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Der Tote im Bunker: Bericht über meinen Vater
 
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Der Tote im Bunker: Bericht über meinen Vater [Gebundene Ausgabe]

Martin Pollack
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag Ges. m.b.H.; Auflage: 3 (20. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552053182
  • ISBN-13: 978-3552053182
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 177.707 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Verbleibende Leerstellen in dieser Rekonstruktion kleistert Pollack nicht mit Rückschlüssen zu; er läßt offen, was er nicht herausfinden konnte, schwingt sich nicht zu endgültigen Urteilen auf. (...) Pollack zeichnet das atmosphärisch dichte, minutiös recherchierte Bild eines Milieus, das zum Nährboden für den Nationalsozialismus wurde." Julia Kospach, Profil, 16.08.2004 "Die Nüchternheit des Stilisten Pollack kennt keine Schnörkel, billiges Pathos ist ihm wesensfremd... Pollacks großartiges Buch läßt sich nicht ohne Erschütterung lesen. Durch die Lektüre werden wir Zeugen einer Enthüllungstragödie von antiker Dimension." Ulrich Weinzierl, Die Welt, 11.09.2004 "...eine große erzählende Reportage, eine ärchologische Spurensuche und ein mentalitätsgeschichtlicher Essay... Gerade daß es offen scheitert im Verstehen, macht - auch literarisch - seine Größe aus." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 11.09.04 "Schmucklos, in präzisen Beobachtungen und darum umso packender läßt uns Pollack daran teilhaben, wie er in die Welt jener Zeiten eintritt... Er reflektiert das Erfahrene, vergleicht es mit seinen spärlichen Erinnerungen... Sein Buch ist der großartig geglückte Auszug aus der Sprachlosigkeit." Michael Freund, Der Standard, 04.09.2004 "Ein bedrückendes Buch, eine kluge und glänzende Dokumentation und zugleich empfindsame Literatur. Ein Glücksfall." Gabriele von Arnim, Tages-Anzeiger Zürich, 24.12.2005 "Im Kontrast zu den aufwühlenden Details und manchen Erinnerungsfetzen, die der Stilist Martin Pollack virtuos wiederholt, hält er seinen Bericht in einem klaren, ruhigen, oft lakonischen Tonfall - und erzählt dabei doch eine irritierend fesselnde Geschichte. Auf beeindruckend ausgeglichene Weise balanciert er zwischen Nähe und Abstand, zwischen schmerzvoller Vatersuche und selbstverständlicher Abgrenzung." Erna Lackner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kurzbeschreibung

Im April 1947 wird in einem Bunker an der österreichisch-italienischen Grenze ein Toter entdeckt. Die Leiche weist zwei Kopfschüsse und einen Schuß in die Brust auf. Der Ausweis, der bei dem Toten gefunden wird, stellt sich als gefälscht heraus. Nachforschungen aufgrund einer Tätowierung am linken Oberarm und Schmissen im Gesicht ergeben die wahre Identität des Toten: Es handelt sich um Dr. Gerhard Bast, geboren 1911, SS-Sturmbannführer, Mitglied der Gestapo, auf der Fahndungsliste für Kriegsverbrecher geführt. Über ein halbes Jahrhundert später fährt Martin Pollack nach Südtirol, um die Umstände dieses Todes zu eruieren. Sein Bericht spürt mit ungeheurer Intensität einem Menschen, einem Leben nach, das von Gewalt bestimmt war und durch Gewalt endete. Martin Pollack hat diesen Menschen kaum gekannt, doch er stand ihm nahe wie sonst niemand - es war sein eigener Vater. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von dr_rgne VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Martin Pollack entwickelt anhand von Familienfotos und Recherchen in Archiven die Lebengeschichte seines Vaters, seines Zeichens Offizier in SS, SD und Gestapo. Zum besseren Verständnis der Entwicklung des Vaters holt der Autor allerdings noch weiter aus: er beginnt mit seine Darstellungen am Ende des 19. Jahrhunderts bei seinem Grossvater, der in der Südsteiermark aufgewachsen ist. So erkennt man, dass die Sehnsucht vieler nach einem grossdeutschen Reich bereits in der Monarchie ihre Wurzeln hatte.
Besonders wertvoll empfinde ich die Art und Weise wie Verbrecher des Nazi-regimes durch die Aufarbeitung der Familiengeschichte Gesichter bekommen. Anstelle der anonymen Monster dieser Zeit treten Menschen, die einem eigentlich ganz normal erscheinen. Unerklärlich erscheinen die Widersprüche zwischen Pflichterfüllung im Regime einerseits und persönlichen Beziehungen andererseits: so befiehlt der Vater Ermordungen von Juden, feiert aber ebenso Familienfeste mit jüdischen Verwandten, als ob nichts dabei wäre. Ein sehr interessantes und lehrreiches Buch.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Akribische Vatersuche 2. November 2004
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
In einem Bunker an der österreichisch-italienischen Grenze wird im April des Jahres 1947 die Leiche eines durch Kopfschüsse getöteten Mannes entdeckt. Durch Nachforschungen wird der Mann als Dr. Gerhard Bast identifiziert. Er war im Dritten Reich SS-Sturmbannführer und stand auf der Liste der Kriegsverbrecher.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später, im Sommer 2003, macht sich der ehemalige Spiegelredakteur auf den Weg nach Südtirol, um die Gegebenheiten des Todes zu untersuchen. Martin Pollak hat diesen Menschen nie gesehen, aber es war sein Vater. Er hat seit Jahren gewartet, hat überlegt ob er es wagen kann, mit diesen Recherchen zu beginnen.

Und dann macht er sich doch daran und erzählt in einer wunderbaren Art und Weise die ganze Familiengeschichte. Wie diese „Deutschnationalen", Vater, Großvater, ja die ganze Familie automatisch Nationalsozialisten wurden. Er geht sehr vorsichtig damit um und beschreibt alles auf eine kluge und feine Art und Weise, ohne viel zu hinterfragen. Er erkennt, dass das Leben seines Vaters mit Gewalt endete und dass dieses ganze Leben auch von Gewalt geprägt war. Fragen, „wie konnte mein Vater, wie konnte meine Familie das alles tun"? , diese Fragen überlässt er dem Leser.

Der Autor hat unwahrscheinlich gut recherchiert, mit äußerster Akribie und er zeigt dabei auch die brutale Struktur des SS Systems auf, in einer Art und Weise die zu tiefst erschüttert.

Ein glänzend geschriebenes Buch, eines der besten Bücher einer „Vatersuche".

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Im Sog der Zeit 13. Februar 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Martin Pollack recherchiert die Lebengeschichte seines Vaters, Offizier in SS, SD und Gestapo-Leiter von Linz. Interessant sind in diesem ausgezeichnet geschriebenen Buch zwei Ebenen. Zum einen gelingt es Pollack seinen Vater und somit die Nazi-Generation nicht isoliert zu betrachten, wie das so oft vorkommt. Er schreibt nicht "vorher gut - dann die Nazis - nachher alles wieder gut", sondern leitet sehr anschaulich ab, wie diese Entwicklung vonstatten ging. Schon der Großvater von Pollack war Nazi (illegaler), daher auch der nacheifernde Sohn und sein Bruder. Es war der Aufbruch in eine - so hofften wohl manche - neue Zeit, lemminghaft sind alle mitgelaufen und haben es sich gerichtet. Karrieretypen haben auch hier Karriere gemacht und wurden somit zu den Ober-Verbrechern. Nach dem Krieg, nach der Ermordung seines Vaters: Bei seiner Großmutter und bei seinem Großvater von Einsicht keine Spur, nur reden darf man halt nicht mehr drüber. Nichts gehört, nichts gesehen, nichts gewußt.

Die zweite Ebene ist diejenige einer Familientragödie. Denn Pollacks Vater ist eigentlich ein Ehebrecher, der in die intakte Ehe seiner Mutter mit dem viel älteren Herrn Pollack einbricht. Die junge Mutter fühlt sich offenbar durch den schneidigen Karrierenazi so angesprochen, dass sie ringsherum alles vergißt und "überläuft", Pollacks Vater noch wenige Monate vor Kriegsende heiratet. Nach dem Krieg, auch hier Verdrängung, kehrt sie zum ursprünglichen Ehemann zurück. Nie spricht sie mit Pollack über den leiblichen Vater, erst spät erfährt er seine eigene Geschichte.

Was lernen wir aus Pollacks erstklassigem Buch? Wie Zahnräder greifen die Entwicklungen dieser Zeit ineinander, man hat fast den Eindruck, dass ein Entrinnen unmöglich war. Der Mensch passt sich an alles an und verhält sich im Grunde immer gleich. Ein nicht sehr beruhigendes Gefühl, denn eine Wiederholung erscheint somit möglich.
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