Ich habe das Buch hier bei Amazon das erste Mal gesehen und mir auf Grund der Beschreibung bestellt. Ich kenne Twitter seit einem halben Jahr und habe es bisher weniger genutzt. Das Buch sollte mir helfen einen guten Einstieg zu finden und meinen Twitteraccount richtig zum Leben zu erwecken.
Das Buch lässt sich gut lesen, aber es hat meine Erwartung bei weitem nicht erfüllt. Der Preis von fast 25,- EUR ist sehr hoch und dafür sollte einiges geboten werden. Dies ist aber leider nicht so. Auch werden viele Dinge nicht erwähnt bzw. unter den Tisch fallen gelassen die gegen Twitter sprechen, bzw. es nicht als DAS einzig wahre Tool des Web2.0 heraustellt. Dazu aber später mehr.
Für mich war das Buch wie eine Zusammenfassung von etwas zu lesen was man im Internet überall finden kann. Die ersten 100 Seiten waren komplett nichts neues für mich. Daher habe ich das Buch einem Bekannten gegeben der bisher noch kein Twitterer ist. Er gab es mir zurück und meinte, dass es wohl für Anfänger nicht geeignet sei, da kaum Begriffe erklärt werden, ausser eine Übersetzungstabelle. Aber im Text selber werden die "Twitter-Fachwörtern" von der ersten Seite an genutzt ohne eine Erklärung.
Für mich als sechsmontiger Nutzer war das Buch langweilig und brachte nichts Neues. Für den Anfänger wohl zu kompliziert. Scheinbar richtet es sich an jemanden dazwischen.
Gestört hat mich, dass ca. 60-70 Seiten damit "verschwendet" werden sogenannte Best-Practice-Beispiele zu schildern. Hier werden 16 Fragen an 10 Twitterer gestellt die diese beantworten sollen. Die ersten 3-4 waren ja noch ok, aber danach wird es eintönig und die letzten liest man gar nicht mehr. Diese Seiten hätte man sich sparen können, sie füllen das Buch zwar auf, aber weniger mit Klasse, sondern eher Masse.
Masse statt Klasse ist auch eine der wichtigen Aussagen des Buches. Twitter soll wichtig und interessant werden wenn man unzählige Follower hat, hier sei es wichtig diese in Massen zu generieren. Egal ob interessant oder nicht. Es werden Untersuchungen aufgeführt, dass die erfolgreichsten Menschen riesige Netzwerke haben wie auch Twitter. Aber seien wir mal ehrlich: Was soll es bringen wenn ich mit 100.000 Follower generiere und diese alle überall auf der Welt verstreut sind und mir für mein Business hier in Deutschland nichts bringen und davon wieder 90% mir nur folgen weil auch sie mehr Follwers möchten. Das ist sicherlich nicht der Sinn von Twitter.
Für die Autoren ist Twitter das Allerheilmittel gegen alles. Sie sind beide sehr twitterverliebt (das merkt man), aber da spricht ja auch nichts gegen. Jedoch sollte man seine Scheuklappen in solch einem Buch einmal abnehmen und offen dem Leser gegenüber kommunizieren. Twitter scheint, wenn man das Buch liest, nichts negatives mit sich zu bringen und wir sollen alle ganz freudig twittern was wir gerade wann machen.
Aber in der letzten Zeit liest man immer wieder über die Gefahr der Social-Netzwerke und wie freiwillig manche Menschen Informationen öffentlich preis geben die sicherlich nicht immer an die Öffentlichkeit gelangen sollen. Egal ob facebook, twitter oder welches Netzwerk hier sollte man den Leser darauf hinweisen, dass man eben NICHT alles schreiben sollte was man gerade macht. Es wären nicht die ersten Leute die freudig von ihrem Urlaub berichten und zu Hause ganz finstere Gestalten mal einen Besuch abstatten. Twitter machts möglich zu erfahren wer denn gerade wo ist.
Natürlich ist dies kein Problem von Twitter sondern von demjenigen der es einstellt. Aber ich finde es sehr wichtig auf so etwas hinzuweisen und den Lesern die Gefahren aufzuzählen. Auch sonst gibt es Nachteile von Twitter, die man googlen kann, aber im Buch leider nicht findet.
Schade, der Ansatz des Buches ist gut, aber es reicht einfach nicht. Und meiner Meinung nach wird zu einseitig berichtet und nicht offen und kritisch genug.
Daher werde ich weiter im Internet suchen, denn dort findet man in Blogs eigentlich alles was das Buch auch hergibt, aber ich kann mir durch verschiedene Meinungen ein umfassenderes Bild machen.