Aus der Amazon.at-Redaktion
Die Bestattung der mit sechs Jahren an Leukämie verstorbenen Mirna ist der Anlass, dass Fero, von Beruf Pathologe, auf seine kroatische Heimatinsel Rab zurückkehrt. Einige skurrile Pannen beim Begräbnis nehmen die bittere Tragikomik des Folgenden schon vorweg. Mungos, der örtliche Polizeichef, bittet Fero um Mithilfe in einem heiklen Fall: Marillena, rumänische(r) Transsexuelle(r), wegen einer Trippererkrankung auch "Mädchen mit den Schwefelhölzchen" genannt, wurde mit zerfleischtem Hals tot aufgefunden.
Die Ermittlungen führen unter anderem ins Striplokal, in dem Marillena arbeitete, in die Aufführung eines Zauberers, der mit der Säge umzugehen versteht, und dann gar in die psychiatrische Anstalt, wo Fero einem regelrechten Exorzismus beiwohnt. Übernatürliche Kräfte scheinen auch im Spiel zu sein, als Mirnas Leichnam aus dem Grab verschwindet, und nächtens herumwandelnde Kindergestalten gesichtet werden. Doch die Wirklichkeit ist, wie die Auflösung des Falls schließlich offenbart, kaum minder verstörend.
Der kroatische Autor Zoran Feric, der bereits mit seinen Erzählbänden Walt Disneys Mausefalle und Engel im Abseits das deutschsprachige Feuilleton begeisterte, beweist sich auch in seinem ersten Roman als Meister des Makaberen. Mit viel erzählerischem Geschick lässt Feric seinen Protagonisten durch die morbide Atmosphäre einer verschlafenen, aber dadurch für den Alp umso empfänglicheren Insel irren und konfrontiert ihn mit dem Ensemble ihrer schrulligen Bewohner und deren schmutzigen Geheimnissen.
Kriminalistische Rätsel, Horrorelemente, aber auch eine Geschichte unerfüllter Liebe sind Ingredienzen des bis zuletzt packenden Romans. Virtuos wechseln sich dabei melancholisch poetische mit derben, erheiternde mit schockierenden Momenten ab. Mit Feric' existenziellem Pessimismus einher geht sein geschärfter Sinn für das Groteske. Ein im Halse stecken bleibendes Lachen zu erregen, ist denn auch die hohe Kunst seiner literarischen Pathologie des Menschlichen, Allzumenschlichen. --Mathis Zojer
Pressestimmen
"Zoran Feric gelingt das Kunststück, einen spannenden Krimi und gleichzeitig ein subtiles Porträt seines Landes zu schreiben, das sich zur Parabel über das Böse und die Liebe weitet." --FAZ, März 1, 2004