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Der Tote von Nablus: Ein Fall für Omar Jussuf
 
 
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Der Tote von Nablus: Ein Fall für Omar Jussuf [Taschenbuch]

Matt Beynon Rees , Klaus Modick
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453408233
  • ISBN-13: 978-3453408234
  • Originaltitel: The Samaritan's Secret
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 11,9 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 222.766 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Matt Rees
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Kaltblütige Verbrechen aus 1001 Nacht

Ein junger Mann, Mitglied der kleinen, aber sehr alten Gemeinde der Samaritaner in Nablus, ist grausam ermordet worden. Er hatte für Jassir Arafat gearbeitet und die Gelder für die palästinensische Autonomiebehörde verwaltet, von denen jetzt 300 Millionen fehlen. Omar Jussuf ist wegen einer Hochzeit in Nablus, doch die ist plötzlich nicht mehr wichtig: Erst muss er den Mord aufklären und das Geld finden, bevor alle Hilfsgelder an Palästina eingestellt werden. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Über den Autor

Matt Beynon Rees wurde 1967 in South Wales geboren. Er war lange Jerusalemer Bürochef der "Time", für die er weiterhin schreibt. Er spricht u.a. Arabisch und Hebräisch und ist der Autor von "Cain's Field: Faith, Fracticide, and Fear in the Middle East". "Der Verräter von Bethlehem" ist sein erster Omar-Jussuf-Krimi, für den er u.a. den John Creasey Dagger der CWA erhielt. Es folgten "Ein Grab in Gaza", "Der Tote von Nablus" und "Der Attentäter von Brooklyn". Matt Rees lebt mit seiner Familie in Jerusalem.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ein außergewöhnliches Buch ist hier zu besprechen, ein Buch aus der Mitte eines der längsten und historisch tief reichendsten Konflikte dieser Welt. Ein Buch, dessen Hauptfigur lebt in einem Ort, der vor 2000 Jahren Geschichte schrieb, als dort der Überlieferung des Lukasevangeliums zufolge Jesus von Nazareth in einem Stall geboren wurde. Jenes von einem kleinen Teil der Juden damals als Messias verehrten Menschen, den sie bald als Gottessohn verehrten und der zur Gründungsfigur einer Weltreligion wurde.
Bethlehem ist aber auch ein Ort, der von den Muslimen hochgeschätzt wird und liegt heute mitten in palästinensischem Gebiet.

Matt Beynon Rees, der Autor dieses außergewöhnlichen Kriminalromans, ist in Wales geboren und lebt seit langem in Jerusalem, wo er bis vor kurzen als Bürochef der "Time" gearbeitet hat. Er kennt sich also nicht nur mit der Geschichte des Konfliktes aus , der sich dort abspielt, sondern auch mit seinen aktuellen Ausformungen, Höhepunkten und all seinen Irrationalitäten.

Mit Omar Jussuf hat er einen Protagonisten erfunden, der auf mutige und sympathische Weise versucht, mitten in einem Strudel von Gewalt, Ideologie, Fanatismus und Korruption als Lehrer einer von den UNO unterhaltenen Schule seinen palästinensischen Schülern etwas beizubringen von der Geschichte des Konflikts, in dem sie aufgewachsen sind, wobei er immer bestrebt ist, die platten Freund-Feind-Bilder aufzubrechen und sich vehement gegen die Parole zur Wehr setzt, die Juden einfach ins Meer zu treiben.

In seinem neuen Buch führt Matt Beynon Rees seinen sympathischen Protagonisten nach Nablus. Zusammen mit seiner Frau ist er eingeladen zur Hochzeit eines Freundes namens Sami Dschaffari, der in Nablus bei der Polizei arbeitet. Diue Hochzeit wird zusammen mit der Feier Dutzender anderer junger und mitteloser Männer von der Hamas finanziert, in deren Dunstkreis sich Omar Jussuf bei seinem neuen Fall über das ganze Buch hinweg bewegt.

Kaum angekommen, erfährt er von Sami, dass eine alte und wertvolle Schriftrolle der Samaritaner, die in Nablus mit einem Rest von 600 Getreuen ihre jahrtausendealte jüdische Spezialgeschichte verwalten, gestohlen worden ist. Sami nimmt Omar Jussuf mit auf seine Ermittlungen, weil der als Geschichtslehrer natürlich an der Rolle interessiert ist und an der Geschichte der Samaritaner, von der er viel, Sami allerdings, obwohl sie in direkter Nachbarschaft leben, wenig weiß.

Genauso schnell, wie sie verschwunden war taucht die Schriftrolle auch wieder auf, dafür findet man kurze Zeit später auf dem Berg Garizim, auf dem früher der Tempel der Samaritaner gestanden haben soll, die Leiche eines jungen Mannes. Er ist der Sohn des alten Priesters der Samaritaner, der im Verlauf des Buches noch eine besondere Rolle spielen wird, und war bis zu dessen Tod der Finanzberater des "Alten" also Jassir Arafat, dem Führer der PLO, der selnbst nach dem Tod der Hamas verhasst ist.

Auch Omars aus den ersten beiden Büchern dem Leser bekannter Kollege Chamis Sejdan, ein mit allen Wassern der Kriminalität und Korruption gewaschener Polizist mit einer bewegten Vergangenheit, von der wir im vorliegenden Band wieder etwas mehr erfahren, ist mit von der Partie, die mitten hinein führt in dien innerpalästinensischen Auseinandersetzungen über 300 Millionen Dollar, die Arafat von der Weltbank bekam und in seine Privatschatulle gesteckt hat, von der der Tote junge Mann Kenntnis hatte.
Es geht weiters um eine Liste von schmutzigen Geschichten über PLO-Mitglieder, auf der auch Chamis Sejdan zu finden ist, es geht um den Verdacht, Jassir Arafat sei homosexuell gewesen und an Aids gestorben.
Matt Beynon Rees nimmt bei der Beschreibung der Zustände auf die sein Ermittler wider Willen dort in Nablus trifft, genauso wenig ein Blatt vor den Mund, wie bei der Schilderung der Zustände im Westjordanland, in Bethlehem und in Gaza in seinen ersten beiden Büchern.

Das spannend erzählte Buch ist ein Dokument des verzweifelten Kampfes Einzelner um Gerechtigkeit in einer von Gewalt und Korruption verseuchten Umwelt. Es sind literarische Zeugnisse wie das vorliegende, die mich neben den aktuellen Nachrichten erheblich zweifeln lassen, ob es für dieses Gebiet und für den Konflikt dort überhaupt jemals eine Lösung geben wird.

Omar Jussuf jedenfalls wäre in der Realität schon längst einem Attentat irgendeiner seiner Glaubensbrüder zum Opfer gefallen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich kenne die ersten beiden Bände dieser Krimireihe nicht, war aber zunächst sehr angetan von der Idee, den Nahostkonflikt einmal nicht in Form eines Sachbuchs abzuhandeln. Der Autor bringt dafür die besten Voraussetzungen mit, und es ist ihm in der Tat hervorragend gelungen, das Leben im palästinensischen Autonomiegebiet hautnah zu schildern. Man erfährt außerdem viel über die Samaritaner, ihre Geschichte, Religion und Nöte in einer Gesellschaft, in der es eigentlichen keinen Platz mehr für sie gibt. Der Konflikt zwischen Fatah und Hamas ist allgegenwärtig und bildet den Hintergrund eines Plots, dem es nicht an Spannung fehlt - doch leider lässt die Umsetzung einiges zu wünschen übrig.

Allzu oft kommt dem durchaus sympathischen, aber bisweilen doch etwas naiv wirkenden Ermittler" der eine oder andere Zufall zu Hilfe, allzu unglaubwürdig sind die Szenen, in denen ihm Verdächtige und Zeugen bereitwillig Auskunft geben, allzu plump konstruiert wirken die Momente der Gefahr und des knappen Entkommens. Als Krimi konnte mich das Buch deshalb nicht überzeugen, und als Roman über die Situation der Palästinenser (und der Samaritaner) ebenso wenig, denn dafür stand wiederum die Krimihandlung zu sehr im Vordergrund.

Was mich überdies gestört hat, ist die Angewohnheit des Autors, seinen Lesern ständig die Gedanken Omar Jussufs aufzudrängen - ich hätte an vielen Stellen lieber selbst gedacht und meine eigenen Schlüsse gezogen. Schmerzlich vermisst habe ich hingegen ein Glossar im Anhang, um gelegentlich kurz nachschlagen zu können, was denn dieser oder jener arabische Ausdruck bedeutet. Und eine Karte Israels mit den palästinensischen Autonomiegebieten hätte ich als Orientierungshilfe ebenso zu schätzen gewusst wie einen kleinen Stadtplan von Nablus.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
"Der Tote von Nablus" besteht aus allen Ingredienzien des klassischen europäischen Krimis: Ein Geschichtslehrer ermittelt als Laie in einem Mordfall, die Polizisten sind ehrlich oder dubios, ein Kapitalist spielt eine zwielichtige Rolle und der Plot ist überraschend. All dies würde hier allerdings eine nur durchschnittliche Beurteilung rechtfertigen. Wenn nicht die Handlung im Westjordanland spielen würde. Der detektivische Laie unterrichtet in einem palästinensischen Auffanglager, die Polizisten gehören der Fatah an, der Tote war wirtschaftlicher Berater des Fatah Führers und späteren Präsidenten Arafat. Der Mord scheint Folge eines Konfliktes zwischen Fatah und Hamas zu sein. Eine wesentliche Rolle spielen offenbar Geldzuwendungen an die palästinensische Autonomiebehörde, die in dunklen Kanälen verschwunden sind. Der europäische Leser, der die Region und ihre Probleme nur aus den Nachrichten kennt, wird durch die Handlung auch an Aspekte des Alltags in den Palästinensergebieten herangeführt. Seinen Reiz erfährt das Buch insbesondere durch die Schilderung des Spannungsfeldes zwischen Fatah- Hamas- Israel - Religion. Diese Komposition macht das Buch interessant und äußerst lesenswert. Punktabzug nur wegen eines nicht optimalen Leseflusses.
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