. März 2008
Format: DVD
Nach "Die Blechtrommel" beschäftigt sich Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff ein weiteres mal mit dem Zweiten Weltkrieg. Diesmal aus der Perspektive eines einfältigen Mannes, der der Sogkraft des Hitlerregimes hoffnungslos ausgeliefert ist.

In bombastischen Cineascope-Aufnahmen, die wohl illustrieren sollen, wie effektiv die Manipulation durch die "Macht der Bilder" im Nazi-Regime funktionierte, erzählt Schlöndorff die Geschichte eines unkritischen jungen Mannes, der von der Pracht der Innenansicht des Nazi-Reiches schlicht überwältigt wird. Der sich von pompösen Paraden und Masseninszenierungen das Gehirn durchwaschen lässt. Ohne nachzudenken. Ohne zu hinterfragen. Ohne den geringsten Widerstand. Wie Millionen andere auch...
Schlöndorff ist ein Regisseur, der sein Handwerk wahrlich beherrscht. Der Mann denkt in großen Kinobildern - und zaubert selbige auf die Leinwand. Der Ausstattungspomp, der hier betrieben wurde, kann sich wahrlich sehen lassen.

Auch die Schauspieler beeindrucken: John Malkovich, wahrscheinlich einer der wandlungsfähigsten Darsteller unserer Tage, liefert dabei eine beklemmende Performance als naiver Nazi-Handlanger. Und auch der Göring-Darsteller Volker Spengler, dessen Filmographie auch mit einigen Christoph Schlingensief'schen Leinwandexzessen glänzt, bleibt in Erinnerung.

Lediglich das Ende wirkt mit seiner pathetisch-religiösen Erretter-Metaphorik doch etwas berechnend. Das dürfte aber der Literaturvorlage geschuldet sein...

Fazit: Ein ebenso unheimlicher wie bildgewaltiger Film, der anschaulich demonstriert, wie effektiv die Manipulation durch die "Macht der Bilder" im Nazi-Regime funktionierte. Vielleicht etwas zu "bildungsbürgerliches", aber sehens- und diskussionswertes deutsches Vergangenheitsbewältigungskino der spannenden Art.

(Harald L., filmtipps.at)
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Martin Schmidl auf 7. Dezember 2008
Format: DVD
volker schlöndorff ( u. a. "die blechtrommel" , "tod eines handlungsreisenden" ) versucht sich erneut an einer literaturverfilmung und bringt den roman "le roi des aulnes" - ( deutscher titel : "der erlkönig" )von michel tournier auf die große leinwand.
in zusammenarbeit mit jean claude carriere erarbeitete er neben seiner eigentlichen tätigkeit als regisseur zusätzlich das dem film zugrundeliegende drehbuch und so entstand 1996 unter seiner leitung ein aufwendig gestaltetes epos über die manipulation des volkes durch die macht der bilder im dritten reich.

abel - von john malkovich grandios dargestellt - ein eigentlich herzensguter , jedoch naiver , in seiner entwicklung auf den niveau eines kindes stehender mensch , verschlägt es in eine eliteschule des dritten reichs ( napola ) und er verfällt wie so viele andere auch dem pompösen und effektbeladenem tra ra der machthabenden.
sehr beliebt bei den schülern wird er dort alsbald mit der aufgabe betraut neue lernwillige zu rekrutieren und so zieht er im schwarzem umhang gewandet mit seinem rappen los um auf den umherliegenden gehöften sämtliche bauernsöhne von ihrem vermeintlichen glück zu überzeugen.
hier nimmt schlöndorff symbolisch bezug zur erlkönig figur der goethe ballade - denn genauso lockend und fröhlich wie dieser wirkt auch abel der unhold.

der regisseur hat in meinen augen einen bedrückenden und visuell gewaltigen film geschaffen , der das innenleben des nazi regimes beleuchtet und seine teuflischen verführungskünste offenlegt - ohne dabei unbedingt wertend zu sein , sondern auf die aussagekraft der geschichte und ihrer bilder vertraut.
in seinem entstehungsjahr war dem streifen kein wirklicher erfolg beschieden - er spielte nicht mal seine herstellungskosten ein - heute 12 jahre später gilt er , zu recht wie ich meine , als vielgelobtes meisterwerk.
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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde auf 6. November 2001
Format: DVD
Leider im Blockbusterrummel etwas untergegangen, erzählt Volker Schlöndorff mit beeindruckenden Bildern und Musik das Leben und die Geschichte von Abel - dem vermeintlichen Unhold. Wie schon in den Magazin- bzw. Buchrezessionen vorher erwähnt eine kleine Neuauflage des Erlkönigs, aber durchaus gut adaptiert für das Kinopublikum, kann ich diesen Film wirklich nur wärmstens empfehlen. Besonders an diejenigen, die gerne über einen Film und dessen Symbolik nachdenken und sich gerne der feinen Melancholie Schlöndorffs hingeben.
Thumbs Up für diese DVD Fassung, die tatsächlich hält was sie verspricht: feines Bild (um Meilen besser als das ebenfalls von BMG erhältliche VHS Band) und informativer Kommentar...
Empfehlenswert!
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von A. Wolf auf 9. November 2006
Format: DVD
Für Volker Schlöndorffs in der Kritik gescholtenen Film "Der Unhold" muss man definitiv eine Lanze brechen. Der Film gewährt tiefe Einblicke in die Psychologie des Hitlerismus und wie dieser die Jugend verführte. Die literarische Vorlage dazu lieferte der französische Schriftsteller Michel Tournier mit seinem gleichnamigen Roman.

Im Zentrum des Films steht die Lebensgeschichte des Franzosen Abel (John Malkovich). Sein kindliches und zutiefst naives Gemüt wird ihm ein ums andere Mal zum Verhängnis. Spiegel dieses inneren Kindseins ist seine Liebe zu Kindern, die ihm als Erwachsener schließlich zum Verhängnis wird: Als Pädophiler verhaftet wird er schließlich an die Front berufen, von Deutschen gefangen genommen und per Zug in Richtung Ostpreußen gebracht. An diesem Punkt beginnt Schlöndorffs Film eigentlich erst, der hie und da mit Märchenmotiven spielt. Am "Jägerhof", einem imaginierten Jägerpalast mitten im Wald, lernt Abel gar Göring kennen und steigt in seiner Reputation vom Kriegsgefangenen zum allseits beliebten und geachteten "Mädchen fur alles" mächtig auf. Als sich das Kriegsgeschehen wendet, findet die mondäne Jagd-Gesellschaft ein jähes Ende. Abels letzte Station ist die Burg "Kaltenborn" (die real existierende Marienburg in Masuren), eine alte Ordensburg, in der Hitlerjungen ausgebildet werden.

Man muss sich klarmachen, dass Schlöndorff bewusst auf Wertungen weitgehend verzichtet und das Geschehen in den alten Mauern aus Abels kindlich-naiver Sicht heraus schildert.
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