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Der Tote mit meinem Namen
 
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Der Tote mit meinem Namen [Gebundene Ausgabe]

Jorge Semprún , Eva Moldenhauer
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 202 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (16. März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518413252
  • ISBN-13: 978-3518413258
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,6 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 836.523 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jorge Semprún
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Für andere Schriftsteller mag der alles bedeckende Schnee Metapher sein für den Verlust des Gedächtnisses, für den spanischen Autor Jorge Semprun ist er ein mehr als greifbares Symbol für das schmerzhafte Erwachen der Erinnerung. "Eines Nachts, plötzlich, nach einer langen Woche, war Schnee in meinen Schlaf gefallen", hieß es in Sempruns autobiografischem Roman Was für ein schöner Sonntag: Jener Schnee des Dezembers 1944, in dem der KZ-Häfling Nr. 44904S, Gérard Sorel, Deckname Sempruns in der französischen Résistance und in Buchenwald, durch Nachfragen von außen aus der rettenden Anonymität ins Bewusstsein der Lagerleitung gezerrt und zum Tode verurteilt, plötzlich und unvorhersehbar sein Leben geschenkt bekam. Weil es jemanden gab, der sich in seinem Namen opferte.

Seither hat Semprun immer wieder gegen das Vergessen nationalsozialistischer Greueltaten angeschrieben. "Ich bin sicher, daß mein Tod mich an etwas erinnern wird", zitiert Semprun den Roland Dubillard in seinem neuen Roman, um dann die fiktiv verrätselte Geschichte seiner eigenen Errettung zu erzählen. Wieder beginnt sein Roman im Schnee, dem trügerisch blendenden "Schimmer des Ewigen" auf der Höhe des Etterbergs, wieder an jenem denkwürdigen Sonntag, an dem unter den Lebensmüden des Lagers ein "passender Toter" für den 1943 von der Gestapo Verhafteten gefunden wird: einer, der ihm äußerlich ähnlich sieht und dem der Icherzähler am Vorabend seiner Exekution im Totenhemd zur Seite steht. Und wieder entfaltet Semprun ein hinreichend anschauliches Panorama des unfassbaren, im Stalinismus fortgeführten Grauens: eine Reise in die eisig kalte Hölle Buchenwalds, die aus dem Vergessen immer wieder ins "kollektive Gedächtnis" gerissen werden muss.

Weder den Historikern noch den Soziologen sei es bisher gelungen, schreibt Semprun in Der Tote mit meinem Namen, "die wahren Zeugen, das heißt die Toten, zu ihren Kolloquien einzuladen", um gleich darauf die Frage anzuschließen: "Wie sie zum Sprechen bringen?" Genau dies aber hat Semprun ein weiteres Mal getan. Und so gezeigt, wozu engagierte Literatur jenseits von wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem KZ-Alltag, gut sein kann. --Thomas Köster

Pressestimmen

"'Der Tote mit meinem Namen' ist nochmals ein großes Buch der Lagerliteratur: seiner Bedeutung nach ein endgültiges - mehr wird nicht zu sagen sein - und möglicherweise auch das letzte." (FAZ)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich schließe mich der vorangegangen Rezension an ('Seidler').
Gekauft habe ich das Buch wegen des Titels, der mich sofort ansprach.
Vom Inhalt war ich dagegen eher enttäuscht.
Die Handlung wand sich schleppend dahin, immer wieder unterbrochen von Reflexionen des Autors und Ausflügen in die französische Literatur, die mich ehrlich gesagt nicht sehr interessierten.
Das Buch war sehr kopflastig und blutleer (darf man das über ein KZ-Buch sagen?).
Natürlich muß gute Literatur nicht spannend sein im Sinne von: 'wie geht es weiter, was passiert als nächstes?', aber langweilen darf sie eben auch nicht.
Der Titel, bzw. die Rahmenhandlung dieses Romans (der Erzähler soll die Identität eines Toten annehmen, um sein eigenes Leben zu retten) wirkte wie ein Konstrukt, das der Autor lediglich bemüht hat, um seine Reflexionen irgendwie zusammenzuhalten, bzw. in eine äußere Form zu bringen.
Dadurch ist der Titel im Grunde irreführend und hält nicht, was er verspricht.
Mir gefällt Imre Kertesz, der ja auch sehr kopflastig und wenig handlungsorientiert schreibt, dessen Reflexionen mich aber immer interessieren, deutlich besser.
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9 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Berlin schickt eine Anfrage betreffs des dort insässigen Autors an die Verwaltung des Konzentrationslagers Buchenwald. Seine Gesinnungsgenossen (allesamt Kommunisten) befürchten, daß der Erzähler zum Abtransport in eines der Vernichtungslager (Auschwitz, Maydanek) bestimmt ist und wollen ihm zu einer neuen Identität verhelfen. Er soll im Krankenrevier das Bett neben einem Sterbenden bekommen und später dessen Identität annehmen,er selbst soll als verstorben gelten. Was hier vielleicht ungeheuer spannend klingt, war in Wirklichkeit ein eher trockener Lesestoff. Teilweise sehr interessant waren die Assoziationen des Autors zu Lyrikern aus verschiedenen europäischen Ländern, die er nicht müde wird in der jeweiligen Sprache zu zitieren. Der Leser hat somit Gelegenheit, seine Kenntnisse der französischen und spanischen Sprache zu überprüfen, die Informationen, die er über das Leben im KZ Buchenwald erhält sind jedoch nur bruchstückhaft. Das Gefühl des Grauens, der Todesangst wird in diesem Buch zwar auf hohem sprachlichem Niveau aber mit sehr beschränkter Wirkung auf das Gemüt des Lesers geschildert. In jedem Fall, ein lesenswertes Werk auch wenn die Geschichte des "Toten mit meinem Namen" letztendlich nur einen Nebenschauplatz darzustellen scheint. Ein wenig erinnert die sprunghafte Erzählweise (spätere Begegnungen mit ehemaligen KZ_Insassen werden wiederholt mit eingestreut) an den englischen Erzähler Somerset Maugham, ohne daß Semprun dessen sprachliche Eleganz erreicht. Soll man die Literatur überhaupt bewerten, in der ehemalige KZ-Häftlinge ihre traumatischen Erlebnisse aufarbeiten?
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