Wie der Titel der Rezension und meine 2-STerne-Bewertung schon zeigen, hat mir das Buch absolut nicht gefallen. Es ist nicht nur in simpelster Vorkriegs-Trivialroman-Schwulstsprache geschrieben, der Autor scheint sich auch nicht entscheiden zu können, wie er seinen Helden darstellen möchte: mal ist er als strahlender Held dargestellt, dann wieder werden seine Einfalt und Hässlichkeit betont, einmal geht es um seinen Fleiß und Lernwillen, dann erscheint er wieder dumm und faul - ich kann mir einfach kein Bild von diesem Bakha machen. genauso wirken auch die Handlungen und Äußerungen der anderen Menschen, die Stimmungen der Haupt- und Nebenpersonen unmotiviert und nach dem Zufallsprinzip zusammengestückelt. Es wirkt als ob der Autor einfach schön klingende Phrasen aus verschiedenen Büchern zusammengetragen und aneinandergereiht hätte.
Textbeispiel (Bakha hat Hemmungen, einen Freund von einer Hochzeit abzuholen):
Beim Gedanken an diese Szene schämte er sich. Er war heute sehr nervös. Eine merkwürdige Lepra schien seine Gewebe befallen zu haben; seine Rückenwirbel schienen von innnen her verzehrt zu werden. "Wie kann ich dort Ram Tscharan rufen?" sagte er.
Nachdem er sich mehrmals den Schweiß von der Stirne gewischt hatte, wurde er wieder der Alte. Seine Nervolistät kroch in die überfüllte Welt seiner Eingeweide hinunter und ließ die Oberfläche seines Denkens sauber wie eine Schiefertafel zurück.
Textbeispiel (Bakha denkt über seine Gefühle gegenüber der Braut nach):
Er erinnerte sich noch an den Abend an dem er es (dass sie heiratet) gehört hatte, denn es hatte ihm einen Stich gegeben und Bedauern hatte seine Seele erfüllt, als wäre eine schmerzliche sehnsüchtige Melodie einer Quelle gleich aus dem harten Fels seines Körpers entsprungen. Während der trüben Stunden seiner täglichen Arbeit an den Latrinen hatte er dann noch oft die zarten Klänge dieser schwermütigen Elfenmusik gehört. Aber er hatte nie ganz begriffen, aus welcher Quelle sie floß. Und nachts, wenn er im Halbschlaf in der Dunkelheit seiner Hütte lag, trieb es ihn heimlich dieser unbestimmten elfengleichen Gestalt zu, die er hätte in seine Arme nehmen und an sich pressen mögen. Dennoch konnte er dieses Gefühl nicht mit den Wogen in Zusammenhang bringen, die in ihm hochstiegen, jedesmal wenn er Ram Tscharans Schwester erblickte.
Als er jedoch heute auf ihr Haus zuging, fiel ihm ein, daß diese unbestimmten Empfindungen für sie mitunter bestimmtere Formen angenommen hatten. Bewundernd hatte er seine großen Augen an ihr Gesicht geheftet, als sie ihm einmal auf dem Wege zum Laden begegnete, wo sie mit einer alten Weinflasche Petroleum kaufen ging...
Vom Leseerlebnis her bietet das Buch dem anspruchsvolleren Leser nichts außer einer Erinnerung an andere - zu recht in Vergessenheit geratene - Bücher der dreissiger Jahre. 2 Sterne bekommt es trotzdem, weil es für Uninformierte wie mich doch einige Informationen über das indische Kastenwesen bringt.