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Der Trost von Fremden
 
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Der Trost von Fremden [Taschenbuch]

Ian McEwan , Michael Walter
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 11., Aufl. (1985)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257212666
  • ISBN-13: 978-3257212662
  • Originaltitel: The Comfort of Strangers
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 30.639 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ian McEwan
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Alptraum vom Bösen und vom Unterwegssein, ein überzeugender und schwer abzuschüttelnder Alptraum. Doch seine Details sind dermaßen einfallsreich und präzise, dass man Entzücken empfindet." (The New York Times Book Review)
"Eine spannende, hintergründige, prächtig erzählte Geschichte." (Südwestfunk)
"Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht: Dieser Satz aus Georg Büchners 'Woyzeck' könnte als Motto über Ian McEwans Roman stehen. Der Trost von Fremden ist ein irritierendes, atmosphärisch dichtes kleines Meisterwerk." (Neue Zürcher Zeitung)

Kurzbeschreibung

Hochsommer in Venedig, die Stadt ist von Touristen überschwemmt. Auch Mary und Collin sind hier im Urlaub. Parfümiert und sorgfältig gekleidet, machen sie sich auf den Dinnerspaziergang durch die Stadt. Und dann lauert im Labyrinth der beklemmend engen Gassen ein Fremder auf sie, der ihr Schicksal bestimmen wird ...

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
gruselige urlaubsbekanntschaft 27. November 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
von wegen, das buch hat keine pointe: unausweichlich steuert die handlung von der ersten seite an auf ein grausiges finale zu. der roman ist wundervoll durchkomponiert und strukturiert ' mc ewan verliert kein wort zuviel.

zur handlung: colin und mary, ein nicht mehr ganz junges paar, haken in venedig das obligatorische touristenprogramm ab. eines nachts treffen sie den netten,aber etwas aufdringlichen robert, der verspricht, ihnen ein noch geöffnetes restaurant zu zeigen. das unheil nimmt seinen lauf, weil colin und mary an ihren höflichen umgangsformen festhalten und darum den immer unangenehmer werdenden robert nicht loswerden können. in ihrer hilflosigkeit ähneln sie fliegen, die im spinnennetz zappeln und es noch nicht einmal merken. auch dem leser erschliesst sich erst zum schluss, was eigentlich los ist.

colin und mary finden ihre spiegelung ins extreme gesteigert in robert und caroline, die in ihrer leidenschaft vor nichts zurückschrecken. zwangsläufig mündet deren sexuelle obsession in den tod ' entweder den eigenen oder den eines anderen.

"der trost von fremden" ist eines der beklemmendsten bücher, die ich bisher gelesen habe, in einer reihe mit "gesang der insekten" und "himmel über der wüste" von paul bowles. das buch hat mich regelrecht schockiert. sobald ich es gelesen hatte, habe ich wieder von vorne angefangen, um mich zu vergewissern, ob da tatsächlich steht, was ich gelesen habe.

höchst empfehlenswert!
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Wo liegt die Faszination dieses Buches? Ich weiß es nicht. Die ersten Seiten kosten mich Kraft, ich will es wieder weglegen. Doch nach und nach lese ich mich ein und "Der Trost von Fremden" läßt mich nicht mehr los. In knapper, präziser Sprache erzählt Ian McEwan eine einfache Geschichte. Ein Paar fährt in Urlaub. Sie kennen sich gut, lieben sich, leben neben- und miteinander, gehen selbst im Urlaub einer sauber inszenierten Routine nach. Bis sie eines Tages einen Fremden treffen. Zufall? Nur Mary und Colin glauben daran. Anfangs zumindest. Robert - so heißt der Fremde, der ihnen keinen Trost spenden wird - zieht sie mit jeder Begegnung stärker in seinen Bann - und in ihr Verderben. Sie ahnen von dem Damokles-Schwert, das über ihnen schwebt, vom unausweichlichen Schicksal, das sie ereilen wird. Ergeben und machtlos nehmen sie es hin, sie können - und wollen? - es nicht ändern. Auch der Leser spürt von Anfang an, daß "irgendetwas nicht stimmt", daß dieser Mann nicht nur Spuren hinterlassen, sondern Wunden schlagen wird. Beklemmung kommt auf, die Bedrohung ist fast körperlich zu spüren - doch wie Mary und Colin ist jeder, der dieses Buch liest, dazu verdammt, dem grausigen Ende entgegenzuschauen. Hilflos und wissend, mit schreckensgeweiteten Augen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein Thriller, viel mehr... 14. September 2009
Von thogoe
Format:Taschenbuch
Über die Handlung wurde schon in den anderen Rezensionen ausführlich berichtet. Diese (Thriller-) Handlung ist jedoch nur vordergründig und absichtlich(!) nicht schlüssig.

Schlüssig wird sie erst, wenn man den Roman in seiner wirklichen Konzeption nämlich als Psychogramm eines Beziehungsgeflechts liest. Genauer gesagt, Ian McEwan schildert, wie Mary mittels Traumgebilde langsam erkennt, dass ihre Beziehung zu Colin gescheitert ist. Mary wird sich dessen aber erst im Verlauf des Aufenthalts bewusst, indem das Unterbewusstsein diese "Hirn-gespinste" in ihre Tag- und Schlafträume einwebt und sie Colin psychologisch gesehen "tötet" also in der "Realität" die Beziehung beendet. Der Roman ist wie ein Spinnennetz gewebt, in dessen Zentrum diese psychologische Tötung Colins steht also das (Beziehungs-) Netz zerschnitten wird.

Ein englisches Paar verbringt den Sommerurlaub in Venedig. Ihre Beziehung ist nach 7 Jahren nicht mehr frisch und es kriselt. Sie gestalten ihre Tage mit sightseeing, schlafen, Alkohol und dem rauchen von Marihuana. Durch diesen fatalen Mix verlieren sie sich immer wieder in heftige Alpträume und Phantasien, die sie sich anfänglich noch gegenseitig erzählen und mit denen sie in ihrer eingefahrenen Beziehung sogar für kurze Zeit neuen Schwung bringen. Anfänglich ist es noch möglich, den Moment des Wachzustandes und den Übergang in den Traumzustand zu unterscheiden indem der Autor dies benennt. (S23; Sie schlafwandelte von einem Augenblick zum nächsten, und ganze Monate glitten erinnerungslos vorüber, ohne die mindeste Spur ihres bewussten Willens zu tragen.)
Jedoch wird es im Verlauf des Romans immer schwieriger zwischen "Realität" und Traum zu unterscheiden. Dem Leser ergeht es hierbei wie Mary. Genau aus dieser Situation bezieht der Roman dann auch seine Spannung und aus der Psychologie, die sich wie ein roter Faden (Spinnfäden, die Mary webt) durch den ganzen Plot ziehen.

In der Phantasie tauchen die Alter Ego von Mary und Colin auf nämlich Caroline und Robert. Es vermengen sich tatsächlich erlebtes mit dem geträumten und auch zeitliche Abläufe kommen durcheinander. Verknüpfen sich mit Kindheitserinnerungen, Schuldgefühlen, Ängsten, Erwartungen usw. Das ist dann auch die große Stärke des Romans. Jedes Detail spiegelt sich irgendwo im bereits vorigen Kapitel oder danach oder anders gesagt, es werden Spinnfäden vom Traumzustand in den Wachzustand/ Wirklichkeit und umgekehrt gezogen, die das Geschehen des Tages, in einem Traum verarbeiten, dabei allerdings verzerrt und abstrahieren. Z.B. der "reale" Duschvorhang des Hotelzimmers taucht dann als "vergilbter Streifen eines Plastikvorhangs" im Eingang von Roberts Bar auf und der süßliche Geruch des Marihuana-Rauchs als süßliches Parfüm von Robert. Auch die wichtigen Schlüsselszenen S59 ; ein kleines Mädchen, das beim spielen auf der Straße Colin einen Tennisball in die Magengrube wirft, wird umgewandelt in einen Faustschlag, den Robert Colin unvermittelt und grundlos in den Magen drischt. (Hier wird die Unschlüssigkeit der vordergründigen Handlung sehr deutlich)

Die Metaphern sind in gewohnter Ian McEwan Manier treffend und zahlreich eingearbeitet. So z.B. Mary, die Plätze diagonal überquert, die Arme verschränkt, langsam u. stetig (wie eine Spinne, die ihre Fäden zieht;S26). Die Koffer, die am Anfang im Hotelzimmer rumstehen und vom Autor als Belastung definiert werden, sind am Ende nach Colins Tod verschwunden, dennoch packt sie ihr Gepäck in ihre Reisetaschen usw.

Es lohnt sich, den Roman mehrmals zu lesen und es ist ein Vergnügen zu sehen, wie sich der Roman dabei immer wieder in einer neuen Variante interpretieren lässt und wie viele Details der Autor miteinander verwebt. Dadurch wird der Leser angeregt, selbst immer wieder Fährten aufzunehmen, die sich dann aber in dem Komplexitätsgeflecht verlieren. Dem Leser ergeht es hier wie Mary in ihrem Beziehungsgeflecht.
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