*Es war ein kühler, klarer Herbsttag in San Francisco des Jahres 1960, und John F. Kennedy war gerade zum Präsidenten gewählt worden. Samuel Hamilton saß im Camelot, seiner Stammkneipe, an dem großen runden Tisch, an dem er fast jeden Abend mit Reginald gesessen hatte. Die Besitzer des Camelot ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der Name der Bar von der Geschichtsschreibung einmal zur Beschreibung von Kennedys kurzer Präsidentschaft und des Regierungsstils seines Familienclans herangezogen würde.
Samuel hatte schottisches und deutsches Blut in seinen Adern, und er war aus Nebraska an die Westküste gekommen, um in Stanford zu studieren. Aber nachdem seine Eltern einem Raubmord zum Opfer gefallen waren, hatte er sein Studium vorzeitig abgebrochen. Das sollte nicht die einzige Katastrophe bleiben, die über ihn hereinbrach. Er hatte den Schock über den gewaltsamen Tod seiner Eltern noch nicht überwunden, da stieß er in betrunkenem Zustand frontal mit einem anderen Auto zusammen und verletzte dabei eine junge Frau schwer. Dass er nicht ins Gefängnis musste, hatte er allein den raffinierten juristischen Winkelzügen eines jungen Anwalts aus San Francisco zu verdanken; ihm wurde lediglich für drei Jahre die Fahrerlaubnis entzogen ...*
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Inhalt & Fazit:
Samuel Hamilton: Ein unbedeutender Anzeigenverkäufer einer Zeitung in San Francisco - mit dem Traumziel: Reporter.
In seiner Freizeit geht er am liebsten in die Bar Camelot, die zu seinem zweiten Zuhause geworden ist. Hier trifft er unter anderem seinen extravaganten Freund Reginald Rockwood III. - stets im eleganten Smoking anzutreffen. Oder aber den etwas abgehalfterten Magier und Wahrsager Robert Graf Maestro ...
Als Reginald Rockwood bei einem Unfall stirbt, ist Samuel zutiefst erschüttert. Erstaunt muß er feststellen, dass Melba, die Wirtin des Camelot, seine hohe Meinung über Reginald nicht teilt. Aber erst, als er auf der Beerdigung der einzige Gast ist, wird Samuel misstrauisch. War Reginald wirklich der reiche Mann, für den er sich immer ausgegeben hat?
Und so beginnt Samuel nachzuforschen, und je länger er recherchiert, desto unglaublicher ist die Geschichte, die zutage kommt. Seine Ermittlungen führen ihn in das Herz von Chinatown, wo er plötzlich selbst zur Zielscheibe skrupelloser Verbrecher wird ...
Zu spät (?) wird dem jungen Mann klar, dass Neugier in gewissen Kreisen tödlich sein kann ...
Ein bemerkenswerter Erstling des Autors! Exellent gezeichnete Charaktere, ein stimmiger Spannungsaufbau sowie ein ebensolcher Plot - des öfteren wird man in der Anlage geradezu erinnert an einen Raymond Chandler.
William C. Gordon ist der Ehemann von Isabel Allende - hat sie ihn inspiriert / gegengelesen? Wenn ja oder auch nein - wie dem auch sei: Das Ergebnis ist als sehr gelungen zu bezeichnen! Für diesen Debüt-Roman sind 5 Sterne meiner Meinung nach durchaus zu vergeben ...
Mit den besten Grüßen -- Reinhard Busse