Nachdem ich bisher die komplette Reihe der Hoppert Krimis, in deren Mittelpunkt Anwalt Marc Hagen steht, verschlungen habe, hat mich der Thule Code entsetzt.
Während die ersten 5 Bücher der Reihe, die ich an dieser Stelle ausdrücklich empfehle, intelligen, unterhaltsam, spannend und spritzig sind,
hat Hoppert hier komplett versagt.
Der Thule Code ist eine abstruse, an den Haaren herbeigezogene Geschichte in deren Mittelpunkt ein Geheimbund rechter Gesinnung steht, deren Ziel es ist die
Welt in den Abgrund zu stürzen und eine neue "Götterdämmerung" heraufzubeschwören. Das verheisst nichts Gutes, vor allem nicht für den Leser. Zu konstruiert
und gebastelt ist die Handlung, das ganze riecht förmlich nach einem "Da Vinci Code" für Arme. Die Kombiation aus Runen, Atomwaffen und Sarin-Gas kann nicht
überzeugen und erinnert bedauerlicherweise eher an einen Groschenroman. Als Jurist habe ich die authentische Erzählweise aus der Anwaltsperspektive geschätzt,
insbesondere auch die humorigen Aspekte der ersten Bände, im Thule Code fehlen diese gänzlich.
Man möchte fast meinen ein Ghostwriter sei am Werk gewesen so sehr unterscheidet sich der Thule Code von den Vorgängern. Bleibt zu hoffen, dass Hoppert wieder
zu seinem alten Stil zurück findet.