Jetzt erscheint nach "Babeck" (1968) und "11 Uhr 20" (1969), die bereits seit 2006 als DVD-Veröffentlichung erhältlich sind, endlich auch der erste Krimi-dreiteiler des ZDF "Der Tod läuft hinterher" aus dem Jahr 1967 auf Digital Versatile Disc.
Die darin mitwirkenden zum Teil bis heute unvergessenen Schauspieler, die mitunter zu den ganz großen ihres Fachs gehörten, tragen ganz entscheident zur ausgezeichneten Qualität dieser unter der Regie von Wolfgang Becker nach einem Drehbuch von Herbert Reinecker entstandenen Produktion bei.
Zur Besetzung gehören u.a. Joachim Fuchsberger, Marianne Koch, Josef Meinrad, Pinkas Braun, Gisela Uhlen, Elisabeth Flickenschildt, Marianne Hoppe, Walter Richter, Jan Hendricks, Ernst Fritz Fürbringer, Gerd Baltus, Friedrich Schoenfelder, Reinhard Glemnitz oder Stanislav Ledinek.
Dem ZDF bescherte "Der Tod läuft hinterher" zur Erstausstrahlung im Jahresendprogramm des Dezember 1967, eine sehr hohe vorher so noch nie dagewesene Einschaltquote, mit einer Sehbeteiligung von bis zu 90%.
Kein Wunder also dass ein Jahr später der dreiteiler "Babeck" und zwei Jahre später der dreiteiler "11 IUhr 20" folgen sollten, die ebenfalls wieder aus der Feder von Erfolgsautor Herbert Reinecker stammten.
Mit diesen drei Produktionen gelang es dem damals noch jungen Sender ZDF unter anderem auch eine Art Konkurrenz zu den ebenfalls sehr erfolgreichen Durbridge-Verfilmungen der ARD, wie "Das Halstuch", "Tim Frazer" oder auch "Melissa" zu schaffen.
Inhalt:
Eduard Morrison (Joachim Fuchsberger) reist aus Südamerika nach London, um seine Schwester Alice zu besuchen. Doch in deren Wohnung findet er eine neue Mieterin, Janet Winters (Yvonne Monlaur). Von dieser erfährt Morrison, dass seine Schwester Selbstmord begangen haben soll, in dem sie in einen Lastwagen lief. Morrison bezweifelt dieses natürlich ganz entschieden und befragt Zeugen. Doch als der Hauptaugenzeuge Sam Hotkins reden will, wird dieser ermordet.
Im weiteren Verlauf führen ihn seine Nachforschungen in eine Bar, in der er unter anderem die Bardame Myrna Collins (Gisela Uhlen), den Barbesitzer Caston (Josef Meinrad), den Angestellten Dan Low (Jan Hendricks) sowie John Evans (Pinkas Braun) trifft. Alle scheinen mit dem Fall zu tun zu haben und ein Mordanschlag von Dan Low auf Morrison bestätigt dies. Die Tochter des ermordeten Sam Hotkins, Mary Hotkins (Marianne Koch) unterstützt mittlerweile Eduard Morrison bei seinen Ermittlungen. Als schließlich Janet Winters ebenfalls ermordet aufgefunden wird und Morrisons tot geglaubte Schwester Alice sich am Telefon aus einem abgelegenen Landhaus meldet, beginnt die ganze mysteriöse Geschichte erst so richtig spannend zu werden. Als wenig später Morrison und Hotkins zusammen mit Polizeibeamten und Inspektor Brown (Ernst Fritz Fürbringer) das Landhaus aufsuchen, finden sie lediglich den Fabrikanten David Stone (Friedrich Schoenfelder) und dessen Frau Edna (Elisabeth Flickenschildt) vor.
Von Alice fehlt jedoch jede Spur. Morrison vermutet allerdings dass Edna Stone etwas mit dem verschwinden seiner Schwester und den bisherigen Todesfällen zu tun haben könnte...
1. Teil: (Erstsendung: 27.12.1967 Länge: 73 min.)
2. Teil: (Erstsendung: 29.12.1967 Länge: 72 min.)
3. Teil: (Erstsendung: 30.12.1967 Länge: 66 min.)
Nachtrag vom 10.07.2010:
Bildbewertung:
Diese 43 Jahre alte im Auftrag des ZDF entstandene "Inter Tel" - Filmproduktion aus München, zeigt sich auf dieser DVD Typ 9 im Vollbild-Format 4:3.
Original-Negative dieses auf 35 mm Schwarz/Weiß-Filmmaterial produzierten Fernsehfilms, scheinen im ZDF-Archiv nicht mehr vorhanden zu sein.
Die Komplettabtastung einer gut erhaltenen und wenig beanspruchten Filmkopie mit anschließender digitaler Bildbearbeitung, hätte in der Regel wohl für das vorliegende DVD-Mastering ein besseres Endergebnis zur Folge gehabt.
Stattdessen bekommt man hier nur das Bild einer in der Qualität unbearbeiteten MAZ-Aufzeichnung zu sehen. Verwendet wurde vermutlich genau jenes Sendeband, dass auch schon bei der letzten TV-Ausstrahlung dieses dreiteilers vor ca. zwei Jahren, im ZDF-Theaterkanal zum Einsatz kam. Darauf weist eindeutig die Copyright-Einblendung mit der Jahreszahl 1967 am Ende eines jeden Teiles hin, welche in dieser Art und Weise heute bei Wiederholungen dort zwar gang und gebe ist, zum Zeitpunkt der Erstsendung jedoch so nicht üblich war.
Aufgrund des Alters und der unterschiedlichen Qualität des unbearbeiteten Ursprungsmaterials, bewerte ich das Bild, auch weil sich dessen Einschränkungen im großen und ganzen im Rahmen halten, mit befriedigend bis zufriedenstellend, teilweise sogar als gut.
Das Menü der DVD bietet als einzige Auswahl, die direkte Anwahl der drei Filmteile mit einer Gesamtlaufzeit von 211 Minuten an.
Übrigens:
Im Gegensatz zur DVD-Veröffentlichung von "Babeck" wurde bei "Der Tod läuft hinterher" auf die Entfernung der Zusammenfassungen vor dem zweiten und dritten Teil verzichtet.
Der legendäre Krimi-Straßenfeger von 1967 ist also auch auf dieser DVD, in seiner vollständigen und ungeschnittenen Originalfassung, wie einst im Fernsehen zu erleben. Darüber hinaus gehendes Bonusmaterial ist allerdings leider Fehlanzeige.
Wer stattdessen auf ein informatives Booklet hofft, findet lediglich einen Einleger vor, der auf der einen Seite die Angaben zu Schauspieler und Rolle, sowie auf der anderen Seite kurze Inhaltsangaben der drei Teile mit sechs Szenenfotos in Schwarz/Weiß enthält.
Tonbewertung:
Der Ton wurde im Format Dolby Digital 2.0 aufgespielt. Er ist jederzeit sauber und klar Verständlich vorhanden.
Gesamturteil:
Auch wenn diese DVD von ihrer Ausstattungsseite her eine Veröffentlichung mit einigen Unzulänglichkeiten darstellt, ist und bleibt "Der Tod läuft hinterher" ganz sicher ein Meilenstein deutschen Krimischaffens. Für den Autor Herbert Reinecker war es der Beginn einer langen erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Produzenten Helmut Ringelmann und dem ZDF, die sich nicht nur mit "Babeck" (1968) und "11 Uhr 20" (1969), sondern vor allem auch über die Krimireihen "Der Kommissar" (1969 bis 1976) und "Derrick" (1974 bis 1991) fortsetzen sollte.
Fazit:
Auch wenn diese Trilogie ganz sicher nicht mehr in jeder Beziehung den heutigen Sehgewohnheiten entspricht, dürften sich alle Fans und Freunde dieser Art von Krimi-Unterhaltung, ganz bestimmt über diese DVD-Veröffentlichung freuen können.