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Moviemans Kommentar zur DVD: Optisch überzeugen vor allem die Farben, während akustisch die Dialoge im Mittelpunkt stehen, die in der deutschen Fassung etwas deutlicher als im Original, dort aber mehr räumlich klingen. Die Extras sind nicht nur umfangreich, sondern enthalten unzählige Infos zur Produktion sowie einen detailreichen Audiokommentar mit ganzen sechs Sprechern.
Bild: Die farbenfrohe, überwiegend kontrastreiche Optik bildet die Realität hervorragend ab. Es bestehen weder Schärfeprobleme, noch überstrahlen Farben ungewöhnlich oder wirken gar zu blass. Womit es hingegen Probleme gibt, ist Rauschen, das sich häufiger auf Himmelsflächen oder hellen Wänden abzeichnet (Himmel über New York, 00:11:21 oder Wandflächen, 01:07:11). Auch Flackern und leichtes Nachziehen in Kamerabewegungen, die über strukturierte Flächen verlaufen (Schwenk über Hochhäuser, 00:02:57) sticht ab und an ins Auge. Es fällt für das den Betrachter zwar etwas unangenehm aus, stellt aber nicht die Regel dar. In dunkleren Einstellungen gestalten sich die Schwarzwerte bisweilen ein wenig schwammig, so dass Strukturen in dunklen Kleidungsstücken nur schwer oder gar nicht auszumachen sind (Mantel, 00:38:39). Im Tages- oder Kunstlicht hingegen fallen die Kontrastwerte vorbildlich aus.
Ton: Im Verhältnis zu den Dialogen fallen die beschwingten Musikeinlagen immer wieder mal sehr kräftig aus (Discosong, 00:58:21), was nicht wirklich ein Missverhältnis darstellt aber auch nicht hundertprozentig ausgewogen klingt. Es finden sich hingegen auch zahlreiche, sehr eingängige Musikstücke, die sich äußerst harmonisch an Kulisse und Sprachanteile schmiegen (Jazzsong, 01:11:16). Die deutsche Synchronisation gibt sich deutlich, beinhaltet aber weniger räumliche Anteile als das Original. Da die Dialoge in der Produktion im Mittelpunkt stehen, erhält die Gesamtkulisse keine herausragende Rolle, sondern ordnet sich Musik und Sprache unter. Kraftvolle Effekte und eine mehr als nur untermalende Kulisse sind nicht vorhanden. Dabei präsentiert sich aber durchaus eine Räumlichkeit generierende Kulisse, die sanft und hintergründig bleibt, anstatt zu protzen. Insgesamt stört die eher zurückhaltende Art der Hintergrundaktivität aber nicht wirklich, da die Dialoge und der immer wieder auch mal den Subwoofer bemühende Soundtrack (01:25:22) rund gestaltet wurden.
Extras: Das Zusatzmaterial setzt sich zusammen aus einem lebhaften Audiokommentar von Regisseur David Frankel, Produzentin Wendy Finerman, Kostümgestalterin Patricia Field, Drehbuch-Autorin Alline Brosh McKenna, Cutter Mark Livoisi und Kameramann Florian Ballhaus. Außerdem werden dreizehn nicht verwendete (17:38 Min.) Szenen angeboten, die mit einem Kommentar von Regisseur David Frankel und Cutter Mark Livoisi versehen sind. Hinzu kommen verpatzte Szenen (4:55 Min.) und folgende Feturettes: "Die Reise auf die große Leinwand" (11:32 Min.) erzählt von der Umsetzung des Drehbuches. "NYC und Mode" (6:08 Min.) beschäftigt sich mit der Bedeutung des Topics "Mode". "Mode-Visionärin Patricia Field" (8:45 Min.) portraitiert die Person Patricia Field und lässt sie aus ihrer Biographie berichten. "Valentino" (2:51 Min.) klärt auf, wie Valentino für den Auftritt im Film gewonnen werden konnte. "Boss aus der Hölle" (2:28 Min.) beschäftigt sich mit der Rolle der Amanda Priestly und "Danda Santini: Chefredakteurin" (4:04 Min.) klärt über die Arbeit einer realen Moderedakteurin auf. Abschließend beinhaltet das Bonusmaterial noch den Originaltrailer (2:49 Min.). --movieman.de
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Anfangs versucht die bodenständige Andy ihren Idealen treu zu bleiben, allerdings wird sie mehr und mehr von ihrem Job vereinnahmt, was sie schließlich Freunde und Familie sträflich vernachlässigen lässt.
Der Teufel trägt Prada basiert auf dem Enthüllungsbuch von Lauren Weisberger, einer ehemaligen Assistentin von Vogue-Chefredakteurin Anne Wintour. Die Darstellung der unnahbaren, sozialsadistischen Karrierefrau im Film ist jedoch frei erfunden, und ihre (zumindest für den Zuschauer unterhaltsamen) Eigenarten stammen hauptsächlich von Meryl Streep selbst, die ihre Freiheiten hinsichtlich der Gestaltung ihres Filmcharakters offensichtlich genossen hat. Ihr gelingt das Kunststück, die Fassade und das Image dieser gefühlskalten Tyrannin konsequent aufrecht zu halten, hin und wieder allerdings menschliche Züge durchscheinen zu lassen. Miranda ist mit all ihrer Herzlosigkeit ironischerweise das Herzstück des Films: Es ist ihr Einfluss auf Hauptfigur Andy, ihre kompromisslose, modezentrierte Sicht der Dinge, die den Film antreibt und schließlich von den üblichen Selbstfindungsgeschichten über Anfang Zwanzigjährige abhebt.
Auch Anne Hathaway macht ihre Sache gut, obwohl das Drehbuch für ihre Figur nur den üblichen moralischen Lernprozess als charakterliche Entwicklung vorsah: Eine idealistische Jungjournalistin, die mit den Gepflogenheiten der Modehölle kämpft - und obendrein noch was dabei lernt.
Der Reiz des Films liegt also weniger in der an sich konventionellen Geschichte, sondern eher in den interessanten Figuren, allen voran natürlich Meryl Streeps Miranda, die als Basis einer bissigen, ironiefreien Satire hervorragend funktionieren. Die zahlreichen Randfiguren illustrieren die oberflächliche Modewelt, wo die äußerliche Erscheinung regiert und Größe 36 bereits als "zu fett" gilt.
Regisseur David Frankel zeichnet ein unironisches Portrait dieser für Andy anfangs fremden Welt, um sie langsam dort hinein wachsen zu lassen: Die graue Maus wird schließlich modebewusst - und mit der Kleidung ändern sich auch ihr Auftreten und ihre Prioritäten, bis ihr Handy zum besten, jedoch letzten verbliebenen Freund wird.
Der Teufel trägt Prada ist eine bissige Komödie, deren satirische Elemente die rastlose Welt des Modegeschäfts unterhaltend nachzeichnen. Frankels einwandfreie Inszenierung wirkt hierbei wie ein Kommentar, der ein Urteil über Sinn und Irrsinn dieses Multimillionengeschäfts dem Zuschauer überlässt.
Christian Simon