Amazon.de-Hörbuchrezension
Da staunt Mr. Tipps nicht schlecht: In seiner Badewanne liegt ein Fremder! Noch dazu ein Nackter, bekleidet alleine mit einem Zwicker. Und tot ist er obendrein! Lord Peter Wimsey dagegen ist von der Nachricht über den skurrilen Fund sofort angetan -- schließlich interessiert sich der Hobbykriminalist brennend für alles Absonderliche. Außerdem ähnelt der Tote einem Börsenmakler, der vor kurzem verschwunden ist. Ist er der mysteriöse Nackedei?
Mit Der Tote in der Badewanne startete die britische Autorin Dorothy Leigh Sayers 1923 ihre Krimireihe um den eleganten Hobbydetektiv Lord Peter Wimsey. Dass es einmal so etwas wie Hörbücher geben wird, hätte Sayers sich sicher nicht träumen lassen. Doch wenn, hätte sie wohl für jemanden wie Christian Brückner als Vorleser plädiert. Der Schauspieler und Synchronsprecher (unter anderen von Robert de Niro, Marlon Brando) schafft es alleine durch den leicht nasalen, snobistischen Klang seiner Stimme und ohne helfende Hintergrundgeräusche, Musik etc. britisches Flair ins heimische Wohnzimmer zu zaubern. Der hintergründige Humor der Autorin, ihre nuancierten Gesellschaftsbeschreibungen sind bei Brückner in besten Händen, nichts geht verloren auf dem Weg vom geschriebenen zum gesprochenen Wort. Ein Grund mehr, Dorothy L. Sayers, eine der großen alten Damen der britischen Kriminalliteratur, (wieder) zu entdecken. --Beate Strobel
Lesung, Spieldauer: 370 Minuten, 5 CDs; erhältlich als MC oder CD.
Pressestimmen
Christian Brückner ist. ohnehin über fast jeden Zweifel erhaben. Seine Interpretation kommt ebenso lässig wie ironisch daher, ohne dabei jemals an Spannung zu verlieren - dem Stoff also absolut angemessen. (hörBücher 06/09)
Man sollte diesem Krimi am besten zum Fünf-Uhr-Tee lauschen. Denn Christian Brückner trifft ganz vorzüglich diesen Erzählton aus altmodischem Charme und düsterer Noblesse, den man an Dorothy L. Sayers' Kriminalromanen so schätzt. (Donau-Kurier)
Gerade dieses Schweben zwischen Ironie und tödlichem Ernst gelingt dem Vorleser, Christian Brückner, auf bestechende Weise. In nur leichten Andeutungen vermittelt er den Spott, charakterisiert er die Personen ohne Übertreibung sehr treffend und überzeugt in jeder Zeile. Etwas anderes erwartet man von Brückner ohnehin nicht. Schön, dass er seinem Ruf wieder einmal gerecht wird. (Mannheimer Morgen)
Kurzbeschreibung
"Der Tote in der Badewanne" ist Dorothy L. Sayers erster Roman, erschienen 1923. Die Ermittlungen in einem Mordfall übernimmt Lord Peter Wimsey, Mitglied des Hochadels und Privatdetektiv. Die Geschichte beginnt mit dem Fund einer Leiche in der Badewanne des Architekten Mr. Thipps sowie dem mysteriösen Verschwinden des angesehenen Finanzmanns Sir Reuben Levy. Spannend bis zur letzten Seite bildet der Roman den Auftakt einer Reihe von Detektivromanen mit "seiner Lordschaft" Peter Wimsey.
Autorenportrait
Dorothy Leigh Sayers, geboren am 13. Juni 1893 als Tochter eines Pfarrers und Schuldirektors aus altem englischem Landadel, war eine der ersten Frauen, die an der Universität ihres Geburtsorts Oxford Examen machte. Sie wurde Lehrerin in Hull, wechselte dann aber für zehn Jahre zu einer Werbeagentur. 1926 heiratete sie den Hauptmann Oswald Atherton Fleming. Als Schriftstellerin begann sie mit religiösen Gedichten und Geschichten. Auch ihre späteren Kriminalromane schrieb sie in der christlichen Grundanschauung von Schuld und Sühne. Ihre über zwanzig Detektivromane, die sich durch psychologische Grundierung, eine Fülle bestechender Charakterstudien und eine ethische Haltung auszeichnen, sind inzwischen in die Literaturgeschichte eingegangen. Christian Brückner (geb. 1943) arbeitet als Schauspieler und Sprecher. Er hat viele herausragende Hörspiele und Lesungen produziert. Als Synchronsprecher leiht er seine Stimme u.a. Robert de Niro. Christian Brückner erhielt 1990 den Adolf-Grimme-Preis