Die Australierin Mia kommt nach Triest, um ihr Erbe zu begutachten und zu einigen Problemen in ihrer Heimat zu entfliehen, doch bald steckt sie mitten in vielen weiteren Problemen, denn eine ihrer Erbschaften ist eine Lagerhalle voller Waffen. Und als ihr Nachbar versucht sie zu vergewaltigen, bricht er tot über ihr zusammen. Das sind jedoch nicht die beiden einzigen Fälle, die beim Proteo Laurenti auf dem Schreibtisch landen, denn es kommt noch dazu, dass eine Tierschützer Organisation mit Sprayern die Stadt verschönern und Laurenti auf der Spur von Schmugglern ist, die allerdings schon vom Geheimdienst beobachtet werden. Und als wäre das nicht genug erscheint bei seinem Kumpel, einem alten Gerichtsmediziner, eine Taubstumme mit einer sehr heiklen Akte. Auf erstaunlich geschickte Weise verbindet er all diese Fäden in dem Roman zu einem Ganzen.
Mit vielen detaillierten Beschreibungen der Natur und des Lebens in Triest regt er die Fantasie seiner Leser an, und es fällt einem sehr schwer nicht sofort die Koffer zu packen und sich einen Kurzurlaub zu gönnen. Man fühlt sich aber auch so direkt am Ort des Geschehens, kann sogar den Duft von gegrillten Cevapcicis riechen.
Leider fehlt es dem Roman doch etwas an Herzlichkeit. Der Proteo begegnet seinen Mitmenschen fast nur mit Sarkasmus und sogar bei seiner Familie oder seiner Geliebten. Außerdem kommen im Buch fast alle Frauen sehr schlecht weg. Die Einzige, die eine halbwegs positive Rolle hat, ist eine Auftragskillerin, die wenigstens aber nicht als dumm, sexbesessen, kindlich etc dargestellt wird.
Der Krimi regt sehr zum Nachdenken an, da sehr viel in der Zeit gesprungen wird und sehr präzise mit Fakten der Vergangenheit umgegangen wird. Leider nur werden nicht alle Bösewichte geschnappt, was einen dazu bringt doch auf eine baldige Fortsetzung des Romans zu warten, in dem Laurenti endlich seine Erzfeinde hinter Gitter bringen kann.
Insgesamt ein sehr gelungener Roman, voller Spannung, Aktion und einem rasanten Showdown zum Schluss.