Wendigo, der Todesvogel, ist wieder eingeflogen. Er hat das Hühnchen schon im Visier, das er bald reißen wird. Der grüne Zauberring ist schon an Ort und Stelle. Doch als es so weit ist, fehlt der Zauberring. Und Inspektor Hans-Jochen Sievers muss den Fall eines toten Mädchens lösen, das in der Nähe eines Sportinstituts gefunden wird... Ein wunderbar geschriebener Krimi mit einem leider etwas enttäuschenden Ende. Merten gelingt es, sich in kleinen, clipartigen Szenen in die Köpfe seiner handelnden Personen hineinzubegeben, ihre Gedanken einzufangen und sie aufzuschreiben. Da ist der melancholische Inspektor Sievers, der Olympiazweite von München im 1500-Meter-Lauf, der in der Einflugschneise wohnt und einen schweren Fall zu lösen hat; Da ist Wendigo, der sich mit einem lauten Krüh-Krüh auf seine Opfer stürzt; Da ist Lalotte, das junge, frigide Mädchen, das einen Zauberring haben sollte; Da ist ihre dicke Stiefschwester Jenny, die den Zauberring hat, und außerdem die Regel und eine Packung Binden, in der sich seltsame Bilder mit einem eigierten Männerschwanz befinden; Da ist Bashir, der Ägypterjunge, der eigentlich 1000 Mark haben sollte, die er ab er verliert, als ihn der Bus überfährt; Da ist Schnulli, die heroinsüchtige Nutte, die einen Schuss braucht und die 1000 Mark nicht mehr hat, dafür aber einen Schlüssel zu einem Schließfach mit einer geklauten Jacke; Da ist der Mikrobiologe Kaulich, der besser zur Sportgruppe für Herzkranke gegangen wäre, statt jungen Frauen beim Duschen zuzuschauen und sich dabei einen runterzuholen; Und da ist Kokel, der auf die Außerirdischen wartet und schon mal alles aufschreibt. Täter, Opfer und Zeugen in einem verrückten Krimi aus der alten Bundeshauptstadt, in dem viel gelaufen wird. Die Charaktere werden kurz, aber aufs I-Tüpfelchen genau beschrieben, der Fall wird logisch aufgerollt, nur - wie gesagt - der Schluss zündet nicht wirklich. Trotzdem: Ein hervorragender Unterhaltungskrimi, der auf mehr von diesem Autor neugierig macht.