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Der Tod in Venedig und andere Erzählungen [Taschenbuch]

Thomas Mann
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (82 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

27. Oktober 2004
Eine der wichtigsten Novellen der literarischen ModerneThomas Mann selbst bezeichnete Der Tod in Venedig als eine "Novelle gewagten, wenn nicht unmöglichen Gegenstandes", vom plötzlichen "Einbruch der Leidenschaft" in das Leben eines Menschen. Der nicht mehr junge Schriftsteller Gustav Aschenbach entdeckt am Lido des schwülwarmen Venedig die Gestalt des apollinisch schönen Knaben Tadzio und strebt in seinen Gedanken zu ihm, steigert sich in eine unerfüllbare Liebe und verspielt damit, nach einem Wort von Heinrich Mann, "was ihm das wünschenswerteste schien". Die Faszination, die von dem Knaben ausgeht, lässt Aschenbach seine Umgebung, sein bisheriges Leben vergessen, und er erkennt die herannahende Gefahr nicht ? oder will sie nicht erkennen.
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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 60 (27. Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596200547
  • ISBN-13: 978-3596200542
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,9 x 2,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (82 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 247.354 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

'Thomas Mann hat die schönsten, die klügsten, die tiefsten und wichtigsten Bücher geschrieben.' (Marcel Reich-Ranicki) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Tod in Venedig
OA 1912 Form Novelle Epoche Moderne
Thomas Mann hat die Novelle, tragisches Gegenstück zum späteren, mit eher humoristischen Zügen versehenen Zauberbergroman, stets zu seinen Hauptwerken gezählt. Zum Erfolg beigetragen haben vermutlich auch der pittoreske Schauplatz und die dem klassischen Drama angenäherte Form, in der auf kleinem Raum, dramaturgisch konsequent und stimmungsvoll-bedrohlich, eine Untergangsgeschichte gezeigt wird, die an einem Ausnahmefall einmal mehr Manns Auseinandersetzung mit der Künstlerthema vorstellt.
Inhalt: Der 50-jährige, in München lebende Schriftsteller Gustav von Aschenbach, der pflichtbewusst und diszipliniert arbeitend, sich auf der Höhe seines öffentlichen Ruhms befindet, reist, von plötzlichem Fernweh und Reiselust erfasst, nach Venedig. In der schwül-fiebrigen Atmosphäre der Lagunenstadt verbringt er eine Reihe von Tagen in einem Zustand zunehmend aufgelöster innerer Ordnung und Disziplin, in sinnlicher Zuneigung entflammt zu dem im gleichen Hotel logierenden polnischen Jüngling Tadzio, bis er sich, nach einer Verlängerung seines Aufenthaltes, in dem beginnenden Ausbruch einer Cholera-Epidemie an frischem Obst infiziert und in der Schlussszene am Meeresstrand sitzend stirbt.
Aufbau: Die Novelle ist wie im klassischen Drama in fünf Abschnitte gegliedert. Die steigende Handlung gipfelt im dritten Teil mit der verschobenen Abreise aus Venedig, die den Untergang besiegelt. Für den ›Tod in Venedig‹ vor allem charakteristisch ist die von Mann erstmals ausführlich verwendete Leitmotivtechnik, ein poetisch-allegorisches Verfahren, das darin besteht, durch eine Reihe von in die Novelle eingestreuter scheinbar realistischer Details eine zweite mythologische Ebene zu etablieren. So treten von Beginn an Figuren auf, die in der griechischen Mythologie, im Gott Hermes bzw. in der Figur des Charon, der nach dem Mythos die Toten über den Grenzfluss der Unterwelt fährt, ihren allegorischen Bezugspunkt besitzen: im Eingangsteil ein merkwürdiger Fremder am Nordfriedhof, auf dem Schiff nach Venedig der Fahrscheinverkäufer, ein alter Stutzer während der Überfahrt, ein Gondoliere, der Straßensänger und schließlich die Figur des Jünglings Tadzio selbst, der am Ende mit seiner Hand »ins Verheißungsvoll-Ungeheure« weist. Schon die erste Zeile der Novelle mit dem Namen des Helden Aschenbach intoniert den Zusammenhang.
Das Thema einer durch den Eros gefährdeten bürgerlichen Ethik sowie die durch Leitmotive eingeführte Todesthematik haben unter anderem als Quelle das Werk Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik von Friedrich R Nietzsche. Die dortige Unterscheidung zwischen dem Apollinischen und Dionysischen, dem Gott der Erkenntnis und des Maßes, und dem Gott des Rausches, dient zur Kennzeichnung der beiden Pole, zwischen denen der Künstler steht. Ihm ist es in seiner Tätigkeit wesentlich um die Vermittlung beider zu tun. An Achenbach, der in seinem Schreiben eine reife Klassizität erreicht zu haben meint, die beide Pole umfasst, wird als exemplarischem Fall die Gefährdung durch das Dionysische offenbar (»Achenbachs Seele kostete Unzucht und Raserei des Untergangs«), dessen der Künstler gleichwohl bedarf.
Wirkung: Innerhalb des Gesamtwerks von Mann nimmt Der Tod in Venedig hinsichtlich der zentralen Künstlerproblematik, die inhaltlich hier noch keiner Lösung zugeführt wird, eine wichtige Stellung ein. Mann festigte durch die Novelle und ihren der Neuklassik nahe stehenden Stil ferner seinen Ruf als klassischer Schriftsteller. Ihre Popularität verdankt die Erzählung nicht zuletzt auch der homoerotischen Thematik, die einen autobiografischen Bezug nahe legte. Nicht zuletzt dank Lucio Viscontis Verfilmung von 1970 mit Dirk Bogarde in der Hauptrolle gehört sie auch zu den international erfolgreichsten Werken des Autors. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die anderen Erzählungen 30. April 2005
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Über die Haupterzählung dieses Bandes, "Der Tod in Venedig", ist von meinen Vorrezensenten schon viel geschrieben worden; ausreichend, um sich ein gutes Bild dieses Meisterwerks der Jahrhundertwende zu machen.

Allerdings beinhaltet dieses Buch auch andere Erzählungen, auf die ich kurz eingehen möchte, da sie in den vorigen Rezensionen zu kurz gekommen sind.

"Tristan" ist ein Frühwerk von Thomas Mann. Seine Leser werden den Schauplatz wiedererkennen, ein Sanatorium in den Schweizer Alpen. Der Protagonist: Ein Möchtegern-Schriftsteller, ein Einzelgänger und schwieriger Mensch. Die Frau eines Großkaufmanns taucht auf und die Szene für ein sehr problematisches, platonisches Liebesverhältnis ist gesetzt. Sehr gut zu lesen und mit der für Mann typische klare Psychologie ausgestattet.

Danach kommt meine Lieblingsgeschichte, "Die vertauschten Köpfe". Diese Erzählung ist in der indischen Märchenwelt angesiedelt, voller Wunder und farbenprächtig erzählt. Man könnte meinen, dass ein Inder diese Geschichte erzählt hätte. Eine ergreifende Handlung, wunderschön geschrieben und sehr weise. Eines der Spätwerke von Mann.

Dann geht es weiter mit einer sehr kurzen Erzählung, "Gladius Dei", in der es um die Unantastbarkeit der Heiligen Jungfrau Maria geht und um die Entfremdung von Religion und Heiligtum in der modernen Welt. Das Thema ist auch heute noch (mehr denn je) aktuell, allerdings habe ich mich mit dieser kleinen Geschichte nicht so richtig anfreunden können, da Mann hier zu sehr moralisierend den Finger hebt.

Anders sieht es wieder mit der kurzen Erzählung "Schwere Stunde" aus, eigentlich nichts mehr als eine Momentaufnahme im Schaffensprozess von Schiller. Eine kleine, aber feine Studie über Schiller, seine Ängste und Zweifel in einer schweren Stunde des Schaffens (oder eher Nicht-Schaffens).

"Das Gesetz" ist dann der Abschluss dieser Sammlung und wieder spielt Mann, wie zuvor schon in der indischen Erzählung "Die vertauschten Köpfe" mit der Sprache, lässt sie altertümlich und bibelhaft erscheinen. Allein durch dieses Sprachexperiment ist die Geschichte es wert, gelesen zu werden. Auch wird Moses entzaubert, seine Weltlichkeit und Menschlichkeit mit all seinen Fehlern in den Vordergrund gerückt - ein sehr interessanter Zugang zu dem Thema. Allerdings zieht sich die Lektüre ein wenig, sie hätte durchaus kürzer gefasst werden können.

Mein Fazit: Ein weiterer Beweis, welch ein großer Erzähler Thomas Mann war, allerdings schuf auch er nicht uneingeschränkt große Meisterwerke (wenngleich diese bei ihm in der Überzahl sind). Manchmal (wie in "Gladius Dei") brachte er auch nur Mittelmäßiges bis halbwegs Gutes zu Stande, deshalb die 4 Sterne. Dennoch eine echte Empfehlung - nicht nur wegen der berühmten Erzählung "Der Tod in Venedig" - denn dieses Buch hat noch viel mehr als diese zu bieten.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare venezianische Novelle in Formvollendung 12. Oktober 2010
Von Michael Schäfer TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Thomas Manns Novelle "Der Tod in Venedig" aus dem Jahre 1912 ist aus meiner Sicht ein lustvoll geschriebenes Kleinod, das sich glänzend zum Einstieg in eine Lektüre der Werke des großen deutschen Romanciers der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eignet. Sowohl vom Umfang her als auch thematisch weniger sperrig und groß angelegt als die großen Romane wie "Der Zauberberg" oder "Doktor Faustus", aber doch bereits mit einigen intellektuellen Anleihen an große und wichtige Denkströmungen seiner Entstehungszeit, die Thomas Manns Werke so spannend und aufschlussreich zugleich machen, liest sich "Der Tod in Venedig", sofern man sich einmal auf den natürlich relativ komplexen, dafür aber auch sprachlich einfach wunderschönen Satzbau Manns eingelassen hat, doch recht flüssig und schnell runter, zumal es ein deutlich "handlungsgetriebeneres" (wenn es ein solches Wort gibt) Werk ist als etwa "Der Zauberberg".
Die stark autobiographisch angehauchte Geschichte des alternden und mental wie physisch ausgelaugten, fiktiven Schriftstellers Gustav von Aschenbach, einem preußisch-disziplinierten Künstler von Weltformat, der sich im Zuge seiner großen Lebens- und Schreibkrise von einem "unerklärlichen" ;-) Fernweh heimgesucht fühlt und dadurch schließlich gen Süden fährt, um über Umwege im vor Schönheit sterbenden Venedig zu landen (wie sollte es anders sein?), um dort einen verhängnisvollen Urlaub zu verbringen. Von Unlust und Enttäuschung ob der verfallenden Schönheit geplagt und immer wieder von beängstigend-fratzenhaft anmutenden Gestalten belästigt bis geängstigt, steht Aschenbach schnell kurz vor der Wieder-Abreise, ehe ihm in seinem Hotel ein polnischer Jüngling namens Tadzio auffällt, der ihn fasziniert und offenbar lange unterdrückte Gefühlsregungen in ihm weckt, die ihn schließlich am Ort halten und in ein inneres Dilemma aus versuchter Selbstzucht und homoerotischer Neugier stürzen.
Es ist dieser letztgenannte Aspekt, die Geschichte um Aschenbachs heimliche Liebe zu dem Knaben, bei dem Manns großartige literarische Meisterschaft besonders zu Tage tritt; denn es gelingt ihm wie sonst niemandem, einen solchen inneren Kampf auf zwei völlig unterschiedlichen Ebenen zu beschreiben, die sich bei ihm, und einzig bei ihm, zu einem harmonischen, ebenso kusntvollen wie authentischen Ganzen vereinigen. Einerseits wirkt das Ganze lebensnah, voller Em- und Sympathie für den um seine Würde ringenden Helden, während andererseits die beiden wohl entscheidenden denkerischen Quellen des Werkes sich in diesem Kampf Aschenbachs manifestieren und ihnen ausführliche intellektuelle Behandlung widerfährt: dies sind einmal Sigmund Freuds Psychoanalyse und seine These von der "Wiederkehr des Verdrängten" (hier: der homoerotischen Neigungen Aschenbachs), welche Thomas Mann durch Freuds Lektüre der Novelle "Gradiva" von Wilhelm Jensen kennengelernt und teilweise fast daraus abgeschrieben hat; und darüber hinaus Friedrich Nietzsches Unterscheidung zwischen dem Apollinischen und dem Dionysischen, zwischen dem Würdevoll-Ordnenden und dem Rauschhaft-Lustgeleiteten, welche einen immer währenden Hauptkonflikt aller menschlicher Existenz darstellen. Diese damals wie heute bewegenden und auf ewig einflussreichen und wichtigen Denkstrukturen in eine so nahe gehende und empathisch geschilderte Geschichte eines an sich selbst zu zerbrechen drohenden Individuums einzuarbeiten, und das Ganze in die konzise und wunderbar spannend zu lesende Form dieser venezianischen Novelle einzuweben, das ist die wunderbare Leistung, die Thomas Mann mit dem "Tod in Venedig" gelungen ist. Der große Autor der großen Zeitromane zeigt sich hier auch als Meister der Mittelstrecke, und fängt hier mal nicht über einen längeren Zeitraum, sondern ganz punktuell die großen Denkmodelle seiner Zeit ein und macht große Kunst aus ihnen. Unbedingt lesen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Obwohl ich Klaus und Heinrich lieber mag 13. Dezember 2009
Format:Taschenbuch
***THOMAS MANN - DER TOD IN VENEDIG UND ANDERE ERZÄHLUNGEN - FISCHER KLASSIK***

Mir liegt Thomas Mann einfach nicht.

Davon war ich bis vor kurzem fest überzeugt, da ich einmal die Buddenbrooks zu lesen begonnen hatte und am großbürgerlichen Schwulst schier erstickt war. Zudem schien mir die Kraft, die etwa sein Sohn Klaus in "Mephisto" erkennen lässt, oder der undiskrete Charme des Bürgerlichen, wie ihn sein älterer Bruder Heinrich im "Untertan" entlarvt, viel näher zu sein.

Aufgrund der unerwartet positiven Begegnung mit dem Hörbuch von "Tod in Venedig", gesprochen von Will Quadflieg, gab ich auch dem geschriebenen Wort des Bürgerlichsten aller Schriftsteller eine neue Chance und kann mich seitdem, ich muss es leider zugeben, durchaus für seine in diesem Band veröffentlichten Erzählungen begeistern!

Mehr noch als der "Tod in Venedig" schätze ich seitdem jedoch "Tonio Kröger" über das innere Empfinden, Werden und Wachsen eines Schriftstellers, dass ich so noch nie irgendwo gelsen habe. Seitdem habe ich zwar nicht meine gesamte frühere Kritik über Bord geworfen: Auch hier wirkt manches stark gekünstelt, geplant und durchkonstruiert. Neu ist für mich jedoch, dass es sich TROTZDEM lohnt, und ich freue mich dass ich diese Erfahrung gemacht und den feinen Lesegenuss gehabt habe.

Da sich der Inhalt von älteren Ausgaben mit ähnlichem Titel unterscheidet, hier noch kurz eine Auflistung der (in der 2008 unter ISBN 978-3-596-90027-5 in der Reihe "Fischer Klassik" erschienenen Ausgabe) enthaltenen Erzählungen:

Der kleine Herr Friedemann
Tristan
Tonio Kröger
Schwere Stunde
Das Eisenbahnunglück
Der Tod in Venedig
Unordnung und frühes Leid
Die Betrogene

Ich wünsche die nötige, mann'sche "Haltung" beim Lesen - und ebenso viel Vergnügen.
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Meiniung für diesen Einkauf bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla
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Veröffentlicht am 8. März 2011 von K.K
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Veröffentlicht am 7. März 2011 von Robbie
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