Ich habe mir ein Paket mit 19 Büchern im Internet bestellt, bin in Urlaub geflogen und habe einfach zufällig zu "Der Todeskünstler" gegriffen, um es in meinen Koffer zu packen...hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich vielleicht zweimal überlegt...wie dem auch sei! Ich habe das Buch in 2 Tagen verschlungen und konnte es nicht weglegen. Anders als in einigen Rezensionen beschrieben, finde ich nicht, dass das Werk nur von Brutalität lebt. Sicherlich sind es unfassbar grausame Szenen, die sich im Kopf abspielen, wenn McFadyen die Morde und die Lust daran beschreibt...dennoch hat mich viel mehr entsetzt, welche übertrieben herbe und grausame - nicht in Worte zu fassen- Rückschläge die grundsätzlich liebe Seele der Sarah erleidet. Ich fand es fast unerträglich zu lesen, wie der Todeskünstler sie immer wieder aus Ihrer heilen Welt reißt.
Den Sprung der Perspektive durch die Einbindung von Sarah's Tagebuch ist meiner Meinung nach genial. Man ist - genau wie Smoky - heiß darauf es bei der nächsten Gelegenheit weiter zu lesen.
Im Nachhinein betrachtet, ist es tatsächlich ein Hauch zu amerikanisch, aber es ist mir beim Lesen nicht aufgefallen, weil ich einfach zu entsetzt, gefesselt und gespannt war, wie es weiter geht.
Nach jedem Beschreiben der neu aufgebauten, scheinbar heilen Welt, die sich für Sarah ergibt, war ich - trotz, dass man es ahnt - so entsetzt, dass der Künstler wieder auftauchte, dass ich den Tränen nah war.
McFadyen schafft es, dass der Leser mitfühlen und zittern und ekeln kann und mir persönlich hat er unruhige Nächte bereitet, denn die Bilder, oder die Vorstellung, jmd könnte wirklich so KRANK sein, lassen einen nicht so einfach los! Bin heute aus dem Urlaub zurück und fahre morgen früh SOFORT in die Bücherei und kaufe mir (wovon ich leider zu spät erfahren habe)den ersten Teil der Smoky Reihe - Die Blutlinie. Ich bin schon sehr gespannt!