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Der Tod in Venedig und andere Erzählungen Unbekannter Einband – 1987

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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Fischer Verlag (1987)
  • ASIN: B0028I6RF4
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (173 Kundenrezensionen)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENTTOP 50 REZENSENT am 3. Juli 2013
Format: Audio CD
„Der Tod in Venedig“ gehört an vielen Schulen noch immer zur Pflichtlektüre. Wenn die Begeisterung der Lehrkraft jedoch nicht auf die jungen Leser übergreift, kann ich verstehen, dass viele keinen Zugang zum Werk von Thomas Mann finden. Und oft hat das mit Satzkonstruktionen zu tun, die zwar wunderbar sind, aber wenig mit der Erfahrungswelt dieser Generation und unserer beschleunigten Zeit zu tun haben. Doch die meisterhafte Verfilmung von Luchino Visconti zeigt, dass die Thematik zeitlos ist und auch bei einem jungen Publikum ankommt. Und genau das könnte dieses Hörbuch ebenfalls schaffen.

Wie der 1961 geborene Schauspieler Matthias Brandt die Sätze von Thomas Mann liest, ist nicht nur großartig, sondern lässt auch die morbide Stimmung einer untergehenden Zeit und ihrem Symbol, der Lagunenstadt Venedig, geradezu körperlich wahrnehmen. Zudem gibt Matthias Brandt dem alternden Schriftsteller Gustav von Aschenbach eine Stimme, die dessen verbotene Liebe aus dem Sumpf moralisierender Beschreibungen befreit und damit persönlich erlebbar macht. Kurz: Der Sprecher befreit eine Jahrhundertnovelle von einer unansehnlichen Patina, die nicht zuletzt die Rezeption in miefigen Schulstuben verantwortet.

Was ich bei vielen Hörbüchern bemängle, wurde bei diesem zumindest in Ansätzen behoben. Denn die vierte CD bietet einen Mehrwert, den das Buch nicht hat. Unter dem Titel „Eros und Cholera“ erhält der Hörer ein 30-minütiges Feature, das einen spannenden Einblick in die Entstehung und Wirkungsgeschichte dieser Novelle gibt. Beim Booklet hätte man noch etwas zulegen können. Denn nur einige Zeilen zu Leben und Werk von Thomas Mann sind doch etwas wenig.
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59 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 14. Dezember 2001
Format: Gebundene Ausgabe
Die armen Schüler, die sich an diesem Ort über die ihrer Meinung nach nicht mehr vorhandene Aktualität des Buches beklagen haben entweder zweifelhafte Lehrer oder schlichtweg eine unterentwickelte Fähigkeit zur Selbstreflektion. Es geht nicht um die Vergangenheit, es geht viel mehr um die Mechanismen und Automatismen in der Formung des Charakters eines Menschen unter immer wieder aktuellen Machtkonstellationen. Und es glaube bitte keiner, dass die dargestellten Verformungen eines Charakters nur in dieser Zeit geschehen sind, man schaue sich aufmerksam um und siehe da, die Heßlings von heute sehen anders aus, sind häufig seminargeschliffene Schönredner. Hinter der Fassade aber steckt leider oft genug der nahezu skrupellose Machtmensch. Das wird aktuell bleiben solange es Menschen gibt und schon deswegen ist es gut und wichtig, zu wissen was diese Menschen treibt und wie sie sich selbst gegenüber ihr Handeln, ihr Tun und Lassen zu rechtfertigen versuchen.
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46 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT am 8. April 2005
Format: Gebundene Ausgabe
Einfach nur wunderbar! Die Kirche lief Sturm gegen dieses 1951 erschienene Spätwerk Thomas Manns. Wie könne man sich nur so an der Schöpfung vergehen. Wie auch immer, für alle Nichtdogmatiker ist dieser Roman ein köstlicher Spaß.
Erzähler ist der Mönch Clemens, der uns diese Geschichte "zur Unterhaltung" berichtet. Protagonist ist Gregorius, das Kind von Wiligis und Sibylla, einem Geschwisterpaar. Als diese das unerhörte Ausmaß ihres Aktes begreifen, legen sie das Baby in ein kleines Schiffchen und setzen dieses auf dem Meer aus, beigelegt ein Bericht über die schändliche Herkunft des Kindes. Ein Abt auf einer kleinen Insel findet das Schiffchen, nimmt den kleinen Gregorius auf, verheimlicht aber vor aller Welt die Geschichte seiner Herkunft und lässt dem Jungen eine theologische Erziehung angedeihen. Als junger Mann erfährt Gregorius jedoch von seinem Makel und beschließt auf Ritterfahrt zu gehen, um seine Sünden zu büßen. Dabei befreit er eine Stadt und heiratet dessen Herrin. Diese Herrin ist, man hält es nicht für möglich, seine Mutter. Nach mehreren Jahren erfahren die beiden durch Zufall von dieser Misslichleit und der gute Gregorius beschließt, den Rest seines erbärmlichen Lebens auf einem kahlen Felsen in Meer zu verbringen. 17 Jahre später, die Kirche ist durch ein Schisma gespalten, haben zwei Kirchenmänner eine Vision, dass der neue Papst seit 17 Jahren sein Dasein auf einem Felsen fristen soll. Sie begeben sich sofort auf die Suche und finden auch tatsächlich Gregorius, der auf wundersame Weise überlebt hat und zum neuen Papst ernannt wird.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Thomas Muehlfellner am 30. April 2005
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Über die Haupterzählung dieses Bandes, "Der Tod in Venedig", ist von meinen Vorrezensenten schon viel geschrieben worden; ausreichend, um sich ein gutes Bild dieses Meisterwerks der Jahrhundertwende zu machen.
Allerdings beinhaltet dieses Buch auch andere Erzählungen, auf die ich kurz eingehen möchte, da sie in den vorigen Rezensionen zu kurz gekommen sind.
"Tristan" ist ein Frühwerk von Thomas Mann. Seine Leser werden den Schauplatz wiedererkennen, ein Sanatorium in den Schweizer Alpen. Der Protagonist: Ein Möchtegern-Schriftsteller, ein Einzelgänger und schwieriger Mensch. Die Frau eines Großkaufmanns taucht auf und die Szene für ein sehr problematisches, platonisches Liebesverhältnis ist gesetzt. Sehr gut zu lesen und mit der für Mann typische klare Psychologie ausgestattet.
Danach kommt meine Lieblingsgeschichte, "Die vertauschten Köpfe". Diese Erzählung ist in der indischen Märchenwelt angesiedelt, voller Wunder und farbenprächtig erzählt. Man könnte meinen, dass ein Inder diese Geschichte erzählt hätte. Eine ergreifende Handlung, wunderschön geschrieben und sehr weise. Eines der Spätwerke von Mann.
Dann geht es weiter mit einer sehr kurzen Erzählung, "Gladius Dei", in der es um die Unantastbarkeit der Heiligen Jungfrau Maria geht und um die Entfremdung von Religion und Heiligtum in der modernen Welt. Das Thema ist auch heute noch (mehr denn je) aktuell, allerdings habe ich mich mit dieser kleinen Geschichte nicht so richtig anfreunden können, da Mann hier zu sehr moralisierend den Finger hebt.
Anders sieht es wieder mit der kurzen Erzählung "Schwere Stunde" aus, eigentlich nichts mehr als eine Momentaufnahme im Schaffensprozess von Schiller.
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