...kommt Henning Mankells Geschichte -Der Tod eines Fotografen- daher. Im Rahmen der Brigitte Krimi Edition liest Axel Milberg den 1999 erschienen Krimi des schwedischen Autors. Okay, ich war noch nie ein Mankell-Fan. Immer wieder überraschte mich, dass der Stockholmer Krimischreiber eine derart herausgehobene Stellung im Bereich der skandinavischen Krimiautoren hatte, denn: Mankells Krimi wirkten, jedenfalls auf mich, ziemlich bieder und schlicht. Aber da ich ein Freund der Brigitte Edition bin, tat ich mir auch den Mankell an.
Der Ystader Fotograf Simon Lamberg wird in seinem Fotoatelier erschlagen aufgefunden. Bei der Tatortaufnahme muss Kommisar Wallander feststellen, dass niemand Simon Lamberg wirklich gut kannte. Selbst seine Ehefrau hatte seit sieben Jahren ein sehr angespanntes Verhältnis zu ihrem Mann. Wallander entdeckt, was Lamberg spät in der Nacht noch in seinem Studio gemacht hat und das Leben Lambergs erscheint plötzlich in einem anderen Licht. Als Lambergs Ehefrau Wallander dann noch mitteilt, dass ihr Mann seit einer Österreich-Reise vor sieben Jahren wie verwandelt gewesen sei, kommt Wallander dem Täter auf die Spur.
Skandinavische Krimis sind realitätsnah. Dafür liebe ich diese Romane. Auch Wallanders -Der Tod eines Fotografen- kann man die Realitätsnähe nicht absprechen. Aber spannend darf es trotzdem sein. Wie dieser Stoff einen gewieften Krimileser begeistern könnte, das erschließt sich mir nicht. Er ist gut geschrieben und formuliert, aber selbst ein tumber Mini-Sherlock Holmes wäre mit der Auflösung der Geschichte schlichtweg unterfordert. Nur halbherzig wird von Mankell eine falsche Spur gelegt, die aber im Verlauf der Geschichte völlig unter den Tisch fällt. Am Ende gibt es eine 08/15 Auflösung, die dem Leser mit dem Holzhammer verpasst wird. Wem es gefällt...okay. Ich muss leider(wieder einmal) feststellen, dass Henning Mankells Geschichten und ich keine großen Freunde mehr werden. In Anbetracht der Tatsache, dass es in Skandinavien Typen wie Ake Edwardson, Stig Larsson oder Arnaldur Indridason gibt, die Kriminalromane von ganz anderem Format schreiben, werde ich in Zukunft lieber wieder bei diesen Autoren stöbern.
Eines darf allerdings nicht vergessen werden: Axel Milberg ist als Vorleser für diese Geschichte verschenkt. Der Mann liest hervorragend und es ist ein Genuss, ihm zuzuhören, auch bei diesem schwachen Krimi. Aus der Schmalkost, die man ihm zum Lesen vorgesetzt hat, kann aber auch Milberg kein 5-Sterne-Menü hervorzaubern; leider. -Der Tod eines Fotografen- ist mit Sicherheit eines der schwächeren Hörbücher der Brigitte Krimi Edition. Zudem umfasst die Story nur 2 CDs und fällt damit im Preis-Leistung-Verhältnis, im Vergleich mit den anderen Hörbüchern der Reihe, ein wenig aus dem Rahmen.