Hörbuch-Rezension
Axel Milberg liest die eigenartige Geschichte des mit 58 Jahren ermordeten Fotografen, den niemand so richtig kennen will. Nicht einmal seine Frau! Der Schauspieler gab sein Mankell-Debüt in dem Hörspiel Vor dem Frost. Diesen Krimi interpretiert er in einer auffallend trockenen und sachlich-analytischen Stillage. Sie transportiert die ganz eigene Mischung aus Wallanders individueller, nicht beruflicher Situation -- dieses Mal plagen ihn vor allem Zahnschmerzen -- und dem schwierigen Mordfall. Seiner Stimme gelingt vor allem die Wiedergabe der unglaublich mühsamen bzw. anfangs überhaupt nicht voranschreitenden Ermittlungen. Die Versuche des Kommissars, durch analytisches Vorgehen ein irgendwie geartetes Licht ins Dunkel zu bringen, die falsche Fährte, auf die er sich zu Beginn locken lässt -- Axel Milberg trifft für diese Nerven zehrende Situation den richtigen Ton. Dieser Mord scheint auf den ersten Blick nicht so recht ins Mankell-Schema zu passen; aber wenn man genauer hinsieht und insbesondere durch die Sprecherleistung wird daraus dann doch wieder ein richtiger Mankell!
Axel Milberg ist ein herausragender Schauspieler. Arrogant verschrobene oder psychisch kranke, gewalttätige Charaktere sind sein Spezialgebiet. Einem breitem Publikum ist Milberg, der auf der Bühne u. a. mit Peter Zadek und Dieter Dorn arbeitete, durch die Krimi-Serien Derrick oder Wollfs Revier bekannt.
Autorisierte Lesung, Spieldauer: ca. 150 Minuten, 2 CD. Auch als MC erhältlich. --culture.text
Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Axel Milberg ist einer der vielseitigsten Schauspieler der deutschen Filmlandschaft. Sein Debüt als Kommissar Wallander gab er in Vor dem Frost.
Über den Autor
Seit 1990 widmete er sich den Fällen des Kommissar Wallander die mittlerweile in 15 Sprachen übersetzt wurden und auch in Fernsehen und Kino weltweit erfolgreich sind. Die Hälfte des Jahres verbringt der vielbeschäftigte Schriftsteller, Drehbuchautor und Intendant in Mosambique, wo er seit 1996 das "Teatro Avenida" in Maputo leitet. Das Theater, mit dem Henning Mankell auch schon auf erfolgreicher Europa-Tournee war, beschäftigt mittlerweile 70 Menschen und bildet Nachwuchstalente aus. Die Begeisterung für Afrika und die damit verbundenen Erfahrungen gaben Stoff für die Afrika-Romane "Der Chronist der Winde" (dt. 2000) und "Die rote Antilope" (dt. 2001). In "Tea-Bag" widmet sich der Schriftsteller erneut den Schwierigkeiten, die ein Großteil der afrikanischen Bevölkerung täglich zu bewältigen hat.
Als einer der international erfolgreichsten Autoren unsere Zeit wurde Henning Mankell mit unzähligen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem "Deutschen Bücherpreis" 2003 in der Kategorie "Publikumsliebling des Jahres".
Für Axel Milberg stand schon früh fest, dass er Schauspieler werden würde. Bis 1998 war Milberg Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele und arbeitete mit Regisseuren wie Peter Zadek, Thomas Langhoff oder Dieter Dorn. Mitte der 90er Jahre wandte sich der wandelbare Schauspieler verstärkt Film und Fernsehen zu. Seither war er in zahllosen erfolgreichen Produktionen zu sehen, z.B. in Nach fünf im Urwald (1995), Es geschah am helllichten Tag (1997), Jahrestage (2000), Das Feuerschiff (2008) oder Goethe! (2010). Seit 2003 ist Axel Milberg außerdem in seiner Heimatstadt Kiel als Tatort-Kommissar Klaus Borowski auf Verbrecherjagd. Für den Hörverlag las er bereits zahlreiche Romane von Henning Mankell und spricht die Figur des Kommissars Wallander in etlichen Hörspielen.