Der zwölfjährige Fritz lebt Ende der Sechziger Jahre zusammen mit seinen Eltern und zwei jüngeren Schwestern auf einem Bauernhof in Dänemark. Aufgrund einer Depression wird sein Vater gleich zu Beginn des Filmes in eine Psychiatrie eingewiesen. Dieser Vorfall spricht sich natürlich sehr schnell unter der kleinen Bevölkerung herum, und so wird Fritz wenig später in seiner neuen Schule heftig von seinen Mitschülern getriezt und gehänselt. Die Schule, die von einem skrupellos agierenden Direktor in diktatorischem Stil geführt wird, und nach knallharten und absolut unmenschlichen Verhaltens- bzw. Sanktionsregeln funktioniert, entwickelt sich für Fritz schon sehr schnell zu einem schrecklichen Albtraum, denn eines morgens erlauben sich seine Klassenkameraden einen ganz üblen Scherz mit ihm, worauf er die gnadenlose Züchtigungshärte seines Direktors zu spüren bekommt.
Der neue, und auf Probezeit in der Schule eingestellte Lehrer Freddie Svale, versucht dem Jungen und seinen Eltern dabei zu helfen den Direktor wegen schwerer Kindesmisshandlung vor Gericht zu bringen. Doch das ganze Unterfangen erweist sich schon sehr schnell wesentlich schwieriger als anfangs gedacht, obwohl eigentlich alle Rechte auf der Seite von Fritz und seinen Eltern zu stehen scheinen. Neben den Befangenheiten der Eltern (die Mutter ist Krankenschwester in der Schule, und unterliegt der Schweigpflicht, und der Vater sitzt wegen Depressionen in der Psychiatrie), macht auch eine ganz geschickt eingeleitete Verschwörung seitens des Schulrates eine gerechte Verurteilung des Schulleiters zum Entsetzen der Zuschauer so gut wie unmöglich.
Inspiriert von Martin Luther Kings Rede, und dessen Traum davon, dass Muslime und Christen, bzw. Katholische und Evangelische Menschen irgendwann einmal in Frieden zusammen leben können, träumt Fritz, von einer Schule ohne Gewalt, und tritt ab diesem Moment dem widerlichen Direktor mit unglaublich viel Mut und Charakterstärker entgegen. In diesem Zusammenhang ändert er auch seinen Namen, und lässt sich fortan, getreu seinem Vorbild, mit Martin ansprechen.
Der dänische Film - Der Traum - zeigt realistisch und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen eine ganz traurige Wahrheit, die ich auch schon innerhalb meiner Arbeit als Sozialpädagoge in den letzten 20 Jahren kennen gelernt habe, nämlich, dass Lehrer, die ein Kind schwer misshandeln - in meinem Fall rammte eine Musiklehrerin einem Schüler ihren Eisenkugelschreiber so stark in den Kopf, dass dieser mit 15 Stichen genäht werden musste - häufig ungeschoren davonkommen, weil sie entweder sehr wichtige und einflussreiche Menschen in der Gesellschaft sind, und oder sehr gute Beziehungen zu mächtigen Leuten besitzen, die - so wie im Film gezeigt - aufgrund ihrer Macht, die begangenen Kindesmisshandlungen und Schandtaten der Täter ganz geschickt mit einem Verdrehen des Sachverhaltes vertuschen, oder alles so regeln können, dass im Ernstfall bei einem Prozess wichtige Augenzeugen aus Krankheitsgründen bedauerlicher Weise nicht erscheinen können, oder dass sie zu ihrem persönlichen Vorteil schweigen, aus Angst davor ihren Arbeitsplatz zu verlieren, oder ein schlechtes Arbeitszeugnis ausgestellt zu bekommen, was unweigerlich ihre berufliche Zukunft für immer zerstören würde. - In meinem Beispiel jagte die leitende Direktorin wenig später den Kindern mit Durchfallen und Rauswurf aus der Schule so massive Angst ein, dass diese ihren Eltern wenig später nur noch erzählten, dass sich der Schüler bei einem Treppensturz verletzt hätte.
Der Film - Der Traum - nimmt am Ende trotzdem noch ein völlig überraschendes, um nicht zu sagen traumhaftes Ende. Nur schade, dass es dieses gerechte Ende leider nicht häufiger im wahren Leben gibt.