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Der Ungarnaufstand 1956: Eine Revolution und ihre Folgen
 
 
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Der Ungarnaufstand 1956: Eine Revolution und ihre Folgen [Restexemplar] [Gebundene Ausgabe]

Paul Lendvai
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Paul Lendvai
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der Abstand zur Heimat erlaubt beiden einen nüchternen, betont objektiv gehaltenen Blick auf die Geschehnisse, deren politische Bewertung in Ungarn auch fünfzig Jahre danach hoch umstritten ist. [...]Lendvais Buch lebt von seinen spannenden Augenzeugenberichten von den umkämpften Straßen Budapests, wo Molotow-Cocktails werfende junge Menschen der Roten Armee erstaunlich lange standhalten können. Der Journalist und Autor des Standardwerks 'Die Ungarn' kümmert sich mehr um die politischen Detailfragen. Ein eigenes Kapitel widmet Lendvai der letztlich enttäuschten Hoffnung auf ein Eingreifen des Westens - namentlich der USA - und dem Wirken des Sender Freies Europa (RFE)." (Frankfurter Rundschau )

"Lendvai, ein analytischer Geist, dessen Schärfe im Fortgang der Jahre weiß Gott nicht gelitten hat, gewinnt faszinierende Einblicke in die Wirren der Kreml-Intrigen durch seine langen Gespräche mit dem einstigen KGB-Chef Wladimir Krjutschkow. Sie bestätigten, dass die ungarische Revolution das vielleicht wichtigste Glied in jener Kette der »siegreichen Niederlagen« war, die mit dem 17. Juni 1953 in Ost-Berlin begannen – und mit dem Prager Frühling eine gloriose und deprimierende Fortsetzung fanden." (Die Zeit )

"Dies ist eines der wenigen Bücher, das auf der Grundlage des reichen Fundus historischer Kenntnisse und Tatsachen das Weltereignis von 1956 fesselnd und anschaulich, ausgewogen und differenziert, mitfühlend und verstehend nicht nur dem Fachistoriker, sondern auch einem bretien Leserkreis nahe bringt." (Neues Deutschland )

Kurzbeschreibung

ZUM 50. JAHRESTAG DES UNGARN-AUFSTANDS.
Historische Darstellung, politische Bewertung und persönlicher Erlebnisbericht.

Der Publizist Paul Lendvai floh 1956 nach der Niederschlagung des Ungarn-Aufstands aus seiner Heimat. 50 Jahre später blickt er zurück und erkennt die ungarische Tragödie als Ausgangspunkt für die spätere Befreiung Osteuropas.

"Der Vater wurde geohrfeigt wie ein Kind, geprügelt wie ein Pferd; in ihrer Not schlugen sie ihn auf die Nieren, dann systematisch auf den Körper." Fast 50 Jahre nach der Niederschlagung des Ungarn-Aufstands entdeckte der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy, dass sein Vater Fürst Esterházy, unter den Schlägen des Kadar-Regimes innerlich zerbrach. Auch für den renommierten Publizisten Paul Lendvai ist der ungarische Volksaufstand, den er hautnah erlebte, gegenwärtig. In seinem neuen Buch verbindet er seine persönliche Geschichte mit den historischen Hintergründen und den politischen Konsequenzen. Ausgehend von den eigenen Erlebnissen, ergänzt durch Berichte Überlebender, Aussagen in Geheimprozessen und anhand von Protokollen aus Partei und Regierung rekonstruiert Lendvai den Aufstand, der am 23. Oktober 1956 wie ein politisches Naturereignis das Land erfasste und das System von sowjetischer Fremdherrschaft und ungarischen Helfershelfern mit elementarer Kraft hinwegfegte. Er verfolgt den Weg des Aufstands bis zum Zusammenbruch, protokolliert die blutige Abrechnung mit Ministerpräsident Imre Nagy und allen Wegbereitern, den Rachefeldzug des Kadar-Regimes und die Folgen für den ungarischen "Gulaschkommunismus". Sein Fazit: Der Ungarn-Aufstand war eine historische Zäsur für das Europa des 20. Jahrhunderts. Er war die Vorhut jener Umwälzungen in Prag 1967, in Warschau 1981 und für die ungarische Grenzöffnung 1989, die zum Zusammenbruch des Ostblocks führten und das Gesicht Europas entscheidend veränderten.

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Format:Gebundene Ausgabe
Obwohl seinerzeit stark beachtet, gehört der Ungarnaufstand 1956 in Deutschland zu den eher vergessenen Kapiteln der europäischen Nachkriegsgeschichte. Ungarn gilt hierzulande eher als das Land des "Gulaschkommunismus", als die "fröhlichste Baracke des Ostblocks", während stärker die rezenteren Vorgänge in Polen (Solidarnoscz, Verhängung des Kriegsrechts 1981), in der Sowjetunion (Gorbatschow) und natürlich in der DDR weitaus stärkere Beachtung finden. Der Ungarnaufstand ist aber aus zwei Gründen für die europäische Geschichte besonders wichtig: Zum einen verdeutlichte der Aufstand zum ersten Mal in aller Deutlichkeit, dass die kommunistischen Regime in Mittel- und Osteuropa (mit Ausnahme Jugoslawiens) nur durch sowjetische (Militär)Präsenz aufrechterhalten werden konnten und dass der Westen die in Yalta beschlossene Nachkriegsordnung respektierten - allen Bekundungen eines "roll back" zum Trotz; zum anderen hatte die Niederschlagung des Aufstands durch sowjetische Truppen eine bis dahin beispiellose Distanzierung der mit der Sowjetunion sympathisierenden westeuropäischen Intellektuellen zur Folge - vor allem in Frankreich und Italien. Paul Lendvai beleuchtet die zentralen Aspekte des Aufstands. Er stellt die Frage nach Verantwortlichkeiten, zum Beispiel auch der Titoregierung und zeichnet ein differenziertes Bild der wichtigsten ungarischen Entscheidungsträger Nagy und Kadar. Während Nagy letzten Endes als ein Zögerer, ein Getriebener dargestellt wird, erscheint Kadar als Opportunist, auch wenn Lendvai seine späteren Verdienste bei der inneren Befriedung Ungarns durchaus würdigt. Der Autor davon aus, dass Kadar von den Sowjets entführt und zur Bildung einer Gegenregierung gezwungen wurde; eine These, die er sorgfältig belegt, die aber dennoch Fragen aufwirft. In der verständlich und anschaulich geschriebenen Monographie fehlen persönliche Erlebnisse ebenso wenig wie der Versuch, die Gründe für die Besonderheiten der ungarischen Situation zu eruieren: Das in Mittelosteuropa einzigartige Gefühl der Niederlage (nicht nur des Ersten, sondern auch des Zweiten Weltkriegs) sowie die besondere Brutalität des Rakosi-Regimes.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Amarczon
Format:Gebundene Ausgabe
Paul Lendvai - Der Ungarnaufstand 1956 - Eine Revolution und ihre Folgen

Der Ungarnaufstand des Jahres 1956 gehört zu den wichtigsten Ereignissen der europäischen Nachkriegsgeschichte. Das erste Mal kam es zu einem Volksaufstand, einem Aufstand der Arbeiter, gegen eines der Sowjetregime. Erstmals wurde deutlich, dass diese Regime, die sich selbst offiziell als Vertreter der Arbeiterklasse bezeichneten, von den Arbeitern lediglich als fremde Besatzungsmacht und als brutale Unterdrücker angesehen wurden. Dieses ohnehin schon wichtige Ereignis gewinnt noch zusätzlich an Bedeutung durch die Tatsache, dass der Aufstand eine spontane Reaktion der Unterdrückten auf die Unterdrückung war. Es gab keine lange Planung, keine Gruppierung von Staatsfeinden, keine Organisatoren und vor allem auch keine Einmischung von Außen. Und auch wenn die Sowjetische Regierung in Moskau den Aufstand blutig niederschlug, bedeutete er wohl den Anfang des Endes des Sowjetblocks.

Paul Lendvai, ungarischer Journalist, der das Land nach der Niederschlagung des Aufstandes in Richtung Österreich verließ, ist der Autor des Standardwerks "Die Ungarn", in dem er die tausendjährige Geschichte der Magyaren rekapituliert. Anlässlich des fünfzigsten Jahrestages des Ungarnaufstands veröffentlichte er im Jahr 2006 das hier besprochene Buch.

Der eigentliche Aufstand beginnt mit Studentendemonstrationen am 23. Oktober 1956, und endet blutig mit der zweiten Sowjetischen Intervention am 04./05. November. Diese äußerst turbulente Phase wird in den ersten beiden Dritteln des Buches behandelt. In diesem kurzen Zeitraum überschlugen sich die Ereignisse in Ungarn. Allein auf politischer Ebene kam es zum Sturz des alten Regimes, mehrfachen Regierungsbildungen und Umbildungen und ständig wechselnden Positionen Moskaus zur Lage in Budapest. Dazu kommen die Ereignisse auf den Straßen der großen Städte, allen voran natürlich auf denen Budapests. Im letzten Drittel werden die Folgen der Revolution beschrieben. Die unmittelbaren Folgen, wie die "zweite Revolution", die Entwicklung des Kádárregimes, und die Reaktionen, welche in anderen Ländern der Welt hervorgerufen wurden.
Der Autor geht bei der Schilderung der Ereignisse zwar chronologisch vor, erlaubt sich aber immer wieder Exkurse, die den Hintergründen der wichtigen Personen gewidmet sind, oder in kurzen Rück- oder Vorblenden das Entstehen oder die Folgen von Situationen erläutern. Durch diese Sprünge in der Chronologie gelingt es Paul Lendvai leider nicht ganz, eine Ordnung in die sich überschlagenden Ereignisse der ersten Phase des Aufstandes zu bringen. Inhaltlich überzeugt das Buch hingegen. Der Autor beschränkt sich nie darauf, die Ereignisse einfach nur zu erzählen, er analysiert sie auch. Dafür nutzt er Quellen aus Forschungsinstituten, offiziellen Behörden, den ungarischen und russischen Staatsarchiven, sowie Gespräche mit Überlebenden und indirekt Betroffenen. Hierin liegt die eigentliche Stärke des Buches. Seit dem Aufstand sind viele Jahre vergangen, vor allem ist die Sowjetunion, und mit ihr auch János Kádárs Regime in Ungarn, zusammengebrochen. Dadurch wurden viele ungemein nützliche Informationsquellen über die damalige Zeit zugänglich, und konnten ausgewertet werden. Die Kunst Paul Lendvais liegt nicht allein darin, dass er es geschafft hat, aus den vielen Quellen die wichtigsten Informationen auszuwählen, sondern vor allem darin, wie er sie auswertet und deutet. Die Frage, warum die wichtigsten Personen, wie Imre Nagy oder János Kádár so handelten, wie sie es taten wird ebenso ausführlich diskutiert, wie das "Kádárrätsel", das Verhalten der anderen involvierten sowjetischen Regierungen und der Westmächte, die Ungarn einmal mehr "im Stich ließen". Ebenso gründlich werden Thesen über die Folgen der Revolution für Ungarn, und den gesamten Sowjetblock besprochen.

Insgesamt liefert Paul Lendvai mit "Der Ungarnaufstand 1956 - Eine Revolution und ihre Folgen" ein sehr gutes Buch zu diesem wichtigen Thema ab, dessen Stärke in erster Linie darin liegt, dass die Geschehnisse nicht nur wiedererzählt, sondern gründlich ausgewertet, analysiert und diskutiert werden. Für eine eindringlichere Beschreibung der Ereignisse empfehle ich zudem das Buch "Die ungarische Tragödie. Wie der Aufstand von 1956 liquidiert wurde", vom damaligen budapester Polizeipräsidenten Sándor Kopácsi.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Später Geborene werden sich schwer vorstellen können, daß in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ein eurasisches Vielvölkergefängnis von ungeheuren Ausmaßen existierte. Von Elbe und Werra reichte es bis an den Pazifik. Vermeintlich für die Ewigkeit zementiert, zerfiel es doch Ende der 80er Jahre verdient kläglich. Alle Gewalttaten, mit denen die Machthaber die ihnen ausgelieferten Völker über Jahrzehnte in Schach hielten, konnten den Zusammenbruch des Ostblocks an inneren Widersprüchen nur aufhalten, abwenden aber nicht. Auf äußere Hilfe durften die hinter dem "Eisernen Vorhang" Lebenden nie hoffen. Im Ergebnis des 2. Weltkriegs hatten die Siegermächte die ihnen verfügbare Welt untereinander aufgeteilt, und ausnahmslos respektierte der "Westen" die festgelegten Einflußgrenzen, die ganz Ost- und große Teile Südosteuropas zur Kriegsbeute des Sowjetdiktators Stalin machten. Ihm hörige Satrapen garantierten in zuvor selbständig gewesenen Staaten schrankenlose Parteidiktaturen nach strikt sowjetischem Muster. Nicht jedes Volk nahm solche Fremdherrschaft widerstandslos hin. Eines der leuchtendsten Beispiele patriotischen Aufbegehrens war die heldenhafte Erhebung des ungarischen Volkes im Herbst 1956 gegen seine Unterdrücker. Niemals darf die Erinnerung daran erlöschen, wie heroisch damals ein kleines Land in geostrategisch fast aussichtsloser Lage sein nationales Selbstbestimmungsrecht zu erkämpfen suchte.
Nur brutalste Niederschlagung des Aufstands durch sowjetisches Militär vermochte, zugleich exemplarisch abschreckend für andere Ostblockstaaten, den ersten ernsthaften Ausbruchsversuch aus dem Völkergefängnis zu vereiteln. Auch wenn der Sowjetimperialismus mit demselben Prozedere 12 Jahre später den Prager Frühling abermals blutig erstickte, brach die fortlebende Freiheitssehnsucht Ende der 80er Jahre - leider erst 33 Jahre nach den Ungarnereignissen- sich doch schließlich unumkehrbar Bahn. Insbesondere wer mit heißem Herzen sowohl 1956 mit den Ungarn wie 1968 mit den Tschechen und Slowaken auf Erfolg ihres Ringens um Freiheit und Menschenrechte gehofft hat, weiß Lendvais hervorragendes Werk über den Ungarnaufstand überaus hoch zu schätzen.
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