Der vorliegende Krimi ist zwar spannend geschrieben, doch verzichtet er auf eine allzu gründliche Darstellung der Charaktere. Man lernt diese allerdings angesichts des geringen Umfangs des Buchs ausreichend kennen, um Spaß an der Lektüre zu haben. Positiv hervorzuheben, dass die Charaktere in der knappen Beschreibung realistisch, also mit Ecken und Kanten dargestellt werden.
Inhaltlich geht es um einen Mord beim Ostfrieslandlauf oder auch "Ossiloop". Dieser seit 30 Jahren bestehende Volkslauf besteht aus 6 Etappen (insgesamt ca. 70km),, die jeweils Dienstags und Freitags in drei aufeinanderfolgen Wochen gelaufen werden. Den Mord versuchen ein Polizist und ein Zeitungsreporter aufzuklären.
Als echtes Manko des Buches stellt sich heraus, dass der Autor sich anscheinend nur oberflächlich mit dem "Ossiloop" oder auch Ostfrieslandlauf auseinandergesetzt hat. Es wurde fast auf jeglichen Wiedererkennungseffekt für Teilnehmer vergangener Läufe verzichtet. Der Autor liefert nur wenige Erklärungen und Hintergründe und beschreibt die einzelnen Etappen, von denen er nur wenige darstellt, farblos. So wird der läuferisch veranlagte Leser lediglich durch die Beschreibung der ersten Etappe angesprochen. Außerdem fehlen Anspielungen auf die Orte der Handlungen fast vollständig. Die Handlung könnte meiner Ansicht nach auch andernorts spielen, das Buch mit wenigen Handgriffen dahingehend geändert werden.
Fazit: Wer ein Laufbuch sucht, sich indirekt über den Ossiloop informieren will oder über die Heimat lesen möchte, dem ist mit diesem Buch nur bedingt gedient. Jeder Krimi-Fan wird hingegen auf seine Kosten kommen.