Wenn der Tierarzt kommt, steht es um die zumeist vierbeinigen Patienten eines Landarztes schon ziemlich ernst. Tierarzt Herriot hat sein "Handwerk" von der Pieke auf gelernt in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals gab es noch keine Ántibiotika und so mancher wedelnde Kuhschwanz oder manch ein ausschlagendes Pferdehuf machten ihm oft schmerzvoll den Unterschied zwischen Theorie und Praxis klar...Herriot schildert in seinen Büchern (dies ist der dritte Band aus der Reihe "Der Doktor und das liebe Vieh") die mühevolle und ereignisreiche Arbeit eines Landarztes von damals, das ist an sich kein so großartig interessanter Stoff, wie man meinen möchte. Doch Herriot schafft es durch seine Art des Schreibens, das die Tiere beinahe "menschlich" wirken. Auszug: "Kein Tier ist wie das andere, man sollte meinen, meine Patienten seien alle gleich, aber Kühe, Schweine, Schafe und Pferde können launisch, bösartig, störrisch oder auch folgsam, geduldig und lieb sein....da war zum Beispiel ein ganz besonderes Schwein namens Gertrud.....". Genauso ernst, wie er seine Patienten nimmt, so schafft er es auch die oftmals skurrillen menschlichen Gestalten zu beschreiben, die die Halter dieser Tiere sind. Insgesamt würzt er seine Geschichten mit einem gesunden leicht derben Humor, den man als Tierarzt im Umgang mit Landwirten und der Landbevölkerung wohl auch haben muss, um mit Mensch und Tier einigermaßen umgehen zu können. Lesen Sie einfach selber die Geschichten aus dieser Reihe, die ihre ganz eigene Dramatik haben, z.B. wenn kollernde Säue ihre neugeborenen Ferkel auffressen möchten oder alte Farmerhausmittel aus 10 Liter Bier bestehen und besser wirken als so manch moderne Medizin...